Ambitionierter Corona-Plan

Eine Million Impfungen pro Tag: Biden will mehr Tempo und kritisiert Trump

Es geht zu langsam: Für Joe Biden werden nicht genug Amerikaner geimpft und Schuld daran trägt Donald Trumps Regierung. Biden hat nun seinen eigenen Corona-Plan präsentiert.

  • Joe Biden hat seinen Plan im Kampf gegen Corona präsentiert.
  • Dieser ist ambitioniert: Der neue Mann im Weißen Haus will 100 Million Impfungen in 100 Tagen.
  • Kritik gab es an Donald Trumps Vorgehen. Biden schwor seine Landsleute auf einen „harten Winter“ ein.

Wilmington, Delaware - Keine halben Sachen: Der gewählte US-Präsident Joe Biden will bei den Impfungen in den USA mächtig aufs Tempo drücken. Sein Ziel ist nichts weniger als eine Million Impfungen pro Tag. Das gab er auf einer Veranstaltung in seinem Heimatstaat Delaware bekannt, wo er seinen Plan im Kampf gegen Corona präsentierte.

Der Grund für Bidens Tempowunsch ist einfach: Die Strategie der Trump-Regierung braucht zu lange, die Pläne werden nicht eingehalten. Ursprünglich sollten bis zum Jahreswechsel 20 Millionen Bürger der Vereinigten Staaten geimpft sein - die Daten der Gesundheitsbehörde des Landes aber zeigen, dass bisher erst 2,1 Millionen Menschen die Impfung erhalten haben.

Ebenfalls gibt es Probleme bei der Auslieferung. 100 Millionen Dosen sollten im Dezember verteilt werden, erst elf Millionen sind in den Staaten angekommen. Der Zeitplan der Trump-Regierung ist nicht mehr zu halten.

Joe Biden kritisierte in Wilmington den Blockade-Kurs sowie die Corona-Strategie der Trump-Regierung.

Coronavirus in den USA: Biden will 100 Millionen Impfungen in 100 Tagen

Biden hat in einer Ansprache nun seinen eigenen Impfplan aufgezeigt. Anstatt Monate oder Jahre vergehen zu lassen, bis alle Amerikaner geimpft seien, will er dies deutlich schneller bewerkstelligen. Sein Ziel: Eine Million Impfungen pro Tag. „Wir befinden uns in einem sehr dunklen Winter. Es kann gut sein, dass es schlimmer wird, bevor es besser wird“, so Biden.

Um höhere Impfzahlen zu erreichen, will Biden ein Gesetz zur Rüstungsproduktion verabschieden. Mehr Firmen sollen Schutzausrüstungen und medizinisches Impfmaterial herstellen.

Biden ist selbst bereits geimpft, er erhielt eine Impfdose mit dem Stoff von Biontech und Pfitzer.

Auch eine Warnung sprach Biden aus: Er rief seine Mitbürger zum Tragen von Masken auf, warnte vor den „härtesten Wochen“ der Pandemie. In den USA ist nun auch das mutierte Virus angekommen, es wurde in Colorado nachgewiesen.

Corona in den USA: Biden will „In 100 Tagen den Verlauf der Krankheit ändern“ - Seitenhieb auf Trump

Biden stellte klar, dass er nicht versprechen könne, in den ersten 100 Tagen seiner Amtszeit das Virus zu besiegen. Nach Daten der Johns-Hopkins-Universität haben sich 15 Millionen von 330 Millionen Amerikanern mit Corona infiziert.  Biden: „Aber ich bin absolut überzeugt, dass wir innerhalb von 100 Tagen den Verlauf der Krankheit ändern und das Leben in Amerika zum Besseren wenden können.“

Der designierte Präsident stellte auch seinen Kandidaten für das Amt des Gesundheitsministers vor: Es ist Xavier Becerra, bisher Justizminister in Kalifornien. Die Personalie war bereits zuvor enthüllt worden, ebenso wie die von Bidens neuem medizinischem Berater Dr. Anthony Fauci. Der renommierte Virologe war per Video zugeschaltet und sagte: „Ich habe schon viele öffentliche Gesundheitskrisen erlebt, aber diese ist die schwierigste, mit der wir als Nation je konfrontiert waren“, so der 79-Jährige. „Der vor uns liegende Weg wird nicht leicht sein.“

Biden konnte sich einen Seitenhieb auf Vorgänger Donald Trump nicht verkneifen und sagte bezüglich Fauci: „Er wird mir - wie jeder gute Arzt - sagen, was ich wissen muss, nicht, was ich wissen möchte.“ Trump hatte Ratschläge aus der Wissenschaft mehrfach in den Wind geschlagen.

Rubriklistenbild: © Biden Transition TV via CNP /MediaPunch (imago)

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