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CSU-Generalsekretär Blume: Grüne machen „Gaga-Vorschläge“ - Laschets Gesicht bald in Bayern zu sehen

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Von: Christian Deutschländer

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CSU-Generalsekretär Markus Blume bei einer Pressekonferenz mit Markus Söder (Archivbild)
CSU-Generalsekretär Markus Blume bei einer Pressekonferenz mit Markus Söder (Archivbild) © Frank Hoermann/Sven Simon/Imago

Die Bundestagswahl wirft ihre Schatten voraus. CSU-Generalsekretär Markus Blume im Interview zu den derzeitigen Umfrageergebnissen: „Ich sehe noch keinen Schub.“

München - Achterbahn-Wochen in der CSU: Kanzler-Ambitionen, nächtelange Verhandlungen, am Ende eine Niederlage für Markus Söder; in den Umfragen Höhenflüge bis zur absoluten Mehrheit, jetzt Absturz auf 36. Was nun? Der Münchner Merkur hat sich mit CSU-Generalsekretär Markus Blume unterhalten. Der Münchner (46) verantwortet seit gut drei Jahren die Strategie der Partei.

Friedrich Merz verlangt von der CSU, sie sollen 40 plus X holen. Wie dankbar sind Sie für diesen Befehl?

Blume: Ich bewundere das Selbstbewusstsein von Friedrich Merz. Ich nehme mit Interesse zur Kenntnis, dass er die neue Wunderwaffe der CDU sein soll, wie früher Kirchhoff und andere. In den Umfragen sehe ich noch keinen Schub. Wir brauchen ein Team, das für einen modernen Aufbruch steht. Entscheidend ist, dass wir als Union gemeinsam alles für den Erfolg am 26. September tun.

Achso: Es darf nur Söder der CDU Wahlziele nennen – aber nicht umgekehrt?

Markus Söder hat Wahlziele für die gesamte Union genannt. Klar ist doch: Niemand in der Union will sich mit 20 plus X anfreunden. Wir brauchen im Bund weit über 30, und als CSU liegen wir immer ein großes Stück darüber.

Können Sie eigentlich Plakate selbst kleben?

Klar. Das Geheimnis ist, Plakate die Nacht vorher sorgfältig ins Wasserbad zu legen.

Markus Blume: „Am meisten motiviert wohl die Angst, was mit einem grünrotroten Linksbündnis blüht“

Sie werden auch selbst kleben müssen, denn Ihre Basis hat keinerlei Lust auf Laschet-Wahlkampf…

Armin Laschet ist jetzt der gemeinsame Kanzlerkandidat der Union, selbstverständlich wird er in Bayern plakatiert. Nach der Personalentscheidung müssen jetzt beide Parteien die Wahlkämpfer motivieren. Am meisten motiviert wohl die Angst, was den Menschen im Land mit einem grünrotroten Linksbündnis blüht. Wir werden einen sehr zugespitzten und sehr klaren Wahlkampf führen.

Sie kriegen in den Umfragen die Quittung für den unversöhnlichen Machtkampf Söder-Laschet.

Wenn beide Parteivorsitzende die Bereitschaft erklären, Verantwortung für Deutschland zu übernehmen, und man dann neun Tage über das Angebot berät – das sollte man nicht als Machtkampf bezeichnen. Die große Enttäuschung über den Ausgang der Personalentscheidung spiegelt sich in den Umfragen wider. Viele, nicht nur in Bayern, hätten sich Markus Söder gewünscht.

Söder darf nicht, Aigner will nicht. Wer wird dann CSU-Listenführer?

Wir werden das am 26. Juni im Frankenstadion in Nürnberg entscheiden. Alexander Dobrindt als Landesgruppenvorsitzender ist sicherlich prädestiniert – er wäre quasi unser natürlicher Spitzenkandidat.

Markus Blume: „Was die Grünen im Moment machen, ist toxisch für Deutschland“

Und dann? Wo verstecken Sie Frauen auf der Liste?

Im Gegenteil: Wir verstecken sie nicht. Wir werden eine Liste aufstellen, die für eine moderne Volkspartei und moderne Gesellschaft steht. Also: paritätisch, Frauen und Männer abwechselnd.

Bleiben Sie definitiv in München?

Mein Platz ist in Bayern. Den Satz kennen Sie. (lacht)

Söder zeigt große Nähe zu grünen Themen. Wollen Sie die Grünen kopieren oder bekämpfen?

Ganz klar: bekämpfen. Was die Grünen im Moment machen – Gaga-Vorschläge, Verbotsfantasien, Belastungsorgien –, ist toxisch für Deutschland. Gleichzeitig müssen wir uns um die Themen kümmern, die viele Menschen, gerade die junge Generation, enorm bewegen: Klimaschutz, Schöpfung bewahren. Das dürfen wir nicht den Grünen überlassen. Die haben nicht das Monopol auf Klimaschutz. Wir als Union können das besser, weil wir Ökonomie und Ökologie klug miteinander verbinden. Ein bisschen Antäuschen – das akzeptiert der Wähler nicht. Es ist richtig, dass Armin Laschet das klargestellt hat.

Markus Blume: „Wir setzen auf Sieg und spielen nicht auf Platz“

In Umfragen ist die Union Juniorpartner. Alles besser als Opposition, oder?

Nein. Wir haben ja in den letzten Wochen manchmal gehört, Umfragen seien nicht so wichtig. Ich bin zuversichtlich, dass es Armin Laschet gelingt, das zu drehen. Wir setzen auf Sieg und spielen nicht auf Platz. Eine Junior-Rolle für die Union in einer künftigen Bundesregierung würde ich ausschließen.

Wie mies muss die Sachsen-Anhalt-Wahl im Juni ausfallen, damit die CDU doch nach Söder ruft?

Ich kann nur allen raten, keine Was-wäre-wenn-Spielchen zu machen. Klar ist: Vom Spielfeldrand gewinnen wir nicht die Bundestagswahl. Nicht über die Auswechselbank reden, nicht über Rückfahrttickets – volle Kraft auf den 26. September.

Laschet muss also definitiv nach Berlin gehen?

Für uns ist klar: Wer heute auf der Liste steht, der geht auch nach Berlin.

Interview: Christian Deutschländer

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