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CSU-Spitzenkandidat Markus Ferber (rechts) und CSU-Generalsekretär Andreas Scheuer (links) attackierten den SPD-Spitzenkandidaten Martin Schulz (oben) scharf.

„Versündigt sich an Menschen“

CSU attackiert SPD-Kandidat Schulz

Nürnberg - Zwei Wochen vor der Europawahl hat die CSU bei ihrem Kleinen Parteitag den SPD-Spitzenkandidaten Martin Schulz scharf angegriffen.

„Ein potenzieller Kommissionspräsident, der sich für Eurobonds und Schuldentilgungsfonds einsetzt, versündigt sich an den Menschen in Europa“, sagte CSU-Spitzenkandidat Markus Ferber. Auch die Haltung Schulz in der Frage eines EU-Beitritts der Türkei kritisierte Ferber: In Deutschland sage Schulz, eine EU-Mitgliedschaft der Türkei gehe derzeit nicht - in der Türkei sage er hingegen, das Land sei in der Europäischen Union herzlich willkommen. „Den wollen wir nicht als Kommissionspräsidenten“, so Ferber.

Er kritisierte weiter, dass Schulz sich angesichts der vielen hundert Fälle ertrunkener Afrikaner im Mittelmeer für eine großzügigere Aufnahme von Bootsflüchtlingen ausgesprochen hatte. „Die Schlepperbanden in Afrika haben damit einen Geschäftsführer bekommen.“

Auch CSU-Generalsekretär Andreas Scheuer attackierte Schulz: "Die Fassade und die Person stammen zwar aus Deutschland", sagte Scheuer. Stimme und Position von Schulz entsprängen aber den Schuldenstaaten der EU. "Es wäre fatal für die Stabilität in Europa, wenn Sozialisten und die Sozialdemokraten das Ruder übernehmen würden", sagte Scheuer.

Populismusvorwürfe gegen die CSU

Kritik kam von der bayerischen SPD. „Die CSU verkommt mit ihren Vorurteilen und der billigen Europa-Kritik zum Steigbügelhalter für Rechtspopulisten und Splitterparteien“, erklärte Generalsekretärin Natascha Kohnen. Keine zwei Flugstunden von Deutschland entfernt blicke aktuell ein Land in den Abgrund des Bürgerkriegs, erinnerte Kohnen. „Bayern und die CSU müssten angesichts dieser Gefahr ein Kraftzentrum für ein friedfertiges Europa sein. Stattdessen schlägt den Wählerinnen und Wählern die Verachtung der CSU für die Europäische Union entgegen.“

Die CSU will mit dem Parteitag die Kräfte für die letzten zwei Wochen Wahlkampf bis zur Europawahl mobilisieren. CSU-Chef Horst Seehofer und Spitzenkandidat Markus Ferber wollen vor allem den Europaplan der Christsozialen präsentieren, der im Anschluss von dem Parteitag verabschiedet werden soll. Die CSU hat als Wahlziel ausgegeben, weiter mit acht Abgeordneten im Europaparlament vertreten zu sein.

dpa/afp

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