Doch es gibt einen Haken im Sommer

Lauterbach gibt für Deutschland sensationelle Mai-Prognose ab: „Zahlen werden exponentiell absinken“

  • Maximilian Kettenbach
    vonMaximilian Kettenbach
    schließen

Corona-Experte Karl Lauterbach lag mit düsteren Annahmen häufig richtig. Nun macht er Deutschland Hoffnung. Die Zahlen werden wohl rasch fallen, sagte er Merkur.de jetzt.

München – Es ist der lang herbeigesehnte Corona*-Hoffnungsmacher des SPD-Gesundheitsexperten Karl Lauterbach*: „Die aktuelle Stagnation ist zu diesem Zeitpunkt zu erwarten gewesen. In manchen Landkreisen steigt die Inzidenz noch, in anderen fällt sie bereits*. Das hält sich die Waage ehe es Mitte oder Ende Mai zu einem exponentiellen Absinken der Zahlen kommt“, erklärt er bei Merkur.de.

Die Begründung liefert Lauterbach sogleich mit: „Die aktuellen Zahlen sind bislang nicht dem Impfen geschuldet. Das ändert sich erst, wenn die Quote der Erstgeimpften zwischen 40 und 60 Prozent liegt. Dann sinkt die Fallzahl exponentiell. Sieht man sich unseren Plan an, werden wir in Deutschland etwa ab der dritten oder vierten Maiwoche soweit sein. Dies entspricht auch Modellierungen.“

Corona-Zahlen bald im Sinkflug: Lauterbach sieht die Wirkung der Corona-Notbremse

Von Physikerin und Modelliererin Viola Priesemann etwa, die Inzidenzen von deutlich unter 50 wie im vergangenen Sommer für sehr wahrscheinlich hält – ebenfalls schon in den nächsten Wochen, wie sie in einer Anhörung im Corona-Begleitgremium des Bundestags aussagte. Oder auch Mobilitätsforscher Kai Nagel, der sich bei dem Termin in eine ähnliche Richtung äußerte.

Lauterbach ist sicher: „Was wir dagegen derzeit sehen, ist, dass die Notbremse mit ihren Hauptelementen wirkt. Es zeigt sich jetzt, dass schon vor der Durchsetzung des Gesetzes der Diskurs geholfen hat. Die Menschen sind wieder vorsichtiger geworden.“

Und nun? Nach einem halben Jahr Lockdown dürfen die Menschen in Deutschland langsam wieder aus dem Winterschlaf erwachen. Daher seien Lockerungen, wie etwa von Markus Söder (CSU) für Bayern verkündet, „in der richtigen Spur“. Wenngleich Lauterbach einschränkt: „Die Notbremse gilt auch für Bayern.“ Solange man sich an die Notbremse halte, werde es gut gehen. „Aber Achtung jetzt: Würden wir alle Kontaktbeschränkungen aufheben, und 50 Leute in eine Wohnung lassen, werden die Fallzahlen schnell wieder ansteigen“, warnt er.

Bars und Clubs ohne Corona-Maske öffnen im Sommer? Lauterbach glaubt nicht daran

Karl Lauterbach geht erstmal von einem guten Sommer aus. Ähnlich wie dem in 2020. „Was in den warmen Monaten passiert, hängt schlicht von unserem Impferfolg ab. Wenn wir über 60 Prozent inklusive der Kinder geimpft haben und in den Risikogruppen über 80 Prozent, dann werden wir über den Sommer kaum Sterbefälle haben. Es kommt also auf die Bereitschaft der Menschen an, genügend Impfstoff ist vorhanden.“ In einem Interview nennt er weitere für ihn entscheidende Faktoren*.

Die Gastronomie werde öffnen können, doch die Frage sei noch immer, „ob man dann alles öffnen kann, also auch Bars und Clubs ohne Maske, da muss ich sagen: das glaube ich nicht“. Selbst wenn 70 Prozent der Menschen eine Impfung erhielten, schütze das den Rest nicht vor einer Infektion. „Auch wenn die Zahlen dann nicht wieder exponentiell ansteigen werden“, solle man dies vermeiden. „Wir werden viel machen können, aber wohl eher nicht ohne Schnelltests oder Impfausweise“, so der Epidemiologe im Merkur.de-Interview.

Lauterbach: Herbst-Prognose „unseriös“ - Talkshow-Comeback folgt

Und im Herbst? Lauterbach will sich nicht zu weit aus dem Fester lehnen: „Die Lage im Herbst ist völlig unklar, es wäre unseriös darüber zu spekulieren, wie es sich entwickelt. Es hängt an drei Dingen: Wie hoch ist die Impfquote, kommen Mutationen, die viel gefährlicher sind und wie lange hält die Impfwirkung an? Passt etwas nicht, bekommen wir noch einmal Probleme.“ *Merkur.de und 24hamburg.de sind ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

Nach der Augen-OP geht es Lauterbach wieder besser, wie er mitteilt. Nun kündigte er an, „in Kürze“ wieder Talkshow-Einladungen anzunehmen. mke

Rubriklistenbild: © Oliver Berg/dpa

Auch interessant

Kommentare