Wann kehrt das normale Leben zurück?

Merkels Corona-Lockdown-Plan wohl durchgesickert: Kommt die Verlängerung? „Irre hohe Infektionszahlen“

  • Cindy Boden
    VonCindy Boden
    schließen
  • Patrick Mayer
    Patrick Mayer
    schließen

Der harte Corona-Lockdown gilt in Deutschland bis zum 10. Januar. Wie es dann weitergeht, ist unklar - ebenso wie die Lage im Sommer. Doch erste Infos sickern durch.

Update vom 1. Januar, 12.15 Uhr: . „Nach dem Silvesterwochenende werden wir den Effekt der Weihnachtstage sehen“, sagte der Berliner Amtsarzt Patrick Larscheid gegenüber der Deutschen Presse Agentur. Er halte einen Lockdown bis zum Frühjahr für unausweichlich: „Wir haben weiter irre hohe Infektionszahlen.“

„Wir müssen bitte noch ein paar Monate durchhalten“, führte Larscheid weiter an. „Man müsste jetzt einen Appell an die Bevölkerung richten, dass wir uns das alles zumuten müssen.“ In der Hauptstadt sei die Pandemie aktuell nicht wirkungsvoll kontrolliert, da sich das Verhalten der Menschen nicht ändere. „Ich weiß auch nicht, wie man das den Leuten das klarmachen soll. Denn ich kann jeden verstehen, der sagt: Ich bin so müde von alldem“, so der Berliner Amtsarzt.

„Natürlich wird es nach dem 10. Januar weitergehen mit einem Lockdown“, sagte er. „Vernünftigerweise sollte die Politik jetzt schon sagen: Bis Ende März oder bis Ende April kann sich nichts ändern.“ Oder: „Kommt mal alle runter von dem Trip, dass wir jede Woche das Ganze aufheben können. Eine Rolle rückwärts ist nicht möglich.“

Wolfgang Schäuble zu Corona-Gipfel: Bundestagspräsident wirbt für „ausgewogene Entscheidungen“

Update vom 1. Januar 2021, 9 Uhr: Bundestagspräsident Wolfgang Schäuble (CDU) mahnt im Vorfeld des Corona-Gipfels „ausgewogene Entscheidungen“ an. Bei den Maßnahmen „bleibt es zentral, dass die Exekutive die Verantwortung des Einzelnen fest im Blick hält und auf so viel Freiheit wie möglich setzt“, äußerte er sich gegenüber der Neuen Osnabrücker Zeitung. Es sei schier unmöglich, per Gesetz jeden Corona-Todesfall zu verhindern, so Schäuble. Die Politik könne die Abwägung zwischen dem Schutz des Lebens und den Nachteilen der Corona-Maßnahmen „nicht komplett per Verordnung oder Gesetz auflösen kann, sondern dass die Verantwortung auch in den Händen der Ärzteschaft, von Wissenschaft und Ethikern liegt“.

„Gesperrte Häfen, geschlossene Märkte und unterbrochene Lieferketten treffen Bauern hart. Sie können ihre Ernte nicht mehr verkaufen, und es fehlt ihnen an Dünger und Saatgut, die Nahrungsmittelpreise steigen dadurch massiv“, sagte Schäuble mit Blick auf Warnungen der UNO und der Welthungerhilfe vor Millionen von Unterernährung und Hungertod bedrohten Menschen. „Das zeigt die komplexen Zusammenhänge: Wir können nicht um jeden Preis jedes Leben schützen, und alles andere muss dahinter zurücktreten.“

Corona-Gipfel: Entscheidung über Lockdown-Verlängerung - Politiker äußern sich einhellig

Update vom 31. Dezember, 19.46 Uhr: Man könnte sagen, sie gehen einhellig ins neue Jahr - und das ist nicht so oft der Fall: Von den Ministerpräsidenten, aus dem Kanzleramt und von der SPD-Spitze dringen immer wieder Zitate an die Öffentlichkeit, man werde den Corona-Lockdown beim bevorstehenden Gipfel am 5. Januar verlängern.

„Es bedarf mehr Zeit, bis wir an eine Lockerung denken können“, sagte zuletzt etwa die rheinland-pfälzische Ministerpräsidentin Malu Dreyer (SPD) gegenüber der Rheinischen Post. „Der Lockdown ist und war notwendig, und er muss wohl auch Anfang Januar verlängert werden“, unterstreicht auch Tobias Hans (CDU) aus dem Saarland diesen Eindruck gegenüber der Zeitung. Da steigt auch die SPD-Vorsitzende Saskia Esken mit ein: „Ich glaube nicht, dass wir Zahlen haben werden, die uns Lockerungen im Januar erlauben“, sagte sie den Zeitungen der Funke Mediengruppe. Die Richtung für den Anfang des Jahres scheint also klar.

Corona: Deutsche Krankenhausgesellschaft warnt vor Überforderung, wenn Lockdown nicht verlängert wird

Update vom 31. Dezember, 11.26 Uhr: Forderungen, die Corona-Beschränkungen im Januar noch zu verlängern, kommt nun auch vonseiten der Deutschen Krankenhausgesellschaft DKG. „Es muss bei den Kontaktbeschränkungen über den 10. Januar hinaus bleiben. Ansonsten wird es zu einer Überforderung der Krankenhäuser kommen“, so die Warnung des Präsidenten der Deutschen Krankenhausgesellschaft (DKG), Gerald Gaß. „Die Zahlen werden frühestens ab Mitte Januar zurückgehen, wenn denn der Lockdown wirkt.“

Gaß macht seine Sorge noch einmal deutlich: „Wir verzeichnen weiterhin eine steigende Belegung der Krankenhäuser mit Patienten, die an Covid-19 erkrankt sind. Mittlerweile sind es etwa doppelt so viele wie in der ersten Welle.“

Vor Merkels nächstem Corona-Gipfel am 5. Januar: SPD-Ministerpräsidentin für Lockdown-Verlängerung

Update vom 31. Dezember, 09.53 Uhr: „Wir können erst dann größere Lockerungen vornehmen, wenn wir auch über einen längeren Zeitraum wieder Inzidenzwerte von deutlich unter 50 haben“, sagt nun auch Mecklenburg-Vorpommerns Ministerpräsidentin Manuela Schwesig (SPD). Damit macht eine weitere Ministerpräsidentin Andeutungen in Richtung des Corona-Gipfels mit Angela Merkel am 5. Januar, kommenden Dienstag.

Für Schwesig stehen zwei Punkte im Fokus: Der Schutz der Gesundheit und die Kinder. Für alle Lockerungen in Gastronomie und Handel sieht sie derzeit aber noch wenig Handlungsspielraum.

Manuela Schwesig (SPD), die Ministerpräsidentin von Mecklenburg-Vorpommern, spricht vor dem Seniorenquartier Schwerin mit Senioren die aus dem Fenster schauen und auf ihre Impfungen gegen Corona warten.

Anhaltende Lockdown-Maßnahmen bei Corona-Gipfel? Dietmar Woidke (SPD) bestätigt Tendenz

Update vom 30. Dezember, 19.25 Uhr: Einem Medienbericht zufolge wollen Kanzlerin und Ministerpräsidenten beim nächsten Corona-Gipfel am 5. Januar die Lockdown-Maßnahmen verlängern (siehe Update vom 30. Dezember, 18.20 Uhr). Ein weiterer Ministerpräsident, der sich nun sehr sicher im weiteren Vorgehen zeigt, ist der brandenburgische Ministerpräsident Dietmar Woidke (SDP). „Ich bin mir sicher, dass es nach dem 5. Januar - der nächsten Konferenz mit der Bundeskanzlerin - keine Lockerungen der jetzigen Einschränkungen geben kann“, sagte Woidke der Deutschen Presse-Agentur. „Daran ändert auch die begonnene Impfkampagne nichts. So viel Ehrlichkeit muss sein.“

Zumindest einen kleinen Hoffnungssimmer erkennt Woidke dann aber doch: „Das Virus wird uns noch über Monate begleiten - aber mit stetig abnehmender Dramatik.“ Ein gewisser Optimismus für das Jahr 2021 sei daher gegeben.

Corona-Lockdown: Laut Medienbericht soll Lockdown um zwei bis drei Wochen verlängert werden

Update vom 30. Dezember, 18.20 Uhr: Es hatte sich schon mehr als angedeutet, nun scheinen sie sich einig: Laut Bild-Informationen wollen die Ministerpräsidenten und Kanzlerin Angela Merkel (CDU) am 5. Januar den Lockdown verlängern, womöglich um zwei oder drei Wochen.

Die Infos sollen aus einer Schalte des Kanzleramtschefs Helge Braun mit den Staatskanzlei-Chefs der Länder stammen. Sollte dies so kommen, würden Gaststätten, Hotels, viele Geschäfte und Dienstleister weiter geschlossen bleiben. Laut Bild drängt das Kanzleramt auch darauf, dass die Schulmaßnahmen verlängert werden.

Womöglich wird es auch vor dem nächsten Corona-Gipfel ein Experten-Gespräch geben. Dabei sollen nach Bild-Informationen etwa RKI-Chef Lothar Wieler, Virologe Christian Drosten und Immunologe Michael Meyer-Hermann vom Helmholtz-Institut teilnehmen.

Corona-Lockdown: Sachsens Landeschef lassen die Besuche auf der Intensivstation nicht los

Update vom 30. Dezember, 15.31 Uhr: „Es gibt noch keine Entwarnung. Es wird noch eine Weile dauern. Vor uns liegen die vielleicht härtesten Wochen dieser Corona-Pandemie.“ Eindeutige Worte, die der sächsische Ministerpräsident Michael Kretschmer (CDU) in seiner am Mittwoch vorab veröffentlichten Neujahrsansprache ausspricht. „Am 11. Januar können wir nicht mit einer Normalisierung rechnen“, sagte er laut dpa weiter. Er ist damit der nächste Landes-Chef, der kein Lockdown-Ende Anfang Januar erkennt (siehe frühere Updates).

Kretschmer fand sehr persönliche Worte. „Ich habe viele Intensivstationen besucht. An den Türen kann man die Namen der Patienten lesen und durch die Fenster die Frauen und Männer an den Beatmungsgeräten erkennen. Sie alle wollen leben. Sie wollen erleben, wie die Enkel in die Schule kommen und bei der Hochzeit ihrer Kinder dabei sein oder einfach nur im kommenden Jahr wieder im Garten sitzen und die Blumen blühen sehen.“ Nach diesen Besuchen habe er lange Zeit keine Ruhe gefunden: „Für mich ist vollkommen klar: Lockerungen kann es nur geben, wenn die Zahl der Patienten in den Krankenhäusern abgenommen hat. Und wenn in den Gesundheitsämtern die Kontaktnachverfolgung wieder gewährleistet werden kann.“

Kretschmer appellierte an die Bürger, sich impfen zu lassen und zusammenzuhalten: „Es liegt an uns allen, an jedem von uns, wie es weitergeht.“ Sachsen weist neben Thüringen im Bundesvergleich weiterhin sehr hohe Corona-Fallzahlen auf. Die komplette Neujahrsansprache soll am 1. Januar um 19.25 Uhr im MDR-Fernsehen ausgestrahlt werden.

Spahn zum Corona-Lockdown: „Sehe nicht, wie wir zurückkehren können in den Modus vor dem Lockdown“

Update vom 30. Dezember, 12.00 Uhr: „Diese Zahlen belegen, wie brutal das Virus immer noch zuschlägt“, sagte Jens Spahn (CDU) in einer Pressekonferenz am Mittwoch angesichts der hohen Corona-Todes- und Infektionszahlen. „Ich sehe also nicht, wie wir in dieser Situation zurückkehren können in den Modus vor dem Lockdown.“ Zwar wolle er nicht den Beratungen von Kanzlerin Merkel und den Länderchefs vorweggreifen, aber: von einer Normalität sei man noch sehr weit entfernt.

Am Mittwoch wurde zum ersten Mal die Marke von 1000 gemeldeten Todesfällen pro Tag überschritten. „1129 Familien werden diesen Jahreswechsel in Trauer erleben“, sagte der CDU-Politiker dazu. Außerdem meldeten das Robert Koch-Institut 22.459 Neuinfektionen. Die 7-Tages-Inzidenz liegt deutschlandweit bei 141,3.

Corona-Lockdown: Spahn präsentiert Deutschen in „Tagesthemen“ heftigen Dämpfer - „Das sehe ich nicht“

Update vom 29. Dezember, 21.35 Uhr: Die Menschen in Deutschland müssen sich wohl auf einen deutlich verlängerten Lockdown einstellen - darauf hat nun auch Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU) die Bürger vorbereitet. Er hält eine Aufhebung zum angedachten Termin - dem 10. Januar - für unrealistisch.

„Stand heute sind wir jedenfalls mit den Zahlen bei weitem noch nicht da, wo wir hin müssen“, sagte Spahn mit Blick auf die Corona-Neuinfektionen im Interview mit den ARD-„Tagesthemen“ am Dienstag. Deshalb werde es auch nach dem 10. Januar „ohne Zweifel Maßnahmen geben“.

Gesundheitsminister Jens Spahn bei einer Pressekonferenz am 18. Dezember.

„In welchem Umfang, das müssen wir Anfang Januar mit den Bundesländern entscheiden“, fügte Spahn hinzu. Es sei aber absehbar, dass die Zahlen bis dahin nicht so niedrig seien, „dass wir einfach in den Vorlockdown-Modus zurück können. Das sehe ich nicht“, sagte der Minister.

Spahn trat zudem dem Eindruck entgegen, der Rest der Welt habe deutlich mehr Impfstoffdosen als Deutschland. „Wir beginnen alle unter den Bedingungen der Knappheit“, erklärte er.

Corona-Lockdown: Armin Laschet dämpft Hoffnung auf ein rasches Ende

Update vom 29. Dezember, 16.51 Uhr: Vieles deutet darauf hin, dass der Corona-Lockdown in Deutschland über den 10. Januar hinausgeht. Nachdem sich zuvor bereits einige Politiker geäußert hatten (siehe vorherige Updates) dämpft nun auch Armin Laschet (CDU) die Hoffnungen auf ein baldiges Lockdown-Ende.

Der nordrhein-westfälische Ministerpräsident sieht derzeit „wenig Raum“, dass die Maßnahmen im Januar beendet werden können. Gesundheitsämter und Testlabore würden über die Feiertage nur bedingt arbeiten, sagte Laschet am Dienstag im ARD-Mittagsmagazin. Darum würde das Corona-Infektionsgeschehen im Moment nicht vollständig abgebildet.

Corona-Lockdown: Berlin-Bürgermeister Müller rechnet „weiterhin mit Einschränkungen“

Update vom 29. Dezember, 13.01 Uhr: Berlins Regierender Bürgermeister Michael Müller (SPD) rechnet auch über den aktuellen, vorerst bis zum 10. Januar befristeten Lockdown hinaus mit einschränkenden Corona-Maßnahmen. „Ich gehe fest davon aus, dass wir weiterhin mit Einschränkungen leben müssen“, sagte Müller, derzeit Vorsitzender der Ministerpräsidentenkonferenz, am Dienstag im ZDF-„Morgenmagazin“.

Das Ausmaß müsse anhand der Zahlen bewerten werden. Es sei allerdings zu sehen, dass die Infektionszahlen auf einem sehr hohen Stand stagnierten oder bestenfalls leicht zurückgingen. „Insofern rechne ich damit, dass wir im Januar auch weiter Einschränkungen erleben.“ Müller verteidigte die Strategie, jeweils angepasst an die aktuellen Zahlen zu entscheiden. „Wir sind damit ja auch ganz gut gefahren.“ Der Start der Impfkampagne werde die Lage nun weiter entlasten.

Corona-Lockdown: Lauterbach gegen normalen Schulbetrieb - „das geht nicht“

Derweil hat sich SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach gegen eine Rückkehr zum normalen Schulbetrieb* nach dem 10. Januar ausgesprochen. „Nach dem Lockdown darf es keine Rückkehr zum regulären Präsenzunterricht geben. Maske, Lüften plus 30 Kinder geht nicht, ansonsten droht wieder exponentielles Wachstum der Infektionszahlen“, sagte Lauterbach der Rheinischen Post.

Er forderte „bundesweit geteilte Klassen, zusätzliche Unterstützung für Lernschwächere, ausnahmslose Maskenpflicht in den Schulgebäuden und verkürzte Sommerferien zum Ausgleich der Defizite“. Verkürzte Sommerferien hatte vor kurzem auch schon der Deutsche Kinderschutzbund gefordert und sich im Gegenzug für eine Verlängerung der Weihnachtsferien bis Ende Januar ausgesprochen.

Corona-Lockdown: Normales Leben noch vor dem Sommer? CDU-Politiker Rüddel macht Hoffnung 

Update vom 29. Dezember, 9.34 Uhr: Wann ist die Corona-Pandemie beendet? Deutschlands führende Politiker um Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) und Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU) hielten sich bei der Beantwortung dieser Frage zuletzt bedeckt und mahnten zur Geduld. Man wolle nichts versprechen, was am Ende nicht eingehalten werden könne. Ein Parteikollege aus der Union schlägt dahingehend nun überraschend andere, forschere Töne an.

Denn geht es nach Erwin Rüddel (CDU), Vorsitzender des Bundestags-Gesundheitsausschusses, werde Deutschland die Pandemie noch vor dem Sommer besiegt haben. Der 65-Jährige meinte gegenüber Bild.de anlässlich der nun an Fahrt aufnehmenden Impfungen: „Wir haben Herdenimmunität, wenn mindestens 60 Prozent der Bevölkerung geimpft sind. Nach meiner Meinung wird das vor der Sommerpause sein, dass wir dieses Ziel erreicht haben.“

Erwin Rüddel ist seit 2009 Mitglied des Deutschen Bundestages und seit 2018 Vorsitzender des Ausschuss für Gesundheit.

Rüddel hoffe sogar, dass es noch schneller gehe, weil gegenwärtig die Produktionskapazitäten für Impfstoffe erhöht würden. Damit dies klappe, setze der Politiker auch auf die Impfbereitschaft der Bevölkerung. Über das Ende des Lockdowns berichten unterdessen auch die Kollegen von wa.de* und erkennen klare Prognosen aus Berlin und den Bundesländern.

Corona-Lockdown: Merkel-Vertrauter Braun vermutet Fortsetzung der Maßnahmen

Update vom 28. Dezember, 17.24 Uhr: „Ich rechne damit, dass wir zunächst am 5. Januar, wenn wir uns das nächste Mal treffen, das Ganze noch nicht genau beurteilen können und deswegen den Lockdown noch fortsetzen müssen“ - so beurteilt inzwischen auch Kanzleramtschef Helge Braun (CDU) die Lage recht klar. Er zeigte heute eine klare Geste - und legte selbst Hand bei Impfungen an:

Verlängerung des Lockdowns? Viele Ministerpräsidenten aus CDU und SPD scheinen sich bereits einig

Update vom 28. Dezember, 17.00 Uhr: Immer mehr deutet sich an, dass der harte Corona-Lockdown in Deutschland über den 10. Januar hinaus verlängert wird.

Neben den Ministerpräsidenten Reiner Haseloff (Sachsen-Anhalt, CDU) und Bodo Ramelow (Thüringen, Linke) wagte die Landeschefin von Mecklenburg-Vorpommern, Manuela Schwesig (SPD), eine entsprechende Prognose.

„Ich gehe davon aus, dass wir die Maßnahmen verlängern müssen“, sagte Schwesig im Bild-Talk „Die richtigen Fragen“: „Wir müssen deutlich unter eine Inzidenz von 50 kommen, damit wir wieder in besserem Fahrwasser sind - und das wird noch eine lange Strecke. Der Schein trügt. Die niedrigen Zahlen jetzt über die Feiertage müssen wir wirklich vorsichtig sehen.“

Über Weihnachten waren die Corona-Fallzahlen bundesweit zurückgegangen, weil deutlich weniger getestet wurde und auch die Übertragung der Daten zwischen den Behörden länger dauert.

Corona-Lockdown in Deutschland: Baden-Württemberg will Schulen und Kitas nach dem 10. Januar öffnen

Update vom 28. Dezember, 14.30 Uhr: „Ich gehe davon aus und werbe sehr dafür, dass wir Kitas und Grundschulen in jedem Fall wieder in Präsenz öffnen und auch Klasse 5, 6 und 7 sowie die Abschlussklassen im Blick haben - unabhängig von den Inzidenzzahlen.“ Mit diesen Worten spricht sich Baden-Württembergs Kultusministerin Susanne Eisenmann (CDU) für die Öffnung der Schulen und Kitas nach dem 10. Januar aus. Das berichtet die Deutsche Presse Agentur.

Der Präsenzunterricht, so Eisenmann, sei durch nichts zu ersetzen. Auch lehne sie eine Verlängerung der Weihnachtsferien ab. „Ich würde es für einen Fehler halten, analog zu März und April Schulen, Kitas und Kindertagespflege über viele Wochen hinweg komplett geschlossen zu halten“, führt sie weiter an. Winfried Kretschmann, Ministerpräsident von Baden-Württemberg hatte sich Mitte Dezember zuletzt skeptisch bezüglich Schul-Öffnungen geäußert.

Bodo Ramelow: Einschränkungen mit März - Ministerpräsident mit Prognose für Corona-Entwicklung

Update vom 28. Dezember, 13.41 Uhr: „Wenn die Ministerpräsidenten am 5. Januar erneut beraten, wird nichts auf Lockerungen hindeuten“, sagte Thüringens Ministerpräsident Bodo Ramelow am Montag dem Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND). „Wir
gehen alle davon aus, dass der Lockdown verlängert werden muss.“ Es sei „zu früh, Entwarnung zu geben“. Er richte sich darauf ein, „dass wir bis März mit Einschränkungen leben müssen“, sagte der Linke-Politiker.

Am 5. Januar werden Kanzlerin Angela Merkel und die Länder-Chefs über Lockerungen oder eine Lockdown-Verlängerung sprechen. Ziel ist es, die Zahl der Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner innerhalb einer Woche auf unter 50 zu drücken. In Thüringen liegt die 7-Tages-Inzidenz aktuell bei 288 - deutschlandweit bei 158. Außerdem werden durch die Feiertage starke Meldeverzögerungen erwartet. Die Zahlen könnten also bald wieder steigen.

Ende des Corona-Lockdowns? Erster Ministerpräsident spricht Klartext - nächstes Treffen im Januar

Update vom 28. Dezember, 12.00 Uhr: Das Robert-Koch-Institut habe zwar deutlich weniger Neuinfektionen gemeldet, die Zahlen seien aber mit Vorsicht zu genießen, da aktuell weniger gemeldet wird. Das teilte Ulrike Demmer, stellvertretende Sprecherin der Bundesregierung, in einer Pressekonferenz mit. Für ein realistisches Bild müssten diese Zahlen abgewartet werden.

Die überwiegende Mehrheit der Bevölkerung stimme den geltenden Eindämmungsmaßnahmen zu. Das Infektions-Geschehen und die Dynamik hänge von unser aller Verhalten ab, macht Demmer deutlich. Der wichtigste Schlüssel sei die deutliche Reduktion der Kontakte, das gelte auch für Silvester. Sie verweist darüber hinaus auf die nächste Ministerpräsidenten-Konferenz am 5. Januar.

Machen Sie mit bei unserer Corona-Umfrage und sichern Sie sich Ihre Chance auf einen Gewinn

Wie erleben Sie die Corona-Pandemie? Wie verändern sich Ihr Wohlbefinden, Ihre sozialen Kontakte, Ihre Arbeits­situation? In einer groß angelegten Studie will das gemeinnützige Forschungsinstituts ISDC herausfinden, was die Pandemie sozial, psychologisch und ökonomisch für uns bedeutet. Sie, liebe Leserinnen und Leser, können bei dieser Befragung mitmachen – und dabei gewinnen: Unter allen Teilnehmern im Dezember verlost das ISDC zehn Einkaufsgutscheine im Wert von je 50 Euro.
Die Teilnahme ist nur online möglich unter dem Link: www.lifewithcorona.org/mm-tz
Weitere Infos zu der Befragung finden Sie hier.

Ende des Corona-Lockdowns? Erster Ministerpräsident spricht Klartext - er gilt als Merkel-Vertrauter

Erstmeldung vom 27. Dezember, 21.00 Uhr: München/Magdeburg - 13.700 Neuinfektionen mit dem heimtückischen Coronavirus meldete das Robert-Koch-Institut (RKI) aus Berlin am Morgen des 27. Dezembers - und damit kurz nach Weihnachten.

Die Corona-Fallzahlen waren damit auf den ersten Blick rückläufig - doch die Behörden beschwichtigten schnell. Zwischen den Feiertagen werde weniger getestet, und nicht alle Gesundheitsämter würden konstant ihre Daten übermitteln, hieß es.

Coronavirus-Pandemie in Deutschland: Wegen hoher Corona-Fallzahlen gilt ein harter Lockdown

Währenddessen gilt in Deutschland bis zum 10. Januar der zweite harte Lockdown dieser Coronavirus-Pandemie. Hoffnung macht vielen die angelaufene Corona-Impfung, im Januar sollen drei bis vier Millionen weitere Impfstoff-Dosen in der Bundesrepublik verteilt werden. Und damit ist der Lockdown bald zu Ende? Lockerungen sind in greifbarer Nähe?

Ein Vertrauter von Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) machte solche Aussichten jetzt mit nur einem einzigen TV-Interview zunichte: Reiner Haseloff (CDU), Ministerpräsident von Sachsen-Anhalt. Unter anderem als Mitglied des CDU-Bundesvorstandes ist er nah an Merkels Politik dran.

Coronavirus-Pandemie in Deutschland: Wann endet der harte Lockdown? Reiner Haseloff spricht Klartext

„Eine schnelle Lockerung ist derzeit überhaupt nicht abzusehen, weil die Zahlen aktuell einfach besorgniserregend sind - und zwar deutschlandweit. Das Entscheidende ist das individuelle Verhalten der Bürgerinnen und Bürger“, sagte der 66-jährige Landeschef aus Magdeburg am Sonntag (27. Dezember) der ARD-Tagesschau: „Solange nicht eine hohe Impfquote erreicht ist, werden die entsprechenden Hygienemaßnahmen darüber mitentscheiden.“

Reiner Haseloff (CDU) Ministerpräsident von Sachsen-Anhalt, Antonio Guterres, Generalsekretaer der Vereinten Nationen, Angela Merkel (CDU), Bundeskanzlerin, und Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier (v.li.) am 18. Dezember im Bundestag.

Die hohen Fallzahlen ließen es zuletzt erahnen. Doch jetzt hat erstmals ein Spitzenpolitiker Klartext gesprochen: Der harte Lockdown wird Deutschland auch Anfang 2021 begleiten, weitreichende Lockerungen sind vorerst wohl nicht in Sicht. (pm) *Merkur.de gehört wie wa.de zum bundesweiten Ippen-Digital-Redaktionsnetzwerk

Machen Sie mit bei unserer Corona-Umfrage und sichern Sie sich Ihre Chance auf einen Gewinn

Wie erleben Sie die Corona-Pandemie? Wie verändern sich Ihr Wohlbefinden, Ihre sozialen Kontakte, Ihre Arbeits­situation? In einer groß angelegten Studie will das gemeinnützige Forschungsinstituts ISDC herausfinden, was die Pandemie sozial, psychologisch und ökonomisch für uns bedeutet. Sie, liebe Leserinnen und Leser, können bei dieser Befragung mitmachen – und dabei gewinnen: Unter allen Teilnehmern im Dezember verlost das ISDC zehn Einkaufsgutscheine im Wert von je 50 Euro.
Die Teilnahme ist nur online möglich unter dem Link: www.lifewithcorona.org/mm-tz
Weitere Infos zu der Befragung finden Sie hier.

Rubriklistenbild: © Bernd von Jutrczenka/dpa

Auch interessant

Kommentare