1 von 2
2 von 2

Veränderungen in der Gesellschaft

CSU-Grundsatzkommission: Abschied vom traditionellen Bayernbild? 

München - Angesichts der rasanten Veränderungen in der Gesellschaft zeichnet sich in der CSU ein vorsichtiger Abschied vom traditionellen Bayernbild ab. Die CSU-Grundsatzkommission arbeitet derzeit an einem neuen Grundsatzprogramm der Partei.

Die CSU-Grundsatzkommission überlegt, wie bei einer Vielzahl von Einwanderern die Bindekräfte der Gesellschaft erhalten bleiben können. „Was macht Heimat aus, was stiftet Identität in einem Freistaat, der heute schon bunter ist als weiß-blau?“, sagte Kommissionschef Markus Blume am Samstag beim ersten Kongress der Zukunftskommission vor etwa 200 Zuhörern in München. Nach den Bevölkerungsprognosen würden im Jahr 2024 bereits 3,2 Millionen Menschen mit Migrationshintergrund in Bayern leben, ein Viertel der Bevölkerung.

Keine Umarmung für Multi-Kulti

Eine Antwort hatte Blume noch nicht parat - die Grundsatzkommission hat eineinhalb Jahre Zeit, ein neues Grundsatzprogramm für die CSU zu schreiben. Nicht zu erwarten ist aber, dass die CSU künftig Multikulti-Programmatik umarmt. „Es kann uns als CSU nicht behagen, dass die Relativierung (der Werte) immer weiter voranschreitet“, sagte Blume. „Eine weltoffene Gesellschaft funktioniert nicht ohne Bindekräfte.“

Die Kommission lud zu der Veranstaltung mit 200 Zuhörern prominente Referenten ein, die nicht unbedingt auf CSU-Linie liegen. „Die bayerische Gesellschaft ist nicht konservativer als der Rest der Republik, sie hat bloß mehr Folklore“, sagte der Münchner Soziologe Armin Nassehi. Und Christian Stückl, der Intendant des Münchner Volkstheaters, sprach sich gegen die CSU-Linie aus, dass das Christentum eine privilegierte Stellung in der Gesellschaft behalten solle.

Österreichischer Außenminister: Islam gehört dazu

Stargast war Österreichs jugendlicher Außenminister Sebastian Kurz, der in Sachen Zuwanderung eine „bürgerliche Lösung“ mit pragmatischer Haltung empfahl: „Zielsetzung ist, dass Menschen nicht nach Herkunft beurteilt werden, sondern nach dem, was sie für Österreich herbringen.“ Kurz ist Mitglied der konservativen ÖVP, zu der die CSU seit Jahrzehnten freundschaftliche Beziehungen pflegt. In der Islamdebatte vertritt aber auch der österreichische Konservative eine andere Position als die CSU: „Ja, natürlich gehört er“ - der Islam - „zu Österreich“, sagte er.

dpa

Auch interessant

Meistgesehene Fotostrecken

Terror gegen Teenager: Viele Tote bei Anschlag in Manchester
Ein Popkonzert mit vielen Teenagern als Terrorziel - dieser Alptraum ist in Manchester Wirklichkeit geworden. Beim Auftritt der Sängerin Ariana Grande tötet eine Bombe …
Terror gegen Teenager: Viele Tote bei Anschlag in Manchester
Trump: Lösung im Nahost-Konflikt kann Region befrieden
Trump zeichnet in Jerusalem und Bethlehem eine Vision von einem größeren Frieden für die Region. In Yad Vashem gedenkt der US-Präsident der getöteten Juden des …
Trump: Lösung im Nahost-Konflikt kann Region befrieden
Schreckensnacht in Manchester: Tote bei Ariana-Grande-Konzert
Bei einem Terroranschlag beim Konzert von Popstar Ariana Grande sind in Manchester mindestens 22 Menschen in den Tod gerissen worden.
Schreckensnacht in Manchester: Tote bei Ariana-Grande-Konzert
Amri-U-Ausschuss soll Fehler aufklären
Überlebende und Opfer-Angehörige haben nach dem Anschlag auf einen Berliner Weihnachtsmarkt noch immer viele Fragen. Etliche denken inzwischen, dass der Anschlag hätte …
Amri-U-Ausschuss soll Fehler aufklären

Kommentare