Streit um Dauer des Gymnasiums

CSU-Mitgliederentscheid über G8/G9 - Seehofer bremst

München - Im Streit über die künftige Dauer des Gymnasiums gibt es in der CSU erste Rufe nach einem Mitgliederentscheid. Für Parteichef Horst Seehofer jedoch stellt sich die Frage gar nicht.

Die Junge Union hält entweder einen Parteitag oder eine Befragung aller Parteimitglieder für nötig, falls es eine Abkehr vom G8 geben sollte. „Mir ist wichtig, dass die Partei mitgenommen wird“, sagte JU-Chef Hans Reichhart am Montag in München.

Parteichef und Ministerpräsident Horst Seehofer wies derlei Überlegungen zum jetzigen Zeitpunkt entschieden zurück. „Die Frage stellt sich überhaupt nicht“, sagte er vor einer Sitzung des CSU-Präsidiums. „Ich sehe jetzt da überhaupt keine Notwendigkeit, über solche Dinge zu philosophieren.“

Seehofer betonte: „Wir sind jetzt mitten in einem Dialogprozess.“ Die Fraktionen und die CSU-Mitglieder würden selbstverständlich mitgenommen. Dieser Prozess werde noch einige Zeit dauern - und erst am Ende werde es „Festlegungen und Entscheidungen“ geben. „Am Schluss steht eine Folgerung für das weitere Vorgehen, nicht am Anfang.“

Reichhart kündigte an, die JU werde hart für die grundsätzliche Beibehaltung des achtjährigen Gymnasiums kämpfen. Die CSU müsse standhaft bleiben und für Verlässlichkeit im Bildungssystem sorgen - das habe sie im Wahlkampf versprochen. Es dürfe keinen Systemwechsel geben - zumal die Mehrheit mit dem G8 inzwischen gut zurecht komme. „Wir wollen Ruhe im System.“

dpa

Rubriklistenbild: © dpa/Symbolbild

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