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Großrazzia im Osten: Ein Polizeifahrzeug steht am Mittwoch in der Cottbuser Mühlenstraße.

„Kriminelle Vereinigung“ gebildet?

Razzia gegen rechtsextreme Hooligans - Polizei gibt erstes Ergebnis bekannt

Der Schlag gegen Rechts war sorgsam geplant: Am Mittwoch durchsuchte die Polizei mehr als 30 Objekte in vier Bundesländern durchsucht. Der Schwerpunkt lag im Raum Cottbus.

Update vom 11. April: Nach der Großrazzia gegen rechtsextreme Netzwerke in Brandenburg und weiteren ostdeutschen Ländern besteht dringender Tatverdacht gegen 16 Menschen wegen Bildung einer kriminellen Vereinigung. Das gab Brandenburgs Polizeipräsident Hans-Jürgen Mörke am Donnerstag in Potsdam bekannt. 

Nach Angaben von Innenminister Karl-Heinz Schröter (SPD) steht vor allem in Cottbus und Umgebung ein Milieu aus Hooligans, Kampfsportlern und Rechtsextremisten im Fokus der Ermittlungen. „Die Behörden werden es nicht hinnehmen, wenn sich Personen zusammenrotten und Straftaten begehen“, sagte er. Seit vergangenem Jahr werde gegen 20 Beschuldigte wegen Straftaten wie Körperverletzung oder Verstößen gegen das Waffengesetz ermittelt.

Erstmeldung: Razzia gegen Rechtsextreme in vier Bundesländern nach Ausschreitungen von Chemnitz

Cottbus - Mit Razzien in vier Bundesländern hat die Polizei am Mittwoch die Szene rechtsextremer Hooligans ins Visier genommen: Es gebe aktuell über dreißig Durchsuchungen in Brandenburg und angrenzenden Bundesländern, teilte die brandenburgische Polizei am Morgen in Potsdam mit. Dabei gehe es um den Verdacht der Bildung einer kriminellen Vereinigung im Raum Cottbus. Die Verdächtigen stammten aus der Hooligan-, Kampfsport- und rechtsextremistischen Szene.

Razzia gegen Rechtsextreme: Vorfälle in Chemnitz brachten Ermittler auf die Spur

Nach Informationen des Rundfunk Berlin-Brandenburg (rbb) gab es Hausdurchsuchungen außer in Cottbus auch in Frankfurt an der Oder, Henningsdorf und Kolkwitz sowie im sächsischen Görlitz, in Kühlungsborn in Mecklenburg-Vorpommern und in Berlin. Die Zahl der Beschuldigten wurde auf 20 beziffert. Auf die Aktivitäten des Netzwerks seien auch die rechtsextremen Ausschreitungen in Chemnitz im vergangenen Sommer zurückzuführen, nach der dortigen Messerattacke in Chemnitz.

Razzia am Mittwoch: Neonazis unter den Verdächtigen

Konkret werde den Beschuldigten der Verstoß gegen insgesamt fünfzig Straftatbestände vorgeworfen. Es gehe unter anderem um Bedrohung, Körperverletzung, illegalen Waffenbesitz oder Steuerhinterziehung. Nach Informationen des Berliner "Tagesspiegel" sind unter den Verdächtigen Namen von Neonazis, die bereits in der Vergangenheit durch Gewalttaten aufgefallen seien. 

Auch auf der Autobahn zeigte sich ganz offen der Rechtsextremismus. Ein Trucker hatte mit eindeutigen Zeichen gezeigt, welche braune Gesinnung bei ihm im „Führerhaus“ sitzt.

In Sachsen wird ein neuer Landtag gewählt.Dieses Thema bewegt dort viele Wähler. 

dpa 

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