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Ein Jahr nachdem er CSU-Politiker vor Journalisten abkanzelte, hat Horst Seehofer sein Kabinett zu einer teilweise kuriosen Weihnachtsfeier nach Aying eingeladen.

Minister kochen

So lief Seehofers kuriose Weihnachtsfeier

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Aying - Ein Fest mit Frotzeleien und einem Haufen Schmarrn: Horst Seehofer hat sein Kabinett zu einer teilweise kuriosen Feier nach Aying eingeladen.

„Es war eine der harmonischsten Weihnachtsfeiern, die wir je hatten“, erzählt Finanzminister Markus Söder. Was kein Kunststück ist, denn das letzte Fest, im Dezember 2012 in Nürnberg, war überschattet von heftiger Kritik Seehofers an Söder („Schmutzeleien“) kurz zuvor. Für die Fotografen mussten Chef und Minister damals mit einem Glühwein anstoßen. „Ziemlich große Heuchler“, urteilte sogar die Berliner Zeitung.

Diesmal war die Eintracht bei Gans und Blaukraut größer. Für Heiterkeit sorgte, dass mehrere Minister am Ende selbst zum Kochen eingeteilt wurden.  Christine Haderthauer, Marcel Huber und Beate Merk fertigten den Kaiserschmarrn fürs Dessert. Söder betonte am Mittwoch, er habe davon gesundheitlich keinerlei Probleme davongetragen.

Das Rennen der Kronprinzen ruht aber selbst am Weihnachtstisch nicht. Die Kabinettssitzung am Vormittag hatte noch Söders Rivalin Ilse Aigner geleitet, was den Finanzminister zum spöttischen Ausruf getrieben hatte, er wolle seinen Horst wiederhaben. Am Abend war dann Seehofer aus Berlin zurück. „Alle haben sich gefreut, dass er wieder da ist. Ich besonders“, erzählt Söder fröhlich: „Eine große Wiedersehensfeier“. Aus seiner Sicht ist das nur ein Spaß, was sonst – einer, der allerdings unter Aigners Anhängern nicht sonderlich gut ankommt.

Seehofer nutzte seine Rede, so berichten Teilnehmer, um seine Mitstreiter zu mehr Demut zu ermahnen. Alle Minister und Staatssekretäre sollten sich bewusst machen, dass viele andere liebend gerne ihren Platz im Kabinett übernehmen würden.  Es sei also eine „Gnade“, in einer solchen Position Bayern dienen zu dürfen.

cd

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