Bundesbildungsministerin Anja Karliczek kann nicht garantieren, dass die Schulung nie wieder geschlossen werden müssen.
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Bundesbildungsministerin Anja Karliczek kann angesichts der Corona-Mutationen nicht garantieren, dass die Schulung nie wieder geschlossen werden müssen.

Corona-Mutationen

Nach Spahn-Eklat: Können die Schulen offen bleiben? Merkels Ministerin will nichts garantieren

  • Luisa Billmayer
    VonLuisa Billmayer
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Anja Karliczek kann nicht ausschließen, dass Schülerinnen und Schüler erneut Home-Schooling machen müssen. Die Corona-Mutationen könnten Schulschließungen nötig machen.

Berlin ‒ Bundesbildungsministerin Anja Karliczek (CDU) hält für möglich, dass Schulen im kommenden Schuljahr erneut geschlossen werden müssen. Grund dafür sind die Coronavirus-Varianten*, die sich weiterhin verbreiten. Karliczek äußerte sich am Samstagmorgen (26. Mai) in der Sendung „Frühstart“ der Sender RTL und ntv zu dem Thema.

Corona-Varianten könnten Schulschließungen wieder nötig machen

„Ich bin sehr optimistisch, dass wir gut starten können und dass wir es dann schaffen können, Schulen möglichst lange offen zu halten“. Garantieren könne das in der Corona-Pandemie* niemand, fügte sie hinzu. „Weil wir nicht wissen, was diese Mutationen, die auf der Welt unterwegs sind, uns da noch zumuten.“ Zuletzt hatte Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU) mit der Rede von möglichem Wechselunterricht für erhitzte Debatten gesorgt.

Heinz-Peter Meidinger, Präsident des Deutschen Lehrerverbands hofft, dass Schulschließungen vermieden werden können. „Das Hauptziel der Politik in Deutschland sollte sein, eine neuerliche Phase des Distanz- und Wechselunterrichts zu vermeiden. Wenn zusätzliche Gesundheitsschutzmaßnahmen wie zum Beispiel die Maskenpflicht und regelmäßige Testungen dabei helfen, dieses Ziel zu erreichen, dann sollte man das auch machen,“ sagte er der Rheinischen Post.

CDU-Ministerin Karliczek nannte aber auch einige Faktoren, die den Kampf gegen das Virus erleichtern könnten. So gebe es im Vergleich zum vergangenen Sommer gute Hygienekonzepte, Tests und eine zunehmende Impfquote. Bisher scheinen die Maßnahmen in Deutschland zu wirken. Die Sieben-Tage-Inzidenz liegt laut Robert Koch-Institut (RKI) derzeit bei 5,9 (Stand: 26.06.2021).

Delta-Variante verunsichert die Corona-Situation

Politiker und Experten warnen seit einiger Zeit vor der Delta-Variante des Coronavirus, die sich in vielen Ländern stark ausbreitet. Um die Verbreitung in Deutschland zumindest zu verlangsamen, schränkt die Bundesregierung die Einreise aus Portugal und Russland massiv ein. Das RKI* teilte am Freitagabend mit, dass die beiden Länder am Dienstag als Virusvariantengebiete eingestuft werden. Die Bundesregierung erklärte, dass diese Entscheidung nicht leicht gefallen sei. Denn viele Touristen, die aktuell in Portugal Urlaub machen oder eine Reise dorthin geplant hatten, dürfte die Änderung betreffen.

Bisher listete das RKI mit Großbritannien nur ein europäisches Land als Virusvariantengebiet. Karl Lauterbach (SPD) forderte aufgrund der dortigen Infektionslage ein Einreiseverbot in die EU. Manuela Schwesig betonte, dass für alle Einreisenden aus Risikogebieten verschärfte Regeln gelten sollten. „Internationale Reisen dürfen nicht dazu führen, dass sich wieder mehr Menschen infizieren und das Virus nach Hause tragen. Deshalb ist es wichtig, dass für alle Rückkehrer aus Risikogebieten gilt, dass sie zwei Tests machen: Zu Beginn der Rückkehr und nach fünf Tagen Quarantäne“, sagte die Ministerpräsidentin Mecklenburg-Vorpommerns.

Videos: Schwesig und Lauterbach fordern doppelte Testpflicht für Urlauber

Derzeit müssen Einreisende nicht in Quarantäne, wenn sie bei der Einreise einen Impfnachweis, einen Genesenennachweis oder einen negativen Testnachweis vorlegen können. SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach unterstützte diese Forderung in der Rheinischen Post: So könne man die zu erwartende vierte Welle im Herbst stark abschwächen. (lb/dpa) *Merkur.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA

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