Joe Biden, Präsident der USA
+
Das Weiße Haus wehrt sich gegen die Lockerungen einzelner Bundesstaaten. Präsident Joe Biden zeigt sich insbesondere von Florida und Texas genervt.

„Wenn Sie schon nicht helfen...“

Corona-Alarm in den USA: Biden genervt! US-Präsident teilt gegen republikanische Gouverneure aus

  • Andreas Schmid
    VonAndreas Schmid
    schließen

In den USA steigen die Corona-Infektionszahlen wieder an. Die Bundesstaaten Florida und Texas kurbeln nun den Lockerungshebel an. Joe Biden wird daraufhin deutlich.

Washington - US-Präsident Joe Biden hat einige republikanische Gouverneure für ihre Corona-Politik gescholten. „Wenn Sie schon nicht helfen, dann gehen Sie wenigstens den Leuten aus dem Weg, die versuchen, das Richtige zu tun“, forderte Biden am Dienstagnachmittag (Ortszeit). Zwei US-Bundesstaaten nannte er explizit als Negativbeispiele. „Nur zwei Staaten, Florida und Texas, sind für ein Drittel aller neuen Covid-19-Fälle im ganzen Land verantwortlich.“

Corona in den USA: Biden kritisiert Gouverneure - „nicht bereit, das Richtige zu tun“

In einigen Bundesstaaten sei die Maskenpflicht an Schulen verboten, monierte Biden. In Texas könnte für Universitäten sogar eine Geldstrafe fällig werden, wenn Lehrkräfte ungeimpfte Studierende zum Tragen einer Maske auffordern. Die beiden republikanischen Gouverneure Greg Abbott aus Texas und Ron DeSantis aus Florida haben sich zuletzt besonders laut gegen eine Maskenpflicht in ihren Staaten ausgesprochen und diese gar verboten.

Biden, der einen weitaus vorsichtigeren Corona-Kurs als sein Vorgänger Donald Trump fährt, hat kein Verständnis für die voranschreitenden Lockerungen. „Nutzen Sie Ihre Macht, um Leben zu retten“, forderte der demokratische Politiker. „Wir brauchen Führungsstärke von allen. Und einige Gouverneure sind nicht bereit, das Richtige zu tun, um diese Pandemie zu bekämpfen.“

Corona in den USA: Biden lobt Impfpflicht - Infektionszahlen steigen

Biden lobte zudem ausdrücklich öffentliche und private Arbeitgeber, die für Ihre Mitarbeiter eine Impfpflicht eingeführt haben. Dies sei kein einfacher Schritt, aber er werde die Unternehmen und Behörden dabei unterstützen. Die US-Regierung hatte vergangene Woche angekündigt, dass ihre Mitarbeiter – landesweit sind das mehrere Millionen – künftig entweder ihre Impfungen nachweisen oder sich regelmäßig auf eine Infektion testen lassen müssen. Mittlerweile sind in den USA 70 Prozent der Erwachsenen mindestens einmal geimpft. Diesen Meilenstein wollte Biden eigentlich schon zum Nationalfeiertag am 4. Juli erreichen, doch zuletzt stagnierte die Impfkampagne in den Vereinigten Staaten.

Aktuell steig die Anzahl der täglichen Impfungen wieder – ebenso wie die der Neuinfektionen. Im Juni war die Zahl der neuen Fälle im Durchschnitt auf rund 10.000 pro Tag gesunken. Seither ist sie aber wegen der ansteckenderen Delta-Variante im Schnitt wieder auf gut 80.000 pro Tag angestiegen. Allein in Florida werden mehr als 10.000 Corona-Patienten in Krankenhäusern behandelt. Auch aufgrund dieser Zahlen kritisiert Biden die Lockerungen im „Sunshine State“ deutlich.

Video: „Wir haben eine Pandemie der Ungeimpften“

USA: Abbott und DeSantis im Fokus - „wie zum Teufel soll ich mit der Maske ein Bier trinken können?“

Es ist nicht das erste Mal, dass die beiden Gouverneure in die Schlagzeilen geraten. Entgegen der Empfehlung aus dem Weißen Haus hatte Abbott in Texas bereits mehrmals massiv gelockert. Im 29-Millionen-Einwohner-Bundesstaat verabschiedete man sich vorzeitig von Maskenpflicht und geschlossenen Restaurants. Es sei „Zeit, Texas 100 Prozent zu öffnen“, sagte Abbott bereits im März. Auch Kontaktbeschränkungen wurden deutlich gelockert. „Das muss ein Ende haben“, so Abbot. Biden kritisierte die Lockerungen als „Neandertalerdenken“.

Sein Amtskollege Ron DeSantis lockte im April Tausende Menschen nach Florida, um die Frühjahrsferien, den sogenannten Spring Break, zu feiern. Dass das als „Superspreader-Event“ kritisierte Schauspiel überhaupt stattfinden konnte, lag insbesondere an den Lockerungen des republikanischen Gouverneurs. „Florida hat offen“ verkündete DeSantis damals stolz. Aufgrund seiner populistischen Politik wird er bereits als der neue Donald Trump bezeichnet. DeSantis will seinen Lockerungskurs indes beibehalten. Zuletzt verkaufte sein Wahlkampfteam T-Shirts mit der Aufschrift des Gouverneur-Zitats „Wie zum Teufel soll ich mit der Maske ein Bier trinken können“. (as/dpa)

Auch interessant

Mehr zum Thema

Kommentare