Das Coronavirus hat die USA weiter im Griff (Symbolbild).
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Das Coronavirus hat die USA weiter im Griff (Symbolbild).

Ungewöhnliche Anklageschrift

Corona: US-Bundesstaat verklagt China wegen Pandemie auf Entschädigung in Milliardenhöhe

Wer ist verantwortlich für das Leid, das das Coronavirus weltweit verursacht? Ein US-Republikaner weiß anscheinend die Antwort.

  • Die Corona-Krise* trifft die USA besonders hart.
  • US-Präsident Trump* hatte China für die Pandemie verantwortlich gemacht.
  • Ein US-Bundesstaat zieht nun gegen Peking vor Gericht.

Für den US-Republikaner Eric Schmitt ist China der Verantwortliche für die Corona-Pandemie* - deshalb ist der Generalstaatsanwalt des US-Bundesstaates Missouri jetzt vor Gericht gezogen und fordert von Peking eine Entschädigung.

Missouri wirft der chinesischen Regierung vor, für die Todesfälle* sowie die wirtschaftlichen Einbußen durch das Virus verantwortlich zu sein. In seinem Bundesstaat gibt es bislang mehr als 6000 bekannte Fälle von Ansteckungen mit dem Sars-Cov2-Virus* - in mehr als 220 Fällen starben die infizierten Menschen anschließend.

Coronavirus in den USA: Entschädigung von China? US-Bundesstaat verlangt Milliarden

Trump selbst hat China für die weltweite Verbreitung des Coronavirus verantwortlich gemacht. Er hatte auch einen vorübergehenden Stopp der US-Beitragszahlungen* an die Weltgesundheitsorganisation (WHO) veranlasst. Der Präsident macht die WHO für die vielen Toten mitverantwortlich und wirft ihr vor, die Pandemie mit Missmanagement und Vertrauen auf Angaben aus China verschlimmert zu haben. 

Der US-Bundesstaat Missouri verlangt Milliarden Dollar an Entschädigung“, schreibt nun zum Beispiel die New York Times zu der ungewöhnlichen Anklage - teilt aber die Einschätzung vieler Medien: „Der Fall hat kaum eine Chance auf Erfolg.“ 

Der Grund: China sei als souveräner Staat geschützt: „US-Gerichte können nicht einfach ausländische Regierungen für schlechte politische Entscheidungen verklagen, selbst dann nicht, wenn diese Entscheidungen katastrophale Auswirkungen haben“, zitiert die US-Zeitung die Jura-Professorin Chimène Keitner von der Universität von Kalifornien.

Corona-Pandemie - „China ist Opfer, nicht Täter“ - Trump soll vor Den Haag ziehen

Ein Sprecher des chinesischen Außenministeriums hatte indes dem Bericht zufolge am Montag erklärt: „Das Virus ist der gemeinsame Feind aller Menschen und kann jederzeit überall zuschlagen. China ist wie alle Länder Opfer und nicht Täter, geschweige denn ein Komplize von Covid-19.“

Dennoch: Eine Gruppe von 22 republikanischen Abgeordneten hat Trump inzwischen aufgefordert, wegen der Pandemie* gegen China vor den Internationalen Gerichtshof in Den Haag zu ziehen. Kritiker werfen Trump dagegen vor, vor der Präsidentenwahl im November von eigenen Versäumnissen ablenken zu wollen.

frs mit Material der dpa

*Merkur.de ist Teil des bundesweiten Ippen-Digital-Redaktionsnetzwerks.

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