Staatliche Unternehmen

CSU bremst SPD bei Frauenquote ein

München - Nur gut jede zehnte Position in den Chefetagen von Staatsfirmen ist von einer Frau besetzt. Das will die SPD möglichst schnell ändern. Die CSU aber bremst.

Die SPD ist mit ihrer Forderung nach rascher Verwirklichung einer Frauenquote in staatlichen Unternehmen von der CSU eingebremst worden. Im Haushaltsausschuss des Landtags lehnte die CSU-Mehrheit am Mittwoch einen Antrag der SPD ab, mit dem diese die Staatsregierung zwingen wollte, „unverzüglich ein Konzept mit Zeit- und Zielvorgaben“ zur Umsetzung einer Quotenregelung vorzulegen. Die CSU will zunächst einen Bericht des Finanzministeriums haben, wie Führungsposten in der Vergangenheit besetzt wurden - und ob und wie der Frauenanteil in Führungspositionen „nachhaltig und zeitnah“ erhöht werden kann. Der Bericht soll bis zum Sommer vorliegen.

„Wir gehen den Weg eigentlich mit, nur nicht ganz so weit“, sagte der CSU-Abgeordnete Ernst Weidenbusch. Man sehe bei den „Vorbereitungsarbeiten“ noch Nachholbedarf. Simone Strohmayr (SPD) klagte, sie habe Angst, dass das eine Verzögerungstaktik der CSU sei. Sie hoffe aber nun wenigstens, dass man sich nach Vorlage des Berichts im Sommer auf „weitere Schritte“ verständigen könne.

Bernhard Pohl (Freie Wähler) sprach sich gegen eine Frauenquote aus. „Quoten sind aus meiner Sicht männer- und frauenfeindlich“, sagte er und betonte: „Wir müssen nach Fähigkeit die Positionen vergeben.“ Pohl lehnte deshalb den SPD-Antrag ab - im Gegensatz zu seinem Fraktionskollegen Alexander Muthmann, der sich der Stimme enthielt.

Der Freistaat ist aktuell an mehr als 100 Unternehmen beteiligt. Der Frauenanteil in Vorstands- und Geschäftsführerpositionen liegt dort insgesamt gesehen derzeit bei lediglich 11 Prozent.

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