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Wo geht‘s lang für Markus Blume (l.)? Der CSU-Generalsekretär mit Parteichef Markus Söder.

Straft Söder ihn ab?

Nach Parteitags-Zoff um Frauenquote: Generalsekretär Blume in der Defensive

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In der CSU wird geraunt, Söder könne Generalsekretär Markus Blume nach dem Streit um die Frauenquote beim jüngsten Parteitag abstrafen. Denn an der Parteitagsorganisation gibt es viel Kritik.

München – Der Parteitag ist schon ein Weilchen zu Ende, da geht Markus Söder auf eine Gruppe Polizisten zu. Er will kurz Danke sagen für den stundenlangen Einsatz vor der Halle. „Wobei die Gefahr heute nicht draußen war, sondern drinnen“, sagt der CSU-Chef. Immerhin: Söder hat nach dem unerwarteten Zusammenprall mit seinen Delegierten noch ein bisschen Humor übrig.

Tatsächlich hallt der Parteitag auf dem Olympiagelände noch nach in der CSU. Vor allem der Streit über die Frauenquote hat die CSU-Spitze in diesem Ausmaß überrascht. Die Delegierten überrannten den von Generalsekretär Markus Blume mit Frauen-Union und Junger Union abgestimmten Leitantrag, zwischendurch stand sogar im Raum, alle Frauenquoten zu kippen. Für Söder, der ein modernes Erscheinungsbild der CSU will und deshalb das ehrliche Anliegen verfolgt, mehr Frauen in Führungspositionen zu bringen, wäre das medial und politisch ein Debakel gewesen. Seiner Laune ist das am Samstagmittag sehr deutlich anzumerken.

Für einen könnte das noch zum Problem werden: Blume hat als Generalsekretär den Quoten-Deal verhandelt, hat ihn offenbar grundfalsch eingeschätzt und ist für den Parteitag organisatorisch verantwortlich. Auch darüber gab es Gemurre: Teilnehmer irrten durch das Labyrinth aus Gängen, Tunnels und Ringen in der Olympiahalle, beim Delegiertenabend kam wenig Stimmung auf, die Sitzungsleitung knirschte mehrfach. Söder, der Perfektionist, hat keinen Ruf als sonderlich nachsichtiger und samtpfotiger Vorgesetzter.

Ein Fingerschnippen würde de facto genügen

In der CSU wird geraunt, Söder könne den General abstrafen. Am 4. November bestimmt der Parteivorstand den Generalsekretär, ein formaler Akt auf Vorschlag Söders. Ein Fingerschnippen würde de facto genügen, um den 44-Jährigen zu feuern; zumal mit Vize-Generalsekretär Florian Hahn ein weiterer enger Vertrauter bereitstünde, das Amt zu übernehmen.

Söder selbst äußert sich nicht, er hält allerdings wohl an Blume fest. Es gebe viel Kritik an der Parteitags-Organisation, heißt es in seinem Umfeld; der Landtagsabgeordnete werde aber aller Voraussicht nach wieder als General vorgeschlagen.

Der Münchner ist strikt loyal und denkt strategisch. Dass er unterqualifiziert sei fürs Amt, wird ihm nicht nachgesagt – eher fällt auf, dass er für grobe Attacken auf andere Parteien und für Rüffel für Parteifreunde nicht schlicht genug wirkt. Er machte sich in der CSU auch Gegner, etwa als er öffentlich Landesgruppenchef Dobrindt und Parteivize Weber zurechtwies.

Söder kennt die Probleme des Jobs, er war 2003 bis 2007 selbst Generalsekretär. Wobei das Gesetz der Serie für Blume spricht: In den letzten 60 Jahren wurden 13 von 14 Generalen danach Minister. Mittelfristig wird sein Weg, wenn es gut läuft, wohl eher in ein Amt mit mehr Platz für Visionen führen. Digital- oder Wirtschaftsminister, vielleicht auch Chef einer inhaltsstarken Landtagsfraktion, so etwas wird ihm nachgesagt.

Söder strebt keine eilige Änderung an

Kurzfristig ist keiner dieser Posten frei, Söder strebt auch keine eilige Änderung an. Das nächste Mal dürfte es im Kabinett erst im Frühjahr 2020 zu Bewegung kommen, falls der junge Bau- und Verkehrsminister Hans Reichhart zum Landrat in seiner schwäbischen Heimat gewählt wird. Auf dem Papier erscheint denkbar, Fraktionschef Thomas Kreuzer ins Ministeramt zu schieben, ein paar andere Faktoren sprechen dagegen.

Eine weitere Personalie zurrte Söder jetzt fest. Die Mitglieder der Hanns-Seidel-Stiftung wählten den schwäbischen Bezirksvorsitzenden und EU-Abgeordneten Markus Ferber einmütig zum nächsten Chef.

Lesen Sie auch: Aufbegehren der Basis gegen die Parteispitze: Beim CSU-Parteitag kam anders als bei den Jubelveranstaltungen der Vergangenheit diesmal fast Revolutionsstimmung auf. Ein Kommentar von Mike Schier, stellvertretender Chefredakteur des Münchner Merkur.

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