Flüssigkeit tropft aus der Kanüle einer Spritze, daneben Kommentator Christian Deutschländer
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Ein Kommentar von Christian Deutschländer

Kommentar zum Impf-Gipfel

Auf Merkel rollen drängende Fragen zu - neues Chaos könnte auch Stadt München spektakulär um die Ohren fliegen

  • Christian Deutschländer
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Jens Spahns Impfgipfel ist nur eine Art Ventil. Wenn sich München und Berlin nicht vorbereiten, könnte es ihnen spektakulär um die Ohren fliegen. Ein Kommentar von Christian Deutschländer.

  • In der Corona-Pandemie hat die deutsche Politik den Impf-Start gegen das Virus verstolpert.
  • Nun soll der „Impfgipfel“ mit Bundesgesundheitsminister Jens Spahn helfen.
  • Christian Deutschländer, Ressortleiter Politik des Münchner Merkur, glaubt nicht, dass die Beratungen eine schnelle Lösung bringen können.

In Rekordzeit haben die besten Forscher der Welt, viele davon aus Europa, mehrere Corona-Impfstoffe entwickelt. Und in Rekordzeit hat es die EU geschafft, diesen Triumph als Trümmerhaufen erscheinen zu lassen. Im Zorn über die schlechte Einkaufspolitik in Brüssel sammeln sich Trauer, Sorge vor den schweren Schäden jedes einzelnen Lockdown-Tages und Ungeduld. Weil sich Brüssel leider so fern anfühlt und Kommissionspräsidentin von der Leyen nicht von den Bürgern gewählt ist, bekommen primär die Nationalregierungen den Groll ab.

Auf Merkel rollen drängende Fragen zu - neues Chaos könnte auch München spektakulär um die Ohren fliegen

Jens Spahns „Impfgipfel“ ist deshalb auch nur eine Art Ventil. Der Druck aus den Ländern steigt, ablesbar an den immer schärferen Einlassungen des Bayern Söder, der monatelang kein böses Wort Richtung Berlin sagte. Auf Spahn und Kanzlerin Merkel persönlich rollt die Frage zu, warum sie nicht doch im nationalen Interesse für Deutschland Impfstoff orderten. Diese Frage ist gefährlich, weil sie an den Grundfesten des europäischen Projekts rührt; weil die EU-weite Beschaffung eigentlich goldrichtig war. Aber ist sie, gerade unter dem Eindruck des tausendfachen Sterbens unserer Alten, verboten?

Der Impfgipfel kann keine schnelle Lösung bringen, vielleicht nur Linderung, wenn Kapazitäten umverteilt werden. Zudem muss sich die deutsche Politik dringend auf Phase 2 vorbereiten. Später im Frühjahr wird viel Impfstoff da sein (ja, auf lange Sicht hat Brüssel genug geordert). Wenn dann der neue Impf-Engpass ein Organisationschaos sein sollte, fliegt das München und Berlin spektakulär um die Ohren.

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