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Strategiefragen: Ilse Aigner und Horst Seehofer.

Treffen in Südtirol

CSU: Fürs Betriebsklima nach Bozen

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München - Ilse Aigner holt ihre Abgeordneten in Südtirol zusammen: Offiziell ein Arbeitsbesuch, inoffiziell Atmosphärisches.

Die Hotelbar ist vielleicht etwas sehr nobel, Reisende raten zu gehobener Garderobe für den Drink unter Jugendstilfresken; die Eiswürfelmaschine wurde sogar aus Japan importiert. Was soll’s – die CSU kann ja nicht immer nur auf der Bierbank konspirieren. Im schicken „Laurin Hotel“ in Bozen jedenfalls treffen sich in Kürze Oberbayerns CSU-Abgeordnete, um mal wieder etwas stärker zueinander zu finden.

Für zwei Nächte holt Ilse Aigner, die Vize-Ministerpräsidentin und Bezirksvorsitzende, ihre Parlamentarier Mitte Juni nach Südtirol. Der Betriebsausflug ist formal ein politischer Austausch mit den dortigen Konservativen, informell aber ein überfälliges Strategietreffen über den Alltag hinaus. Es hat sich Gesprächsbedarf gesammelt.

Aigner selbst hat unter ihren oberbayerischen Kollegen für Knurren gesorgt. Mehrere Personal-Ideen gingen Ende 2013 schief. Einige Abgeordnete fühlten sich nicht genug eingebunden, vor allem 2014 bei der überraschenden Kür der Aigner-Freundin Ulrike Scharf zur Umweltministerin. Einmal schon, im Kloster Banz, hat es intern deshalb gerumst. Zudem ist Markus Söder, konkurrierender Kronprinz aus Franken, in Oberbayern erstaunlich aktiv und hat Freunde gefunden.

In Südtirol dürfte Aigner einige Energie investieren, um ihre Oberbayern bei Laune zu halten. Auch mit Blick auf den Terminkalender: Just zwei Wochen später ist Bezirksparteitag, Aigner steht vor der Wiederwahl als Chefin des größten CSU-Verbands, eine zentrale Machtposition in der Partei. Vorher zwei lange Abende mit den Abgeordneten, die oft als Kreisvorsitzende großen Einfluss aufs Stimmverhalten der Basis haben – das kann nicht schaden. Zumal von der letzten Wahl 2013 die Latte extrem hoch liegt: 99,7 Prozent waren es da für sie.

Das offizielle Programm in Bozen ist also eher nur ein Rahmen – allerdings ein hochwertiger. Die CSU bekommt lange Termine mit regionalen Ministern, dem Landtagspräsidenten, dem konservativen Parteichef und dem Landeshauptmann, das übergeordnete Thema: Verkehr. „Alle, die Rang und Namen haben, nehmen sich Zeit für uns“, stellt Aigner zufrieden fest.

Auch ihre Delegation, an die zwei Dutzend Abgeordnete (übrigens brav Selbstzahler), ist fast vollzählig. Abgesagt haben nur Minister Marcel Huber und der prominenteste Abgeordnete, Horst Seehofer. Um den aber geht’s ausnahmsweise mal gar nicht.

Zudem leistet Seehofer fernab von Südtirol Hilfe, um Aigner wieder auf Augenhöhe mit Söder zu hieven. Vor seiner Pfingstferienpause ließ er in einigen Gesprächen halblaut Nachdenkliches über den Finanzminister fallen, ergänzt durch den Standardsatz, dass in der Politik Substanz und nicht Show zähle.

Christian Deutschländer

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