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Berlusconi-Ärger: Weber-Zitat verärgert CSU - „Kann nicht die Unterstützung haben“

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Von: Christian Deutschländer

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Manfred Weber spricht
Vorsitzender der EVP-Fraktion im Europaparlament: Manfred Weber (CSU) © Armin Weigel/dpa

Silvio Berlusconi will mit einem teils extrem rechten Bündnis an ein hohes Amt. Manfred Weber erteilt seinen Segen - Teile der CSU reagieren empört.

München/Rom – In der CSU gibt es erhebliche Irritationen über den Umgang mit Italiens Ex-Premier Silvio Berlusconi. Parteivize Manfred Weber hatte Berlusconi für eine Kandidatur als Italiens Staatspräsident unterstützt. „Weil er gezeigt hat, dass er das Bewusstsein hat, um das Amt zu bekleiden“, so sagte es Weber der italienischen Zeitung Corriere della Sera.

Webers Analyse sorgt in Teilen der CSU für Verstimmung. Berlusconi (85) muss sich vor Gericht wegen Bestechung verantworten – sieben Jahre Immunität als Staatsoberhaupt kämen da gerade recht. Auch seine „Bunga-Bunga-Partys“ mit sehr jungen Frauen gelten moralisch nicht uneingeschränkt als Vorbild. Berlusconi hat sich vor der Wahl am 24. Januar mit seiner konservativen Forza Italia, der rechten Lega und den rechtsradikalen Fratelli d’Italia zudem ein umstrittenes Unterstützer-Bündnis geschmiedet.

CSU-Aufregung um Weber und Berlusconi: Ferber will Äußerung nicht im Namen der Partei sehen

Der schwäbische CSU-Chef Markus Ferber kritisiert das scharf. „Wer sich mit der Lega und den Fratelli zusammentut – um die wir im Europäischen Parlament einen großen Bogen machen –, kann natürlich nicht die Unterstützung der CSU haben“, sagte Ferber dem Münchner Merkur. Auch als Vorsitzender der Hanns-Seidel-Stiftung, die seit Januar mit einem Büro in Rom vertreten ist, sage er ganz deutlich: „Wir distanzieren uns von der Lega und den Fratelli.“

Ferber machte deutlich, dass er Berlusconi für ungeeignet hält. Italien brauche einen Staatspräsidenten „aus der Mitte, nicht vom Rand“. Die Mitte zu repräsentieren, „ist nicht das Markenzeichen von Silvio Berlusconi“. Weber könne sich in der Sache nicht als CSU-Vize geäußert haben, so Ferber, sondern lediglich in seiner Funktion als Vorsitzender der konservativen EVP-Fraktion im Parlament. (cd)

Warum die Union in einem zunehmend schwierigen Verhältnis zur EVP steht, hat ein Experte für Merkur.de* erklärt.

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