Soll Cannabis legalisiert werden? SPD-Politiker Karl Lauterbach sieht darin die Möglichkeit, dem illegalem Drogenhandel einen Riegel vorzuschieben.
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Karl Lauterbach hat auf Twitter für Impfungen geworben.

Konter via Twitter

Mehr Impfdurchbrüche als gedacht? Wagenknecht greift Spahn an - Lauterbach geht sofort dazwischen

Derzeit steigt auf den Intensivstationen der Anteil der Menschen mit Corona-Impfung. Das Robert-Koch Institut liefert eine Erklärung.

Berlin - Die Linken-Politikerin Sahra Wagenknecht hat eine Anfrage an das Bundesgesundheitsministerium gestellt. Wie aus der Antwort hervorgeht, war ungefähr jeder zehnte der im August und September wegen Corona auf Intensivstationen behandelten Patienten vollständig geimpft.

Corona in Deutschland: Wagenknecht findet 2G falsch, Lauterbach kontert

Auf Twitter schrieb Wagenknecht anschließend: „Auf meine Anfrage muss die Bundesregierung zugeben, dass Impfdurchbrüche bei Intensivpatienten höher sind als von Spahn gesagt. Auch bei allen Covid-19-Fällen im September waren 28 Prozent doppelt geimpft.“ Wagenknechts Fazit: „2G, Quarantäne-Lohnstreichung und die Abschaffung kostenloser Tests sind falsch.“

SPD-Gesundheitspolitiker Karl Lauterbach reagierte umgehend auf Wagenknechts Aussagen und widersprach der Bundestagsabgeordneten: „Hier wird von Sahra Wagenknecht der Eindruck erweckt, die Impfung schütze weniger als von der Regierung behauptet. Das ist falsch. 90 Prozent Risikosenkung gegen schwere Fälle und Krankenhaus.“ Lauterbachs Credo: „Die Ungeimpften sollten von uns Politikern zur Impfung bewegt werden, nicht ins Verderben geredet.“

Corona in Deutschland: Mehr Geimpfte auf Intensivstationen

In der Antwort des Gesundheitsministeriums wird auf die Wochenberichte des Robert Koch-Instituts verwiesen, in denen die Zahl der Impfdurchbrüche veröffentlicht wird. Als Impfdurchbruch wird nach Angaben der Regierung eine Corona-Infektion mit „klinischer Symptomatik“ bei einer vollständig geimpften Person bezeichnet.

Insgesamt wurden demnach von Februar bis Mitte September 11.419 Corona-Patienten intensivmedizinisch versorgt. Bei 210 davon wurde von einem Impfdurchbruch ausgegangen (1,84 Prozent). Im Zeitraum von Mitte August bis Mitte September waren 1186 Corona-Patienten auf Intensivstationen, bei 119 davon wurde ein Impfdurchbruch angenommen, was 10,03 Prozent der Fälle entspricht.

Corona in Deutschland: Mehr Impfdurchbrüche - RKI liefert Erklärung

Das Robert Koch-Institut betonte auf Nachfrage der Funke-Zeitungen: „Dass im Laufe der Zeit mehr Impfdurchbrüche verzeichnet werden, ist erwartbar, da generell immer mehr Menschen geimpft sind und sich Sars-CoV-2 derzeit wieder vermehrt ausbreitet. Dadurch steigt die Wahrscheinlichkeit, als vollständig geimpfte Person mit dem Coronavirus in Kontakt zu kommen.“

Der Präsident der Intensivmediziner-Vereinigung DIVI, Gernot Marx, sagte, Patienten mit schweren und tödlichen Corona-Verläufen seien in fast allen Fällen ungeimpft. Zudem treffe der Impfdurchbruch meist Menschen, deren „Immunsystem etwa durch eine Chemotherapie oder eine dauerhafte Kortisonbehandlung geschwächt ist, oder die älter als 80 Jahre sind“.

Corona in Deutschland: Wagenknecht bemängelt „vollkommen veraltete Zahlen“

Wagenknecht kritisierte derweil gegenüber der Berliner Morgenpost, dass Spahn und das Gesundheitsministerium „vollkommen veraltete Zahlen“ benutzen würden. „ Das täuscht die Öffentlichkeit über das tatsächliche Ausmaß der Impfdurchbrüche.“ Erschwerend hinzu kommt, dass das Robert-Koch Institut die Impfquote in Deutschland zuletzt falsch angegeben hatte. Das RKI hatte viele Corona-Fälle automatisch als „ungeimpft“ gezählt, obwohl über den Impfstatus keine Angaben vorlagen.

An der grundsätzlichen Wirksamkeit der Impfung ändere die aktuelle Korrektur indes nichts, schreibt das Gesundheitsministerium: „Fakt ist, dass Impfungen schützen und ein fehlender Impfschutz der Hauptgrund ist, warum Personen mit einer Covid-19-Infektion intensivmedizinisch behandelt werden müssen.“ (as/dpa)

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