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Daniela Ludwig gefällt „Saufbild“ auf Twitter: Drogenbeauftragte erntet heftige Kritik

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Von: Moritz Bletzinger

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Drogenbeauftragte Daniela Ludwig (CSU) spricht während der Vorstellung des Drogen- und Suchtberichts der Bundesregierung.
Daniela Ludwig: Die Bundesdrogenbeauftrage kassiert Kritik für ein Twitter-Like - es sind ein Jugendlicher, viel Bier und ein Trichter zu sehen. © Gregor Fischer/dpa

Ein Abiturient posiert vor einem Wagen voller Bier. Drogenbeauftragte Daniela Ludwig lässt ein Like da. Es entbrennt ein wirrer Streit im Netz.

München - „Ready für die Abiturprüfung“, freut sich der Twitter-User „C$U-€HRIS“. Dabei posiert er vor einem Wägelchen, wohl gefüllt mit den Erfrischungen für danach. 18 Liter Wasser, zwei Kästen Bier und zwei Paletten Dosenbier hat er geladen. Um seinen Hals hängt ein Trichter mit Schlauch.

Bayern: Drogenbeauftragter Daniela Ludwig gefällt „Saufbild von Abiturient auf Twitter

Insgesamt 96 „Gefällt mir“-Angaben hat der Schnappschuss bei Twitter gesammelt. Die meisten wahrscheinlich von Freunden und Mitschülern. Aber es ist auch ein Like mit politischem Zündstoff darunter.

Bundes-Drogenbeauftragte Daniela Ludwig hat tatsächlich ein Herz dagelassen. „Dass Sie das liken, ist maximal peinlich“, urteilt ein User. „Präventions-Content, wie ich sehe!“, stichelt ein anderer, „ist das dieser Jugendschutz von dem Sie immer sprechen?“

Daniela Ludwig soll Jugendliche für den Umgang mit Alkohol sensibilisieren. Jetzt gefällt ihr ein Foto, das offensichtlich einen Rausch ankündigt? Das paradoxe Twitter-Herzchen wird im Netz wild diskutiert.

Daniela Ludwig: Zoff entflammt nach Glosse erst richtig - gefährliche Haltung zu Alkohol?

Wirklich entflammt ist die Debatte aber erst, nachdem die Süddeutsche Zeitung die Thematik aufgegriffen hatte. In einer Glosse legte das Blatt den Finger in die Wunde. Ludwig stand wegen ihrer Haltung zu Alkohol bereits unter starker Kritik. Warum greift sie bei Cannabis durch, bleibt bei Bier und Schnaps aber locker, wurde der Rosenheimerin* wiederholt vorgeworfen. Ihre Verteidigung ist oft zitiert: „Nur weil Alkohol gefährlich ist, unbestritten, ist Cannabis kein Brokkoli.“

Der wohl unbedachte „Gefällt mir“-Klick fliegt der Drogenbeauftragten nun um die Ohren. Beweist er eine unpassende Einstellung der CSU*-Politikerin? Zwischen den Zeilen liest sich die SZ-Glosse wie ein langer Vorwurf. Online ist der Ton natürlich rauer.

Linken-Politiker geht Ludwig scharf an: „Offenbar egal, wenn junge Menschen sich die Leber kaputt saufen“

„Sie redet immer von Jugend- und Gesundheitsschutz. Aber bei Alkohol ist es ihr offenbar egal, wenn junge Menschen sich die Leber kaputt saufen“, kritisiert der Linkspartei*-Sprecher für Drogenpolitik Niema Movassat.

Das lässt Daniela Ludwig nicht auf sich sitzen. „Werter Herr Kollege“, antwortet sie, „nur mal für Sie zur Erklärung: Mein Like galt dem Durchhaltevermögen, dem Ehrgeiz und dem Erfolg eines junge Abiturienten. In Corona-Zeiten Abi zu machen, das heißt schon etwas, oder nicht?“

„Dafür muss man ein Saufbild liken?!“, antwortet Movassat mit wenig Verständnis. Das fordert dann plötzlich der „Saufbild“-Urheber: „Haben Sie das Bild überhaupt gesehen, bevor sie sich hier aufgeregt haben?“, schreibt er. „Haben Sie die Unmengen Wasser auf dem Wagen gesehen? Wenn man sich das näher anschaut, wird auch ersichtlich, dass das alles nicht alleine getrunken habe. Bitte bleiben Sie mal bei den Tatsachen.“ Das Wasser wird „C$U-€HRIS“ allerdings wohl kaum durch den Trichter getrunken haben. *Merkur.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

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