Ursula von der Leyen steht an einem Pult und spricht, daneben Kommentator Georg Anastasiadis
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EU-Chefin Ursula von der Leyen lernt‘s einfach nicht - Brüssel geht auf Biontech los

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Nach dem Versagen bei der Impfstoffbestellung hätte man von der EU etwas Reumütigkeit erwarten können. Stattdessen wird nun gegen Biontech nachgetreten. Ein Kommentar.

München - Die wieder leicht anziehenden Virus-Inzidenzen erinnern daran, dass die Suche nach der richtigen Balance zwischen Lockdown und Lockerung weiter einem Tanz mit dem Tiger gleicht. Gleich, ob es die Kältewelle im Februar war, die Ermüdung der Bevölkerung, das Voranschreiten der Mutationen oder alles zusammen, was den Anstieg bewirkte: Wir müssen auf der Hut bleiben. Aber es gibt auch Grund zum Optimismus – die ermutigenden Nachrichten von Biontech zeigen, dass es einen Weg zurück in die Normalität gibt. Das Vakzin ist hoch wirksam, und Geimpfte geben das Virus offenbar nicht weiter. Israel fährt das Leben in schnellem Tempo schon wieder hoch.

Umso ärgerlicher, dass das Versagen der EU und der national Verantwortlichen bei der Impfstoffbeschaffung uns Europäer noch länger als nötig im Lockdown gefangen halten wird. Der Gipfel aber ist es, wenn die von EU-Chefin Ursula von der Leyen geleitete Behörde jetzt so tut, als seien die angeblichen Wucherpreise von Biontech schuld daran, dass in Europa noch viele alte Menschen an Covid sterben müssen. Genau das ist jedenfalls der Subtext der in der deutschen Presse aufgetauchten Durchstechereien aus Brüssel. Biontech-Chef Ugur Sahin hat die Vorwürfe vehement zurückgewiesen. Das Schwarze-Peter-Spiel geht also weiter: Die SPD zeigt auf die Union, Berlin zeigt auf Brüssel, Brüssel zeigt auf Biontech. Das einzige, was in der tiefsten Krise seit dem Krieg funktioniert, ist der Verschiebebahnhof für die Verantwortung.

Corona in Deutschland: Verlorene Hoffnung auf die Lernfähigkeit der Verantwortlichen in Brüssel

Einmal mehr zeigt die EU-Chefin, dass sie in Europas wichtigstem Amt eine Fehlbesetzung ist. Statt einfach zuzugeben, dass ihre Kommission sich verzockt hat, dass sie wegen ihrer bürokratischen Struktur vielleicht gar nicht in der Lage war, in einer historischen Notlage adäquat zu handeln, lässt sie ausgerechnet dem Unternehmer, dessen Forschergeist die Welt an vorderster Stelle von einer Geißel befreit, eine Mitschuld an dem schleppenden Impffortschritt zuweisen. Ja, es gibt dank Biontech neue Hoffnung. Vergebens hingegen scheint jede Hoffnung auf die Lernfähigkeit der Verantwortlichen in Brüssel. Vom europäischen Moment der Mondlandung hat die EU-Chefin kürzlich gesprochen. Genau da wünschen viele Bürger sie gerade hin.

Ein Kommentar von Merkur-Chefredakteur Georg Anastasiadis

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