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CSU-Chef Horst Seehofer und Bundeskanzlerin Angela Merkel: Ob es zu einem Zusammentreffen der Kanzlerin mit der CSU-Basis kommt, ist unklar.

Seehofer relativiert Idee einer großen Runde  

CSU-Basis-Treffen mit Merkel unklar

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München – Knapp 2900 CSU-Ortsvorsitzende – und mittendrin die Kanzlerin. Was dabei herauskommen könnte, dafür gibt es viele Szenarien. Die Idee eines großen Treffens, steht wohl in Frage.

Eines mögliches Szenario wäre: Die Kanzlerin könnte Zukunftsvisionen entwickeln und in der CSU-Basis endlich Aufbruchsstimmung für den Bundestagswahlkampf erzeugen. So stellen es sich manche in der Union vor. Sogar ein Termin für ein solches Treffen kursierte: der 31. März.

Ein anderes Szenario: Eine Handvoll Ortschefs – oder auch mehr – könnten der Kanzlerin in Sachen Flüchtlingspolitik noch mal so richtig den Marsch blasen – die Inszenierung wäre dahin. Das wäre das Horrorszenario.

Die Idee zu dem Treffen, die mancher schon als sehr konkret empfand, relativierte CSU-Chef Horst Seehofer jedenfalls gestern kräftig. Wer konkrete Termine nenne, gehöre zur „Kategorie Dampfplauderer“, raunzt der Ministerpräsident am Rande eines Empfangs für Fastnachtsvereine in der Staatskanzlei. „Nicht Russen oder Amerikaner sind bei Falschnachrichten das Problem, sondern diejenigen, die in Deutschland die Falschnachrichten unter die Leute bringen.“

Ob Merkel tatsächlich vor den Ortsvorsitzenden auftritt? „Kann sein, muss aber nicht“, sagt Seehofer. Klarheit herrsche frühestens im Mai oder Juni – nach den bevorstehenden Landtagswahlen. Mit der Merkel-kritischen Stimmung in der CSU habe das aber nichts zu tun. Dort gebe es nur „eine Handvoll Bedenkenträger“. Bundestagswahl ist am 24. September.

Auch auf die Frage, ob er über 2018 hinaus Ministerpräsident bleiben möchte, gibt er sich ahnungslos: „Ich weiß wirklich nichts.“ Nochmalige Nachfrage. Seehofer: „Ich selber weiß es nicht. Drum wundere ich mich immer. Ich hab’ noch glaub’ ich Zeit“, sagt er und zählt mit den Fingern ab: „März. April. Mai.“ Bis zum 6. Mai will er Klarheit schaffen.

Til Huber

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