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In der linken Tageszeitung "taz" spricht der CSU-Landtagskandidat und Peitinger Gemeinderat Peter Ostenrieder unmitttelbar vor der Wahl offen über seine Homosexualität.

Peter Ostenrieder aus Peiting

CSU-Landtagskandidat outet sich als schwul

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Peiting - In der linken Tageszeitung "taz" und mit merkur-online.de spricht der CSU-Landtagskandidat und Peitinger Gemeinderat Peter Ostenrieder unmitttelbar vor der Wahl offen über seine Homosexualität.

"Zieht er nach der Wahl in Bayern in den Landtag ein, ist er der erste offen schwule Abgeordnete der CSU", schreibt die "taz" zu Anfang der Geschichte mit dem Titel  "Schwul ja, tuntig nein".  Als Ort für das Gespräch mit der Zeitung, so ist zu lesen, hat Ostenrieder den Hohenpeißenberg gewählt.

Über seine sexuelle Identität sagt der 41-Jährige: „Ich will, dass das ganz normal ist." Seiner Ansicht nach erweise er "der Community den größten Dienst, wenn ich als einer von vielen Abgeordneten ganz normal meine Arbeit tue" und betont: "Ich kann nicht von anderen verlangen, mit mir normal umzugehen, wenn ich selbst nicht normal mit mir umgehe."

Lars Steinhöfel: Sein Outing und die Reaktionen

Sein "Coming-out" habe Ostenrieder mit 30 Jahren gehabt, als er bereits seit sieben Jahren für die CSU im Peitinger Gemeinderat (Kreis Weilheim-Schongau) saß. Und beschlossen, seine Sexualität fortan nicht zu verheimlichen. "Ich habe gemerkt, dass ich das Versteckspiel nicht mehr mag." Nach seinem Outing bot er dem damaligen Fraktionsvorsitzenden Herwig Skalitza an, nicht mehr zu kandidieren. Doch dieser habe ihn ermutigt ihn, in der Politik zu bleiben. "Das hat mir einen Ruck versetzt", meint Ostenrieder rückblickend.

Landtagswahl Bayern in Zahlen und Fakten

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Gegenüber merkur-online.de erklärt der Peitinger, dass die Veröffentlichung des "taz"-Gesprächs zunächst nicht unmittelbar vor dem Urnengang am Sonntag geplant war, sondern bereits viel früher. Schon im Frühsommer sei die Zeitung an ihn herangetreten. Zudem, so erklärt der stellvertretende CSU-Kreisvorsitzende habe vor Ort seit Jahren jeder gewusst, dass er schwul sei - auch in der CSU. "Mich wundert, dass daraus gerade jetzt so ein großes Thema gemacht wird. Ein Geheimnis habe ich daraus die letzten zwölf Jahre nie gemacht."

Ostenrieder erklärt außerdem: "Sowohl bei meiner Arbeit im Gemeinderat als auch im Kreistag habe ich immer wieder festgestellt, dass es den Menschen, die mit mir zu tun haben, auf das ankommen, was man leistet und nicht darauf, welche sexuelle Orientierung man hat. Ich möchte aufgrund meiner politischen Leistungen in den Landtag gewählt werden."

In seine konservative Partei hatte Ostenrieder nach eigenem Bekunden mit seiner Orientierung nie Probleme: "In der CSU musste ich mich als Schwuler bisher noch nie verstecken."     

fro

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