Blick auf einen Schreibtisch, daneben Kommentator Christian Deutschländer
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Ein Kommentar von Christian Deutschländer

Merkur-Kommentar zur Homeoffice-Pauschale

Der Heim-Arbeiter als Depp: Warum sich Merkels GroKo diesmal ein „Passt schon“ leisten darf

  • Christian Deutschländer
    vonChristian Deutschländer
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Die Regierung will Arbeitnehmer, die von zuhause aus arbeiten, steuerlich entlasten. Von fünf Euro pro Tag ist die Rede. Besser als nichts, aber dennoch karg. Ein Kommentar.

München - Bleibt daheim und arbeitet dort, bittet der Staat. Doch wer sich dran hält, muss sich bisher steuerlich fühlen wie der Depp: Die Pendlerpauschale wird gekürzt, das Arbeitszimmer aber nicht anerkannt, weil im dritten Regal von links ein privater Bildband steht. Es ist also keine Güte des Staates, sondern einfach überfällig, dass jetzt eine Pauschale unkompliziert Heimarbeiter entlasten soll – auch jene, die sich bei immensen Mieten kein abgeschlossenes Arbeitszimmer leisten. Fünf Euro am Tag sind wirklich karg, sollte das mit Entfernungs- sowie Arbeitnehmerpauschale verrechnet werden – aber besser als nichts.

Arbeiten im Homeoffice: Weniger Bürokratie in der Pandemie

In diesem Fall steuern Finanzpolitiker der Koalition, angestupst von den Landesregierungen aus Bayern und Hessen, in die richtige Richtung. Der Staat und die öffentlichen Verwaltungen sind in der Ausnahmesituation Pandemie in einer Bringschuld: Sie müssen von Bürokratie entlasten, wo’s geht, Vorgänge vereinfachen. Jenseits der Finanzpolitik läuft das in einigen Bereichen so, und es läuft gut: Man denke an die unkomplizierte telefonische Krankschreibung, an einigermaßen zügig ausgezahlte Soforthilfen oder an Bayerns nach wie vor goldrichtiges Angebot an Corona-Tests für jeden auch ohne Symptom.

Das ist dann nicht mehr in jedem Einzelfall gerecht, wahrscheinlich gehen auch mal drei Euro verloren. Auf Dauer kann ein Staat auf dem Prinzip „Passt im Zweifel schon“ nicht aufbauen. Aber vorübergehend kommt man mit einer lebensnahen Verwaltungspraxis am besten durch diese Monate der Corona-Extremlage

Ein Kommentar von Christian Deutschländer, Ressortleiter Politik beim Münchner Merkur

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