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Hauptrolle Putin: Russland-Spione sollen Astrazeneca-Formel geklaut haben

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Von: Marcus Giebel

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Wladimir Putin sitzt in Tarnkleidung im Grünen
Wie kam Sputnik V zustande? Wladimir Putin sieht sich wegen seines Covid-19-Impfstoffes unliebsamen Fragen ausgesetzt. © ALEXEY DRUZHININ/afp

Russland war eines der ersten Länder, das einen eigenen Impfstoff gegen Covid-19 auf den Markt brachte. Großbritannien will Beweise haben, dass das Vakzin auf Spionage basiert.

München - Im Kampf gegen die Corona-Pandemie waren die Impfstoffe bislang das wirksamste Mittel. Entsprechend begehrt sind die Präparate zum Schutz vor Covid-19. Nun gibt es neue Vorwürfe gegen Russland - das Land sei mit unlauteren Methoden an sein Vakzin Sputnik V gekommen, heißt es in einem britischen Medienbericht.

Das Boulevardblatt Sun schreibt, es gebe gesicherte Informationen, dass russische Spione die Formel für den Astrazeneca-Impfstoff gestohlen hätten, um das Sputnik-V-Vakzin zu kreieren. Darüber seien die Minister unterrichtet worden. Sicherheitsdiensten lägen Beweise vor, dass dem britisch-schwedischen Pharmakonzern wichtige Daten entwendet worden seien, darunter auch der Plan für die Impfung.

Impfstoff-Spionage aus Russland? Hacker sollen Einrichtungen in mehreren Ländern angegriffen haben

Bereits im vergangenen Sommer waren Vorwürfe in Richtung Wladimir Putin laut geworden. Geheimdienstler betonten, sie seien „zu mehr als 95 Prozent“ sicher, dass Hacker im Auftrag des Kreml an der Impfstoff-Entwicklung beteiligte Einrichtungen in Großbritannien, den USA und Kanada angegriffen hätten.

Damals erklärte der mittlerweile verstorbene britische Sicherheitsminister James Brokenshire: „Wir sind sehr vorsichtig, wenn wir solche Dinge äußern, ehe der Zusammenhang gesichert ist. Wir glauben, dass das hier der Fall ist.“ Auch der Tory-Abgeordnete Bob Seely, der als Russland-Experte gilt, hatte dem Bericht zufolge vor Spionage aus Russland und China gewarnt.

Video: Astrazeneca macht Hoffnung auf Corona-Heilmittel

Impfstoff-Spionage aus Russland? Sputnik V ähnelt Astrazeneca sehr und setzt auf dieselbe Taktik

Es gibt jedenfalls Ähnlichkeiten zwischen den Präparaten von Astrazeneca und dem russischen Pendant Sputnik V. Beide nutzen ein abgeschwächtes Adenovirus, um das Immunsystem anzuregen.

„Wir leben in einer Welt, in der Staaten darauf abzielen, Industrie- und Wirtschaftsspionage zu betreiben“, erklärte Innenminister Damian Hinds am Dienstag. „Es gibt immer wieder Staaten, die an sensible Informationen, manchmal auch an Staatsgeheimnisse, herankommen wollen.“

Impfstoff-Spionage aus Russland? PR-Firma spricht von Fake News und Lügen

Premierminister Boris Johnson, der derzeit mit den ungewünschten Folgen des Brexit zu kämpfen hat, gab zunächst keinen Kommentar zum Thema ab. Dagegen meldete sich eine Londoner PR-Firma zu Wort.

Von Hudson Sadler hieß es im Namen eines von Putins Regierung eingerichteten Investitionsfonds: „Die britischen Medienberichte, denen zufolge Sputnik V angeblich auf Forschungsergebnissen des Astrazeneca-Impfstoffs basieren soll, sind weitere Fake News und eine Lüge, die auf anonymen Quellen beruht.“ (mg)

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