CSU-Nachwuchs stürzt erfolgreich Chefin

Nürnberg – Der schwäbische Landtagsabgeordnete Hans Reichhart ist neuer Landeschef der Jungen Union. Am späten Freitagabend wählten die Delegierten in Nürnberg den 31-Jährigen zum Nachfolger von Katrin Albsteiger (29).

Hinter den Kulissen gibt es seit Wochen Verwerfungen in der JU. Die seit 2011 amtierende Albsteiger wurde von mehreren Bezirksverbänden, darunter Oberbayern, zum Rückzug gedrängt; ihr wird zu schwache inhaltliche Arbeit vorgeworfen. Albsteiger hatte eigentlich eine weitere Amtszeit bereits angekündigt. Sie verzichtete nach kurzer Überlegung aber auf eine erneute Kandidatur. Das Risiko einer Niederlage bei der Landesversammlung in Nürnberg erschien der frisch gewählten Bundestagsabgeordneten zu hoch. Sie und Reichhart einigten sich auf gesichtswahrende Formulierungen ("friedliche Einigung") und ihren Rückzug.

Die Delegierten sahen das nicht mit überwältigender Mehrheit so. Albsteigers Abschiedsrede wurde mit langem Beifall bedacht. Nachfolger Reichhart erhielt wenig später nur 65 Prozent der Stimmen - ohne Gegenkandidat. Er hatte selbst sogar auf mindestens 70 Prozent der Stimmen gesetzt, verfehlte also sein Wahlziel deutlich.

Reichhart kündigte am Vormittag bei einer Pressekonferenz in München an, er wolle wieder mehr auf Inhalte setzen. Vor allem zu Schuldenbremse, Digitalisierung, Rente und Zukunft des ländlichen Raums plant der 31-Jährige, eigene Ideen in die Mutterpartei einbringen. "Das sind die Zukunftsthemen."

Heute wird die dreitägige Landesversammlung fortgesetzt. Als Redner sollen unter anderem Parteichef Horst Seehofer und Generalsekretär Alexander Dobrindt auftreten. Parallel dazu trifft sich die Frauen-Union in Regensburg, der zweite große Verband in der CSU. Hier dürfte Angelika Niebler als Vorsitzende unumstritten bestätigt werden.

cd

Rubriklistenbild: © picture alliance / dpa

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