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CSU-Klausur mit Merkel: Beim Scheitl-Knien

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Bei der CSU-Klausur im Kloster Banz vereint die Union eine gemeinsame Einsicht. Aber es bleiben weitere Konflikte. Ein Kommentar. 

München - Der alte Brauch des Scheitl-Kniens lebt in Bayern wundersam wieder auf. Die versammelte CSU muss vor Angela Merkel knien und ausdauernd die Kosenamen der Liebsten rufen. Symbolisch läuft das derzeit in Kloster Banz: Genau da, wo sich im Flüchtlingsherbst 2015 die CSU zornbebend versammelte und auf Merkel schimpfte, müssen Horst Seehofer und seine Bundestagsabgeordneten nun die gemeinsame Kanzlerkandidatin lobpreisen. Ein bisschen Spott über die christsozialen Kniescheiben (na, schmerzt es recht?) sei erlaubt. Zur nüchternen Betrachtung zählt aber zweierlei: Ohne die CSU-Intervention wäre der Merkel-Kurswechsel gar nicht oder noch nicht 2016 gekommen. Und ohne Merkel würde die CSU ab Herbst 2017 auf Berliner Oppositionsbänken landen, die härter sind als jedes Holzscheitl.

Diese Einsicht führt die Union wieder zusammen. Der Wahlkampf wird trotzdem heikel: Die CSU kann den emotionsgeladenen Konflikt mit der CDU über die Flüchtlingspolitik kaum neu aufmachen, den Ruf nach der Obergrenze also nur leise anstimmen. Was tun, wenn die Flüchtlingszahlen wieder steigen? Andere Wahlkampfkracher sind noch nicht in Sicht. Die Regionalisierung der Grunderwerbsteuer wird’s leider eher nicht, und die Maut – nun ja. Auch das erklärt, warum für die Union die nach Hamburg hochkochende Sicherheitsdebatte gerade ein sehr willkommenes Thema ist.

Christian Deutschländer

Rubriklistenbild: © Haag

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