Entscheidung nächste Woche

CSU-Fraktion lenkt bei G9 ein

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München – Die CSU-Landtagsfraktion gibt ihren Widerstand gegen das neunjährige Gymnasium auf. Nach einer Serie von Gesprächen mit der Staatsregierung, zuletzt am späten Dienstagabend, lenkt die überwiegende Mehrheit der Abgeordneten ein und wird nächste Woche für die Verlängerung der Schulzeit stimmen.

„Es wird immer ein paar Leute geben, die sagen: mmhhh“, erklärte der Abgeordnete Hans Reichhart, „aber die Mehrheit wird zustimmen“.

Offiziell beschließt die Fraktion am Mittwoch das G9-Konzept. Es sieht eine „Überholspur“ für schnelle Schüler in der 11. Klasse vor (Entscheidung dazu in der 8. Klasse). Informatik und Staatskunde zählen zu Lehrinhalten, die gestärkt werden sollen. Start ist im Herbst 2018 für die 5./6. Klassen. Eine Schätzung, ob und wie stark die Übertrittszahlen ans Gymnasium steigen werden, wollte die Staatsregierung nicht vorlegen. Die Kosten sind noch unklar.

„Die Pläne sind finanziell sauber abgewogen. Kinder bringen die größte Dividende für ein Land“, sagte Finanzminister Markus Söder. „Ich hoffe, dass jetzt Friede herrscht“, sagte Vize-Ministerpräsidentin Ilse Aig-ner unserer Zeitung. Sie verwies auch auf parallele Maßnahmen für andere Schulen, vor allem mehr Stellen für Förderschulen. Ex-Wissenschaftsminister Thomas Goppel kritisierte die Einigung scharf. „Die Lösung ist nicht am Kind orientiert. Wir reden nur über Lehrer- und Elternverbände.“ Er fürchtet, das G9 gebe den Eltern den Eindruck, nun werde das Gymnasium einfacher. 

Rubriklistenbild: © dpa

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