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Neue Corona-Regeln: Mehr Testen darf nicht zurück in den Lockdown führen

  • Mike Schier
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Die Corona-Zahlen könnten wieder steigen, weil mehr Tests auch asymptomatische Fälle entdecken. Es muss genau beobachtet werden, was die Inzidenz hochtreibt. Ein Kommentar.

München - Das geht ja gut los: Schon zum Auftakt der neuen Corona Grenzwerte herrschte in München am Sonntag vor allem grenzenlose Verwirrung. Über Nacht war der Inzidenzwert über 50 gesprungen. Dürfen die Läden nun frei öffnen oder müssen sie Termine vergeben? Händler wie Kunden rätselten gleichermaßen. Die – richtige – Staffelung von Lockerungen abhängig von der Coronagefahr muss noch nachgebessert werden. Vor allem sollte der Staat eine verlässliche Stelle schaffen, wo man sich auf einen Blick über aktuelle Regelungen informieren kann.

Corona-Krise: Inzidenz als alleiniger Gradmesser ungeeignet - mehr Tests würden zurück in den Lockdown führen

Allerdings muss man mittelfristig die starre Orientierung an der Inzidenz hinterfragen. Je weiter Impfungen sowie Schnell- und Selbsttests voranschreiten, desto weniger scheint der Wert als alleiniger Gradmesser geeignet. Denn die Zahlen werden steigen – zum einen leider wegen der Mutationen und der Zunahme von Kontakten durch Lockerungen. Zum anderen aber dürfte sich auch die rasant zunehmende Zahl der Schnelltests auswirken, vor allem in Schulen.

Asymptomatische Fälle, die früher unentdeckt blieben, werden nun bemerkt. Würde die bessere Teststrategie zurück in den Lockdown führen, wäre das jedoch das Gegenteil des eigentlichen Ziels. Man wird also genau beobachten müssen, welche Faktoren die Inzidenzwerte nach oben treiben.

Zugleich werden wir zumindest etwas höhere Inzidenzwerte bald verkraften können. Dank der Impfungen! Schon jetzt erkranken deutlich weniger der besonders gefährdeten Senioren über 80 – das senkt schwere Verläufe und Todesfälle. Und darauf kommt es letztlich an.

Ein Kommentar vom stellvertretenden Chefredakteur des Münchner Merkur, Mike Schier

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