Messert-Attacke am Rosenheimer Platz: Täter ist flüchtig

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Bitte erklären Sie sich jetzt, Frau Bundeskanzlerin: Angela Merkel und Horst Seehofer.

Bundestagswahl 2017 

Die Angst der CSU vor Schwarz-Grün

Berlin/München – Mit der populären Kanzlerin 2017 zur absoluten Mehrheit im Bund: Das ist das Ziel von CSU-Chef Horst Seehofer. Ihn treibt die Chance auf einen historischen Erfolg für die Union. Aber auch die Furcht vor einer Koalition mit den Grünen.

Horst Seehofer warf den Stein schon im Dezember ins Wasser. Auf dem CSU-Parteitag in Nürnberg holte er zur großen Lobeshymne aus. „Mit der Kanzlerin, mit dieser Form national und international, mit diesem Respekt, mit dieser natürlichen Autorität“, schwärmte der CSU-Chef, „da traue ich uns bei der Bundestagswahl noch ein Stückchen mehr zu, als wir es in der letzten Wahl schon erreicht haben.“ Die Botschaft: Die Union kann die absolute Mehrheit holen – wenn Merkel 2017 wieder antritt.

Nun nimmt die Sache konkrete Formen an. Merkel habe sich entschieden, wieder ins Rennen zu gehen, berichtet der „Spiegel“. Und wie bestellt, liefert die „Bild am Sonntag“ die Umfrage dazu. 43 Prozent würden derzeit die Union wählen – so viel, wie SPD, Grüne und Linke zusammen. Weil FDP und AfD draußen wären, wäre die Union ganz nah dran an einer absoluten Parlamentsmehrheit.

In der CDU will man sich zu Merkels Plänen nicht äußern. Von einer „Meldung im Sommerloch“ ist die Rede. Der Spiegel berichtet von einem Strategietreffen der CDU-Chefin mit Generalsekretär Peter Tauber und dem Bundesgeschäftsführer. Dabei habe man bereits entschieden, dass die Wahlkampagne für 2017 im eigenen Haus und nicht extern gesteuert werden soll. Nach Informationen unserer Zeitung hat Merkel auch schon mit Seehofer über die Wahlstrategie gesprochen. All das spricht doch sehr dafür, dass sie sich tatsächlich zur Kandidatur entschieden hat.

Allerdings ist das auch keine Überraschung. Ohne Merkel hätten CDU und CSU ein ernstes Problem. Weit und breit niemand, der sie ersetzen könnte. Was sollte sie auch tun? Mit Anfang 60 in den Ruhestand gehen? Derzeit gäbe es international kein adäquates Amt, in dem sie ihre Karriere fortsetzen könnte, meint man in der Union.

CSU-Chef Seehofer will der Kanzlerin jeden Fluchtweg verbauen. Er weiß aus Umfragen, wie populär sie in Bayern ist, ganz anders als etwa eine Reservekandidatin Ursula von der Leyen oder sonstwer. Er setzt auch voll auf eine absolute Mehrheit, anders als die CDU, die fürchtet, das Reden darüber werde vom Wähler als Überheblichkeit ausgelegt. Immerhin gelang der Union das in der Geschichte der BRD nur ein einziges Mal – 1957 unter Konrad Adenauer. Für das Dutzend CSU-Abgeordneten, die sich 2013 knapp über die Liste ins Parlament zitterten und die alle in Berlin bleiben wolle, wäre das eine Verheißung. Allein regieren heißt: mehr Listenmandate, mehr Posten. Ja, sogar einen Vizekanzler! Und in Bayern hoffen CSU-Strategen, mit einer Alleinregierung in Berlin ein erhebliches strategisches Problem umschiffen: eine schwarz-grüne Koalition im Bund.

Schon 2013 war die Union ja knapp an der absoluten Mehrheit vorbeigeschrammt. Man sondierte mit den Grünen, letztlich stand aber auch die SPD als Juniorpartner bereit. Sollte es 2017 nicht zur Alleinregierung reichen, könnte Merkel ernst machen und schwarz-grün ziehen. Hindernisse hat die Kanzlerin sukzessive abgebaut – von der Atomkraft bis vielleicht bald zum Einwanderungsgesetz.

Vielen in der CSU wäre das ein Graus. Bei der Landtagswahl 2018 wäre ein Klare-Kante-Wahlkampf in Rechts-Links-Kategorien dann unmöglich. Mit den Grünen im Bund regieren und in Bayern gegen sie stänkern? Kaum vermittelbar, heißt es in der CSU-Zentrale. „Das wäre eine schwere Belastung für uns.“ Man müsse dann auch inhaltlich „eine ganze Krötenwanderung schlucken“, sagte unlängst ein erfahrener Abgeordneter. Wenn die CSU in Berlin einen Koalitionsvertrag etwa mit dem Ja zum vollen Adoptionsrecht in der Homo-Ehe unterschreibe, werde sie bei der Bayern-Wahl 2018 wenig Spaß haben.

Til Huber und Christian Deutschländer

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