Bundesgesundheitsminister: Jens Spahn von der CDU.
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Bundesgesundheitsminister: Jens Spahn von der CDU.

Impfungen starten schleppend

Nach Impf-Start-Debakel: Minister Spahn macht ambitioniertes Versprechen - „Dieses Ziel wollen wir erreichen“

  • Patrick Mayer
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Jens Spahn steht nach dem vermasselten Impf-Start gegen Corona in Deutschland in der Kritik. Jetzt wehrt sich der Bundesgesundheitsminister dagegen - und nennt ein neues Ziel.

München/Berlin - Jens Spahn musste sich gehörig in den Gegenwind stellen. Bildlich gesprochen. So dominiert im Corona-Lockdown in Deutschland aktuell eine Frage: Warum verlief der Start der Impfungen gegen Covid-19 so schleppend und holprig?

FDP-Bundesvize Wolfgang Kubicki sprach bei Focus Online von einem „Katastrophen-Impfstart“. Es wäre aus heutiger Sicht besser gewesen, „mehr und verschiedene Impfstoffe“ auf Risiko zu bestellen, sagte Grünen-Gesundheitsexpertin Kordula Schulz-Asche der Welt.

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Die Fakten? An das Robert-Koch-Institut (RKI) wurden bis Sonntagmorgen, 3. Januar, trotz Lieferschwierigkeiten und anderer Probleme insgesamt 238.809 Impfungen übermittelt. Die Kritik an Spahn reißt aber nicht ab. Der Bundesgesundheitsminister wirkte dieser jetzt entgegen - und machte ein spektakulär ambitioniertes Versprechen.

Und zwar: Spahn versprach, dass Ende Januar alle Bewohnerinnen und Bewohner deutscher Pflegeheime geimpft sein werden.

„Dieses Ziel können wir im Januar erreichen. Und das wollen und werden wir auch mit den Ländern erreichen“, sagte er am Wochenende bei RTL Aktuell. Der Minister, der als Vertrauter von Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) gilt, versuchte zudem wiederholt, die jüngsten Vorwürfe zu entkräften, er habe den Corona-Impf-Start regelrecht verschlafen. Unter anderem aus der SPD hatte es entsprechende Kritik gegeben.

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„Wir haben ausreichend Impfstoff für Deutschland und die EU bestellt“, sagte CDU-Politiker Spahn der Rheinischen Post (Montagsausgabe). Das Problem sei die geringe Produktionskapazität zu Beginn bei weltweit extrem hoher Nachfrage. „Es war bekannt, dass es zu Beginn knapp werden würde und wir priorisieren müssen“, erzählte Spahn - und erhielt Unterstützung aus den Institutionen der ebenfalls scharf kritisierten Europäischen Union (EU).

„Das Nadelöhr ist derzeit nicht die Zahl der Bestellungen, sondern der weltweite Engpass an Produktionskapazitäten“, erklärte Gesundheitskommissarin Stella Kyriakides der Deutschen Presse-Agentur. „Das gilt auch für Biontech.“ (pm)

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