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Rechtsradikaler bayerischer Bundeswehr-Reservist in Uniform auf Corona-Demo - er hisste umstrittene Flagge

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Von: Johannes Welte

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Ein offenbar rechtsextremer Bundeswehr-Reservist hat in Uniform an der Berliner Demonstration gegen die Corona-Maßnahmen teilgenommen. Er soll als Sympathisant der rechten Szene aufgefallen sein.

Fürth – Er trägt die Uniform der Bundeswehr, hetzt in seinem Profil beim sozialen Netzwerk Telegram über „diese elenden Verbrecher in Berlin!“ und fordert: „Weg mit dieser Verbrecherrepublik“. Der 40-jährige Reservesoldat Ronny B. aus dem Landkreis Fürth hat in Berlin bei der Corona*-Demo Polizisten bedroht.

Beim Protestmarsch in Berlin am Samstag von Gegnern der Corona-Maßnahmen hatten sich auch Rechtsradikale verschiedener Gruppen versammelt. Diese versuchten, mit den Fahnen des deutschen Kaiserreiches, den Reichstag zu stürmen. Ronny B. hat Berichten des BR und der „Nürnberger Nachrichten“ zufolge bei der Demo in einer Diskussion mit Polizisten den Beamten gedroht, sie würden „zur Rechenschaft gezogen“. Außerdem soll er gesagt haben: „Ich werde mir diese Dienstnummern definitiv zu Gemüte führen“.

Teilnehmer einer Kundgebung gegen die Corona-Maßnahmen stehen vor dem Reichstag, ein Teilnehmer hält eine Reichsflagge.
Für viele Politiker ein massiver Tabubruch: Reichsflaggen wehten am Samstag vor dem Reichstag - auch ein bayerischer Verfassungsrichter war bei der Kundgebung zu sehen. © Fabian Sommer/dpa

Coronavirus/Demo in Berlin: Ronny B. ist dem Verfassungsschutz bekannt

Ronny B. ist den Berichten zufolge dem Verfassungsschutz bekannt: Schon in den 1990er-Jahren sei er als Sympathisant der rechtsextremen Szene aufgefallen, dennoch konnte er offenbar in die Bundeswehr eintreten. Er selbst postet Bilder von sich in einem Bergepanzer der Bundeswehr und mit einem Maschinengewehr. Ein weiteres Bild zeigt ihn sogar neben den heutigen Bundespräsidenten Frank Walter Steinmeier bei einem Truppenbesuch. Ronny B. behauptet, er habe in dem Jahr in die Bundeswehr eintreten können, in dem ihn der Verfassungsschutz auf dem Schirm hatte.

Bei einem Autokorso gegen Corona-Maßnahmen hisste er als Beifahrer aus dem Fenster die reichsdeutsche Fahne, er postete ein Video davon auf seinem Telegram-Kanal. Dort finden sich auch Dokumente, in denen es heißt, das Coronavirus sei eine Inszenierung, um das „System kalkuliert herunterfahren zu können“, Corona sei der „Dritte Weltkrieg“. Weiter müssten „das alte Deutsche Reich erst einmal offiziell wieder in Betrieb“ genommen, deutsche Staatsgrenzen „neu definiert“ werden, es gebe „Staatsgebiete, die zwingend zu Deutschland gehören müssen“. Letztlich müsse das staatliche System „neu aufgebaut“ werden. Dazu würden bereits Vorbereitungen im Hintergrund laufen. - Johannes Welte - *merkur.de ist Teil des Ippen-Digital-Netzwerks.

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