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Merkur-Chefredakteur Georg Anastasiadis.

Kommentar: 

Die CSU im neuen Gewand: Avancen an die Grünen verstören viele konservative Wähler

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Regiert in Berlin demnächst eine schwarz-grüne Koalition? Aus der CSU kommen Zeichen, dies könnte das Zukunftsmodell sein. Das konservative Lager reagiert bestürzt. Ein Kommentar von Merkur-Chefredakteur Georg Anastasiadis.

Bekämpfen? Umarmen? Oder liebevoll erdrücken? So recht weiß die CSU nicht, was sie mit den Grünen anstellen soll. Seit CSU-Vize Manfred Weber die Ökopartei zum strategischen Partner ausgerufen hat, bebt es in der Strauß-Stoiber-Söder-Partei. Ausgerechnet die spröden Grünen als holde Maid der Schwarzen? So viel Bier wird auf der Wiesn gar nicht ausgeschenkt, als dass sich CSU-Traditionalisten diese Braut schönsaufen könnten.

Andere Option, um an der Macht zu bleiben, hat Union bald nicht mehr

Webers Avancen an die Habeck-Baerbock-Partei mögen etwas schwärmerisch geraten sein, aber richtig ist: Eine andere Option, um sich in Berlin an der Macht zu halten, dürfte die Union schon bald nicht mehr besitzen. Viel irritierender als ein sich anbahnendes schwarz-grünes Bündnis ist für viele Wähler, dass sich die CSU schon aus freien Stücken ein neues Mäntelchen umhängt. Allen voran Seehofers Wandlung vom Asyl-Hardliner zum altersmilden Seenotretter verstört viele jener Konservativer, zu denen man vor nicht allzu langer Zeit auch noch Parteichef Söder zählen durfte. Doch der schweigt nun beredt.

Noch vor Kurzem war es nicht nur in der Union, sondern auch in der EU beschlossene Sache, dass gerettete Migranten aus Afrika dorthin zurückzuführen seien. Davon ist jetzt kein Wort mehr zu hören. Stattdessen die Zusage, dass Deutschland pauschal 25 Prozent der Geretteten aufnimmt, wobei deren Zahl rasch steigen dürfte. Die Schleuserindustrie reagiert erfahrungsgemäß prompt auf sich öffnende Türen. Aus gutem Grund hat Frankreichs Macron es abgelehnt, Seehofers Vorbild zu folgen. Deutschland ist mal wieder isoliert. Diesmal  mit Hilfe der CSU. Die grünen Koalitionsfreunde in spe freut’s. Die AfD auch.

Sie erreichen den Autor unter Georg.Anastasiadis@merkur.de

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