Gesundheitsminister Jens Spahn und RKI-Chef Lother Wieler.
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Gesundheitsminister Jens Spahn und RKI-Chef Lother Wieler.

Live-Gespräch am Samstag

Corona-Impfungen: Spahn wird bei Debatte zu Nebenwirkungen deutlich - „Kein Einziger ist im Krankenhaus“

  • Felix Durach
    vonFelix Durach
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Gesundheitsminister Spahn beantwortet zusammen mit RKI-Präsident Lothar Wieler am Samstag in einem Live-Gespräch Fragen der Bürger zur Corona-Schutzimpfung.

  • Die Corona-Impfungen stellen die „größte Impfkampagne“ der Geschichte in Deutschland dar.
  • Gesundheitsminister Spahn und RKI-Präsident Wieler beantworten in einem Live-Gespräch am Samstag die Fragen der Bürger.
  • Auch der Chef des Paul-Ehrlich-Instituts Cichutek und der Vorsitzende der ständigen Impfkommission Mertens werden anwesend sein.

Update vom 20. Februar, 17.08 Uhr: Kurz nachdem Gesundheitsminister Jens Spahn heute in einer PK auf Astrazeneca-Skeptiker eingegangen ist (siehe vorheriges Update), meldet die dpa die Zusammenfassung einer neuen Studie zu diesem Corona-Vakzin. Demnach haben mindestens zwölf Wochen Abstand zwischen der ersten und zweiten Impfdosis den Entwicklern (Astrazeneca und Universität Oxford) zufolge positive Auswirkungen: Die Wirksamkeit läge dann bei 81 Prozent. Zum Vergleich: Bei nur bis zu sechs Wochen Abstand seien es nur 55 Prozent.

Die am Freitag veröffentlichten Studien-Ergebnisse mit mehr als 17.000 Probanden in Großbritannien, Südafrika und Brasilien untermauern die Strategie der britischen Regierung unter Boris Johnson, ein größeres Intervall zwischen erster und zweiter Impfdosis einzuplanen - zumindest für das Astrazeneca-Vakzin.

Neue Corona-Studie: Astrazeneca-Impfstoff bei größerem Dosen-Abstand wirksamer

„Da die Verfügbarkeit [der Impfstoffe] begrenzt ist, kann die Strategie, zunächst mehr Menschen mit einer Dosis zu impfen, womöglich zu einer größeren Immunität der Bevölkerung führen, als nur die Hälfte der Menschen mit zwei Dosen zu impfen“, schrieb der Chef-Entwickler des Impfstoffs, Andrew Pollard in der Fachzeitschrift The Lancet.

In Deutschland empfiehlt die Ständige Impfkommission (Stiko) bislang, bei Astrazeneca die zweite Dosis 9 bis 12 Wochen nach der ersten zu verabreichen.

Großbritanniens Premier Boris Johnson mit einer Dosis Corona-Vakzin von Astrazeneca: Laut einer Studie ist das Mittel bei größeren Impfabständen wirksamer.

Corona-Impfungen: Spahn wird bei Debatte zu Nebenwirkungen deutlich - „Kein Einziger ist im Krankenhaus“

Update vom 20. Februar, 15.30 Uhr: RKI-Präsident Lothar Wieler hat im Live-Gespräch mit Gesundheitsminister Jens Spahn erneut die Wichtigkeit von Impfungen in der Corona-Krise betont. „Die Frage ist: Wie wollen wir die Grundimmunität bekommen? Wir haben genau zwei Optionen“, führt der 60-Jährige aus. Die eine Möglichkeit sei eine Infektion, die andere die Impfung. Auf eine dieser Möglichkeiten würde es hinauslaufen, denn das „Virus wird uns nicht verlassen.“

Interessant sind auch die Aussagen, die Jens Spahn zu einer Impfung mit dem Impfstoff mit AstraZeneca tätigt. Bürger, die jetzt eine Dosis des Wirkstoffes erhalten, könnten sich zu einem späteren Zeitpunkt auch erneut mit einem anderen Impfstoff nachimpfen lassen. Dies sei „problemlos möglich“, sobald alle Impfwilligen eine Dosis erhalten haben. Die Frage nach einer Nachimpfung mit einem anderen Mittel steht im Raum, weil der Wirkstoff von AstraZeneca eine geringere Wirksamkeit hat als die anderen beiden in der EU zugelassenen Impfstoffe von Moderna und Biontech/Pfizer.

Deutschland ist nach Spahns Aussage momentan in einer „echt schwierigen Phase“ der Corona-Pandemie. Nach zwölf Monaten Pandemie seien alle müde. „Ein Kind, das zehn Jahre alt ist, hat jetzt ein Zehntel seines Lebens in der Pandemie verbracht.“ Es sei die Erwartung da, dass es mit gesunkenen Zahlen auch wieder ein Stück rausgehe aus den Beschränkungen. Spahn erwähnte zugleich die Mutationen. Es gebe zurzeit viele Themen. Zuversicht gebe aber das Impfen.

„Natürlich gab es auch Nebenwirkungen“, sagt Spahn. Dabei müsse man aber unterschieden: „Bei Impfreaktionen, wie dem Schmerz an der Einstichstelle, springt ja das Immunsystem an, was eine gute Reaktion ist.“

„Kein Einziger ist nach einer Impfung im Krankenhaus“, nimmt Spahn die Sorgen und betont, wie wichtig Transparenz und Vertrauen bei der Impfung gegen Covid-19 seien.

Corona-Impfungen: Debatte über Schutzimpfungen mit Spahn und Wieler

Originameldung vom 20. Februar:

Berlin - Die Schutzimpfungen gegen das Coronavirus könnten nach Meinung vieler Experten genau das sein, worauf ein Großteil der deutschen Bevölkerung hofft - ein Licht am Ende des Tunnels. Deswegen ist es auch verständlich, dass mit den Impfungen viele Fragen aus der Gesellschaft verbunden sind. Wann werde ich geimpft? Welcher Impfstoff ist der Beste? Welche Nebenwirkungen sind zu erwarten?

Corona-Impfungen: Spahn und Wieler beantworten die Fragen der Bevölkerung

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) stellt sich am Samstag (14.00 Uhr) bei einem Livestream-Gespräch den Fragen der Bürger zur Corona-Schutzimpfung. An dem „Town Hall Meeting“ nehmen neben dem Gesundheitsminister auch der Präsident des Robert-Koch-Instituts (RKI), Lothar Wieler, der Chef des Paul-Ehrlich-Instituts (PEI), Klaus Cichutek und der Vorsitzende der Ständigen Impfkommission (Stiko), Thomas Mertens, teil.

Außerdem wird eine Vertreterin des Impfzentrums Messe Berlin mit von der Partie sein. Interessierte können ihre Fragen per Email einreichen. Die Fragen werden dann von einem Moderator vorgetragen und von Minister Spahn sowie seinen Gästen beantwortet. Es ist bereits die vierte Veranstaltung dieser Art. Zuletzt hatte Spahn Ende Januar mit Pflegekräften über die Impfungen diskutiert.

Corona in Deutschland: Fragen zur „größten Impfkampagne der Geschichte“

„Derzeit findet die bisher größte Impfkampagne in der Geschichte Deutschlands statt, und der Informationsbedarf der Menschen in Deutschland dazu ist groß“, steht auch auf der Webseite zusammengegencorona.de, die vom Bundesgesundheitsministerium betrieben wird. Dort können Interessierte noch bis um 14.00 Uhr am Samstag Fragen stellen, die anschließend an den Gesundheitsminister und die Expertenrunde weitergegeben wrden. (fd/dpa)

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