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Verbraucherministerin Ilse Aigner und Innenminister Joachim Herrmann.

CSU-Machtkampf

Und was wird jetzt aus Herrmann und Aigner?

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Verbraucherministerin Ilse Aigner und Innenminister Joachim Herrmann pokerten mit, um Seehofer als Ministerpräsidenten zu beerben, beide gehen jetzt leer aus.

Ilse Aigner hatte Ansprüche für die Spitzenkandidatin bei der Landtagswahl 2018 angemeldet und forderte eine Mitgliederbefragung, wofür sie wüst beschimpft wurde. Die wird es jetzt kaum geben, allerdings hat sie sich als künftige CSU-Vorsitzende in Stellung gebracht, indem sie Seehofer dazu aufforderte, dieses Amt weiter zu bekleiden. Sie selbst sagte gestern: „Ich gehe davon aus, dass ich auch in Zukunft noch eine entscheidende Rolle spielen werde.“ Auch im bayerischen Kabinett kommt Söder nicht an ihr vorbei, da sie auch die Vorsitzende des größten CSU-Bezirksverbandes Oberbayern ist. Und auf die oberbayerischen Stimmen ist der Franke Söder im Wahlkampf angewiesen.

Herrmann will kein Ministeramt in Berlin anstreben

Innenminister Joachim Herrmann ließ sich bis gestern früh Zeit, um zu entscheiden, ob er gegen Söder kandidiert oder nicht. Eine Kampfabstimmung wäre eine Zerreißprobe für die Fraktion gewesen, jetzt bleibt Herrmann erst einmal da, wo er ist: Als Innenminister in Bayern. Er will kein Ministeramt in Berlin anstreben: „Wer mich kennt, weiß: Politisches Engagement bedeutet für mich nicht Karrierestreben.“ Im bayerischen Kabinett wäre er ein Seehofer-treuer Aufpasser für Söder. Der Weg an die Parteispitze ist Herrmann versperrt, damit Söder bald schon eine der Spitzen mit einem Franken besetzt ist. Herrmann bekam von der Fraktion gemeinsam mit Seehofer und Söder stehenden Applaus.

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