Ein Kommentar zum Corona-Politikfrust von Sebastian Horsch.
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Ein Kommentar zum Corona-Politikfrust von Sebastian Horsch.

Neue Beschlüsse von Bund und Ländern

Frust über Corona-Politik: Die Geduld gelangt an Grenzen

  • Sebastian Horsch
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Die Deutschen sind unzufrieden mit der Corona-Politik von Bund und Ländern. Die Geduld scheint am Ende. Ein Kommentar von Sebastian Horsch.

München - Die Deutschen gehen mit ihren Politikern so hart ins Gericht wie lange nicht. Impfstoffbeschaffung, Schulbetrieb, Wirtschaftshilfen – im neuen Deutschlandtrend vergeben die Bürger auf mehreren Gebieten die Note mangelhaft. Die Geduld scheint an Grenzen gelangt.

Corona hat das Land ausgelaugt. Wer beobachtet, wie selbst Angela Merkel, Markus Söder und Jens Spahn immer öfter erschöpft und reizbar wirken, sieht, dass das auch für das politische Spitzenpersonal gilt. Psychologen sprechen bereits von einer kollektiven Erschöpfungsdepression. Die endlosen politischen Debatten und immer neuen Regeln erscheinen vielen Bürgern so fernab ihrer Lebensrealität, dass sie sich abwenden.

Deutschland hinkt bei der Digitalisierung hinterher

Dazu kommt die unschöne Erkenntnis, dass dieses Land auf einigen Gebieten nicht etwa wegen seines deutschen Perfektionismus scheitert, mit dem es so gerne kokettiert, sondern weil es wie bei der Digitalisierung schlicht hinterherhinkt – und damit Potenziale liegen lässt. Beispiel: Da nicht mit einem modernen Logistikprogramm gearbeitet wird, sondern teils noch mit Exceltabellen oder gar Stift und Papier, können selbst Ländervertreter schwer sagen, wo genau eigentlich alle Impfdosen gerade sind, die ausgeliefert, aber bisher nicht verbraucht wurden. Gerade die Bürger, die sich immer einsichtig an alle Maßnahmen gehalten haben, bekommen da zunehmend das fatale Gefühl, dass die Politik die Lage nicht im Griff hat, sondern planlos auf Sicht fährt.

Die Krise wird enden – trotz aller Schwierigkeiten. Zur Bundestagswahl am 26. September liegt der heute endlos wirkende Lockdown mit etwas Glück bereits Monate zurück. Gut möglich, dass die neue Freiheit dann auch ein paar frische Gesichter in die Regierung spült. Gerade weil sie nicht mit dieser bleiernen Zeit verbunden sind.(Sebastian Horsch)

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