Weniger Neuinfektionen werden in vielen Ländern gemeldet. Offenbar greifen die Beschränkungen allmählich.
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Weniger Neuinfektionen werden in vielen Ländern gemeldet. Offenbar greifen die Beschränkungen allmählich.

Grafiken zeigen Entwicklung

Der lange Weg aus der Corona-Krise - das sind die Unterschiede in einzelnen Staaten

Während Österreich die Zügel langsam lockert, bleibt die Lage in anderen Ländern angespannt. Ein Vergleich zeigt, wie unterschiedlich die Corona-Krise in einzelnen Ländern abläuft.

Weniger Neuinfektionen werden in vielen Ländern gemeldet. Offenbar greifen die Beschränkungen allmählich.

USA

Mit über 614.000 bestätigten Infektionen sind die USA das Epizentrum der Pandemie. 26.000 Tote, 10.000 allein in New York. Die Umsätze im Einzelhandel sind im März um 8,7 Prozent eingebrochen. Zudem meldeten sich 17 Millionen Menschen arbeitslos. Präsident Donald Trump spricht sich dennoch für eine schnelle Lockerung der Maßnahmen aus. Weniger dicht besiedelte Bundesstaaten könnten bereits „vor Ende des Monats den Stillstand beenden“, erklärte er am Dienstag. Die finale Entscheidung obliegt allerdings den Gouverneuren.

Italien

Ganze Regionen stehen unter Quarantäne, Geschäfte sind zu. In Italien gelten strenge Beschränkungen, die nun Wirkung zeigen. Pro Tag werden nur noch rund 3000 Neuinfektionen bestätigt. Zwar verlängerte die Regierung die Ausgangssperre bis 3. Mai, nach Ostern durften mancherorts aber ausgewählte Geschäfte unter verschärften Hygieneregelungen wieder öffnen. Vom Normalzustand ist das Land weit entfernt. Bisher sind rund 21.600 Italiener am Virus gestorben.

Weniger Neuinfektionen werden in vielen Ländern gemeldet. Offenbar greifen die Beschränkungen allmählich.

Österreich

Das Alpenland geht erste Schritte zur Normalität. Nun dürfen kleinere Läden sowie Bau- und Gartenmärkte wieder öffnen. Die Ausgangsbeschränkungen bleiben jedoch bis Ende April in Kraft. Anfang Mai sollen nach dem Fahrplan der Regierung größere Geschäfte und Sportstätten im Freien wieder öffnen. Hotels und Gastronomie sollen Mitte Mai folgen. Die Schulen bleiben ebenfalls bis Mitte Mai zu, Veranstaltungen sind bis Ende Juni verboten. In Österreich ist die Zahl der Erkrankten (rund 14.200) seit Längerem rückläufig. 393 Menschen starben bisher.

Spanien

Die Zahl der Opfer und Neuinfektionen bleibt hoch: Binnen 24 Stunden starben laut Behördenangaben vom Mittwoch 523 Menschen, die Zahl der Neuinfektionen stieg auf den höchsten Stand seit sechs Tagen. Spanien ist nach den USA und Italien das Land mit den meisten Toten (knapp 18.600). Seit 14. März gilt eine strikte Ausgangssperre. Die Behörden glauben jedoch, dass der Höhepunkt der Pandemie überschritten ist. Regierungschef Pedro Sánchez sagte, die Spanier würden bald „ein bisschen Normalität“ zurückgewinnen. Am Montag durften Bau- und Fabrikarbeiter erstmals wieder zur Arbeit.

Weniger Neuinfektionen werden in vielen Ländern gemeldet. Offenbar greifen die Beschränkungen allmählich.

Schweden

In Schweden bleibt die Lage undurchsichtig. Das 10,3-Mio.-Einwohner-Land geht einen eigenen Weg und setzt auf Herdenimmunität. Die Geschäfte haben offen, es gibt nur ein Versammlungsverbot für Gruppen über 50 Menschen und ein Besuchsverbot in Altersheimen. Bisher sind rund 1000 Menschen durch das Virus gestorben Die Kurve der Corona-Todesfälle, so die schwedische Gesundheitsbehörde, habe sich über Ostern aber deutlich abgeflacht. Es seien ausreichend Intensivbetten frei. Bis Ende April, so eine Prognose, könnte die Hälfte der Bevölkerung das Virus gehabt haben. Dann wäre Herdenimmunität weitgehend erreicht. Worauf sich diese Prognose stützt, ist aber unklar. In Schweden werden nämlich kaum Tests durchgeführt.

Frankreich

Die seit vier Wochen geltende Ausgangssperre wurde bis zum 11. Mai verlängert. Schulen sollen schrittweise öffnen, Kitas und Universitäten sollen aber nicht vor dem Sommer wieder losgehen. Restaurants, Bars, Kinos und Theater bleiben auch nach dem 11. Mai geschlossen. Für die Arbeit das Haus verlassen dürfen weiterhin nur Menschen, denen keine Heimarbeit möglich ist. Frankreich ist eines der am schwersten betroffenen Länder Europas mit fast 16.000 Toten. Man sei „offenkundig“ nicht gut genug vorbereitet gewesen, räumte Staatspräsident Emmanuel Macron ein.

Großbritannien

Während sich Premierminister Boris Johnson von seiner Corona-Infektion erholt, stößt das britische Gesundheitssystem an seine Grenzen. Es fehlt an Schutzbekleidung, Beatmungsgeräten und Personal. Fast 13.000 Todesfälle sind bereits bekannt. Opfer in Pflege- und Altenheimen sind in der Zahl nicht berücksichtigt. An Lockerungen der Ausgangsbeschränkungen ist im Vereinigten Königreich deshalb noch lange nicht zu denken.

Weniger Neuinfektionen werden in vielen Ländern gemeldet. Offenbar greifen die Beschränkungen allmählich.

wha/jn

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