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CSU: Jamaika-Gespräche ohne Söder - Druck auf Seehofer steigt

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CSU lobt Merkels Selbstkritik
CSU-Chef Horst Seehofer zusammen mit Finanzminister Markus Söder. © dpa

Die CSU hat für die ersten Jamaika-Gespräche kommende Woche elf Unterhändler nominiert, Finanzminister Markus Söder wird der Delegation jedoch fehlen – das sorgt innerhalb der Partei für Stirnrunzeln.

München – CSU-Chef Horst Seehofer will mit einer großen Delegation seiner Partei die Jamaika-Sondierungen in Berlin führen. Finanzminister Markus Söder ist dort aber vorerst unerwünscht. Seehofer kündigte an, ein Dutzend Parteifreunden aus allen Ebenen der CSU mitzunehmen, Söder werde „natürlich“ später bei möglichen Koalitionsverhandlungen zu Steuer-Fachrunden zugezogen. In der Partei sorgte das am Mittwoch für Stirnrunzeln.

Die Sondierungen laufen ab 18. Oktober, sie sind eine Art Abtasten, ob CDU, CSU, FDP und Grüne zusammenfinden können. Die CDU hat 18 Leute benannt, darunter mit Staatssekretär Jens Spahn auch ein regelmäßiger Kritiker des Kurses Kanzlerin Angela Merkel.

Die CSU will nun nach Seehofers Plänen mit Landesgruppenchef Alexander Dobrindt, Bayerns Innenminister Joachim Herrmann, Landtagsfraktionschef Thomas Kreuzer und Generalsekretär Andreas Scheuer antreten. Diesen Kreis ergänzen Bundesminister Gerd Müller sowie fünf Parteivizes: Manfred Weber, Angelika Niebler, Kurt Gribl, Barbara Stamm und Christian Schmidt. Seehofer begründete dies vor Abgeordneten jeweils fachlich. „Jeder, der in der CSU Verantwortung trägt“ solle in die Koalitionsverhandlungen eingebunden werden.

Hinter den Kulissen hatte es darum Rumoren gegeben. In der Berliner CSU-Landesgruppe wurde bemängelt, es seien zu wenige Bundespolitiker im engsten Sondierungs-Zirkel. In der Landtagsfraktion wird beklagt, mindestens Söder gehöre zu den führenden Köpfen der Partei, die mit den potenziellen Partnern ins Gespräch finden sollten. Söder selbst äußerte sich nicht. In der Fraktion wurde zudem der Ruf laut, Seehofer und Söder sollten sich grundsätzlich über die künftige Aufstellung der CSU verständigen.  

cd

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