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Ein Bild aus besseren Zeiten: Inzwischen sprechen Markus Söder und Ludwig Spaenle nur noch, wenn es sein muss.

Nach Rauswurf aus Kabinett

Eiszeit zwischen Söder und Spaenle

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Seitdem Ministerpräsident Markus Söder den einstigen Kultusminister Ludwig Spaenle (beide CSU) nicht mehr in sein Kabinett berief, herrscht Eiszeit.

München - Manchmal hält selbst die traditionell eher nüchterne Parteiregie kleine Gemeinheiten parat. Drei Stunden lang mussten am Samstagmittag Ludwig Spaenle und Markus Söder beim Treffen des neuen Ministerpräsidenten mit den Bezirksvorständen München und Oberbayern nebeneinander sitzen. Einst waren sich beide sehr verbunden: Spaenle ist Taufpate von Söders Sohn. Man schlug sich sogar gegenseitig fürs Bundesverdienstkreuz vor, was erst Horst Seehofer genervt unterband. Doch seitdem Söder den einstigen Kultusminister nicht mehr in sein Kabinett berief, herrscht Eiszeit.

Am Samstag war das, so berichten es jedenfalls Teilnehmer, am Vorstandstisch der großen Runde in der CSU-Zentrale deutlich zu beobachten. Söder und Spaenle hätten quasi kein Wort gewechselt. „Das wird wohl nichts mehr zwischen den beiden“, sagt einer.

CSU: Söder und Bezirksverband Oberbayern bemühen sich um Einigkeit

Doch jenseits der persönlichen Beziehung scheint die Personalie keine Spuren hinterlassen zu haben. Das Verhältnis Söders zu den Oberbayern, allen voran zu ihrer Vorsitzenden Ilse Aigner, war ja keineswegs immer von Harmonie geprägt. Am Samstag aber bemühten sich alle um größtmögliche Einigkeit. „Alle merken, dass die Richtung unter Markus Söder wieder stimmt“, sagt ein Vorstandsmitglied. Deswegen gab es auch aus den Reihen der Münchner keine kritische Stimme, sondern nur langen Applaus, als sich Söder demonstrativ für Spaenles gute Arbeit bedankte. Auch Spaenle selbst habe sich in seinem Redebeitrag sehr korrekt verhalten, hieß es.

Söder unterstrich in seiner gut 45-minütigen Rede die Bedeutung, die München und Oberbayern für ihn habe. Konkrete Projekte wird er allerdings erst in seiner Regierungserklärung am Mittwoch vorstellen, bei der die Schwerpunkte auf den Themen Digitalisierung und Breitband, Infrastruktur, Wohnen, Pflege und Innere Sicherheit liegen dürften.

Während dieser mit Spannung erwarteten Landtagswoche wollen die beiden Bezirksverbände auch letzte Hand an die gemeinsame Liste für die Wahl am 14. Oktober legen. Klar ist, dass Ilse Aigner auf Platz 1 stehen wird. Danach dürften die oberbayerischen Minister Marcel Huber, Kerstin Schreyer, Michaela Kaniber und Florian Herrmann stehen – unterbrochen durch einen Münchner Vertreter auf den Plätzen zwei oder drei. Spaenle erklärte während der Sitzung, es sei noch keine Entscheidung über die Reihenfolge der Münchner Kandidaten gefallen. Allgemein wird aber damit gerechnet, dass der Bezirksvorsitzende, der in einem für die CSU schwierigen Wahlkreis antritt, selbst der erste Münchner Vertreter sein dürfte.

Generell soll jeder dritte Platz auf der Liste mit einem Politiker aus der Landeshauptstadt besetzt werden. Kandidaten sind unter anderem die neue Forschungsministerin Marion Kiechle, ihr Kabinettskollege Georg Eisenreich, Generalsekretär Markus Blume, aber auch Hans Theiss, der im neuen Stimmkreis München-Mitte gegen den grünen Fraktionschef Ludwig Hartmann vor einer besonders schwierigen Aufgabe steht.

Kritik gab es während der Sitzung vor allem von Thomas Goppel an Ilse Aigners Zusage, für den FDP-Überläufer Tobias Thalhammer einen guten Listenplatz zu organisieren. Auch wenn die aufkeimende Debatte vom Landtagsabgeordneten Ernst Weidenbusch rasch beendet wurde, dürfte davon keine Rede mehr sein. Schließlich soll auch JU-Chef Daniel Artmann unter die ersten zehn. Und schließlich wollen Vertreter von Verbänden und Berufsgruppen berücksichtigt werden. Der eben noch in einer Pressekonferenz gefeierte Thalhammer wird sich hinten anstellen müssen. Mike Schier

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