Sandra Maischberger führt durch die Sendung
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Sandra Maischberger führt durch die Sendung

Schwesig räumt Versäumnisse ein

Corona bei Maischberger: Hat Merkels Regierung eine Strategie? Gäste fällen vernichtendes Urteil

Kurz nach der Bund-Länder-Konferenz diskutierte Sandra Maischberger mit Ministerpräsidentin Manuela Schwesig und Gästen über die Verlängerung des Shutdowns.

  • maischberger. die woche“ stellt die Frage an die Runde: Werden die Maßnahmen wirken?
  • Lamya Kaddor bemängelt die Kommunikation der Bundesregierung zu Corona-Maßnahmen
  • Schwesig gibt zu: Wir wünschen uns Verbesserungen der Corona-Warn-App
  • Smudo präsentiert neue Corona-App zur leichteren Nachverfolgung

„maischberger. die woche“ - diese Gäste waren dabei:

  • Manuela Schwesig (SPD) - Ministerpräsidentin Mecklenburg-Vorpommerns
  • Smudo - Musiker bei den Fantastischen Vier
  • Cihan Çelik - Lungenarzt und genesener Covid-19-Intensivstationpatient                                                            
  • Dirk Brockmann - Pandemieforscher

In der „maischberger“-Expertenrunde saßen dieses Mal:

  • Markus Feldenkirchen -„Spiegel“-Kolumnist
  • Lamya Kaddor - Islamwissenschaftlerin und Publizistin
  • Hans-Ulrich Jörges - Journalist, ehemals „Stern“-Chefredaktion

„Hat die Bundesregierung eine Strategie?“, fragt Sandra Maischberger ihre Gäste

Die Lage ist ernst. 410 Corona-Tote verzeichnete das RKI am Dienstag. „Das ist die höchste Zahl, die wir bisher hatten in Deutschland“, kommentiert Sandra Maischberger in ihrer direkt nach der Bund-Länder-Konferenz ausgestrahlten Sendung. Und fragt ihre aktuelle Expertenrunde als erstes provokant: „Sehen Sie eine Strategie der Bundesregierung?“

Ex-Stern-Journalist Hans-Ulrich Jörges sagt: Nein. Die Publizistin Lamya Kaddor stimmt zu und kritisiert die Kommunikation der Bundesregierung, die den Menschen offensichtlich nicht die ganze Wahrheit zutraue: „Erst anzukündigen, wir machen das jetzt im November, damit wir Weihnachten feiern können - und dann kurz vor Ende des Monats sagen: ,Ach, jetzt verlängern wir doch noch mal …’“, finde sie sehr, sehr schwierig.

Kritik bei „maischberger. die woche“: Wieso gibt es immer noch keine FFP2-Masken für Lehrer?

Kaddor, die auch als islamische Religionslehrerin arbeitet, weist zudem darauf hin, dass der Zielpunkt „Weihnachten“ einen erheblichen Teil der Bevölkerung - unter anderem alle Nicht-Christen - ausschließe. Enttäuschend sei auch, die Bitte nach kostenlosen FFP2-Masken und wöchentlichen Tests in systemrelevanten Berufen weiterhin zu ignorieren. Spiegel-Kolumnist Markus Feldenkirchen ergänzt die Kritik im Bezug auf die Corona-App: Da ginge doch viel mehr!

Manuela Schwesig - zugeschaltete Ministerpräsidentin des derzeit vorbildlichsten Bundeslandes Mecklenburg-Vorpommern mit Fallzahlen weit unter dem Bundesdurchschnitt - lässt die Kritik zu: „Gerade was die Hilfsmittel angeht“, sagt sie, „kann man das nicht wegdiskutieren!“ Und sie wird konkret: „Wir sind der Überzeugung, dass mehr möglich wäre bei der Corona-Warn-App.“ Da könne der Bund noch nachlegen.

Schwesig bei „maischberger. die woche“: Kontaktbeschränkungen auch noch im Januar

Grundsätzlich verteidigt Schwesig die drastischen Einschnitte, verweist nochmal ausführlich auf die dem neuen Corona-Gesetz gemäßen Abstimmungen und prognostiziert: „Ich gehe davon aus, dass wir auch noch im Januar Kontaktbeschränkungen brauchen“. Die Kunst sei es, „eine gute Balance zwischen dem, was möglich und dem, was nötig ist“, zu halten. Und sie sagt klar: „Niemand kann in dieser Pandemie seriös eine Planungssicherheit geben!“

Sandra Maischberger spielt mit dem Epidemiologen Dirk Brockmann das Konzept sich bis zum Frühjahr abwechselnder Shutdowns und Öffnungen durch und zeigt an einer Grafik, wie es auf diese Weise gelingen könnte, die Fallzahlen im Rahmen zu halten. Brockmann stimmt Schwesig zu: Das Virus lasse sich durch Maßnahmen eindämmen. „Das ist keine Naturkatastrophe wie ein Tornado oder so, die man nicht aufhalten kann“.

Die Fantastischen Vier bringen eigene Corona-App auf den Markt

Zum Thema App ist Deutsch-Rapper Smudo von den Fantastischen Vier im Studio zu Gast. Die geplante Deutschland-Tour hatte die Band absagen müssen. Die freie Zeit nutzten die derzeit außer Gefecht gesetzten Musiker auch, um mit dem Berliner Unternehmen neXenio die Entwicklung der Corona-App „luca“ voranzutreiben, die am 30. November an den Start geht.

Smudo stellt klar: Die App sei keine Konkurrenz, sondern eine Ergänzung zur Corona-Warn-App des Bundes und soll vor allem die Gesundheitsämter entlasten und die schriftliche Datenerfassung mithilfe von QR-Codes digitalisieren und direkt weiterleiten. Brockmann lobt das sichere Datenschutzkonzept der App, das sei „superclever“.

„maischberger. die woche“: Weihnachten ist wichtig für die Psyche

„Und was ist nun mit Weihnachten?“, will Maischberger unter anderem von Schwesig wissen, die Einblicke in ihre privaten Pläne: gibt: Das „große Adventsessen“ sei abgesagt, man feiere mit der engsten Familie in Schwerin und Brandenburg. Die Ministerpräsidentin: „Ich glaube fest daran, dass diese Zeit für den sozialen Zusammenhalt wichtig ist!“ Feldenkirchen weist darauf hin - ob Christ oder nicht - man dürfe bei aller Gesundheitsvorsorge „die sozialen und psychischen Aspekte an diesem besonderen Tag nicht außer Acht lassen“.

Fazit der Sendung „maischberger. die woche“ zur Verlängerung der Corona-Maßnahmen

Sehr aktuell mit verspätetem Start im Anschluss an die Maßnahmen-Konferenz war der Talk zwar, aber er blieb dünn. Smudo durfte seine App-Alternative bewerben, Schwesig die Maßnahmen rechtfertigen, Kritik zu Detailfragen perlte ab.

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