"Da gibt es nichts zu beschönigen"

CSU-Kandidat war in rechtsextremer Gruppe

Kronach - Der oberfränkische CSU-Landtagskandidat Jürgen Baumgärtner hat eine rechtsradikale Vergangenheit zugegeben. "Da gibt es nichts zu beschönigen", sagt er.

Als Jugendlicher habe er der verbotenen rechtsextremen „Hilfsorganisation Nationaler Gefangener“ (HNG) angehört, sagte der 40-Jährige. Wenige Jahre später sei er wieder ausgetreten. Er gehe schon seit Jahren offen mit dieser Vergangenheit um, sagte er der Nachrichtenagentur dpa: „Da gibt es nichts zu beschönigen.“ Längst aber distanziere er sich klar und deutlich von rechtsextremem Gedankengut.

Als 15-Jähriger habe er die Schule gewechselt und auf der Realschule neue Freunde kennengelernt, die in der Szene aktiv gewesen seien. Irgendwann habe es geheißen, wer dabei bleiben wolle, müsse sich organisieren. Also habe er unterschrieben. Genauso wie es Wege in die Szene gebe, gebe es auch wieder Wege hinaus, betonte Baumgärtner. „Ich habe dann eine Lehre gemacht, neue Leute kennengelernt und mich persönlich weiterentwickelt.“ Er könne an seinem Tun als Jugendlicher nichts ändern, „ich kann nur immer wieder sagen, dass es mir leid tut“, sagte er. „Ich habe in den vergangenen zwölf Monaten durchgehend dazu Stellung genommen.“ Baumgärtner bewirbt sich für den Stimmkreis Kronach-Lichtenfels um das Direktmandat.

dpa

Rubriklistenbild: © dpa

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

Syrische Weißhelme über Israel gerettet
Die syrische Hilfsorganisation Weißhelme hat im Bürgerkrieg mehr als 100.000 Menschen gerettet. Jetzt waren ihre Mitarbeiter selbst auf Hilfe angewiesen. Nach ihrer …
Syrische Weißhelme über Israel gerettet
Migranten aus Seenot gerettet - EU-Mission "Sophia" ungewiss
Noch immer ist offen, wie es mit der EU-Mission vor der libyschen Küste weitergehen soll. Im Raum steht die Frage, ob künftig überhaupt noch Menschen im Mittelmeer …
Migranten aus Seenot gerettet - EU-Mission "Sophia" ungewiss
Ecuadors Präsident will Assange Asyl entziehen
Seit mehr als sechs Jahren lebt Wikileaks-Gründer Julian Assange in Ecuadors Botschaft in London. Doch angeblich will das Land ihm nun die schützende Hand entziehen. …
Ecuadors Präsident will Assange Asyl entziehen
Özil bricht Schweigen und verteidigt Erdogan-Foto 
Fußball-Nationalspieler Mesut Özil hat sich erstmals öffentlich zur Erdogan-Affäre geäußert und sich zu dem Foto mit dem türkischen Staatspräsidenten bekannt.
Özil bricht Schweigen und verteidigt Erdogan-Foto 

Kommentare