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Neuwahlen und über 200 Anträge, beim CSU-Parteitag muss einiges entschieden werden. Auch für Parteichef Horst Seehofer werden es zwei entscheidende Tage. 

200 Anträge und Neuwahlen

CSU-Parteitag in Nürnberg: Das müssen Sie wissen

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Auf dem CSU-Parteitag in Nürnberg am kommenden Wochenende stehen wichtige Punkte an: Neben 200 Anträgen sollen die Mitglieder vor allem über die neue Spitze der Partei abstimmen. 

München/Nürnberg - Ursprünglich hätte der Parteitag der Christlich-Sozialen Union bereits Mitte November stattfinden sollen. Doch aufgrund der langwierigen Gespräche in Berlin über eine mögliche Regierungskoalition musste der Termin um einen Monat nach hinten verlegt werden. Am 15. und 16. Dezember, also am kommenden Wochenende, treffen sich nun die Parteimitglieder in der Messe in Nürnberg. Auf dem Programm stehen einige wichtige Punkt: Neben der Neuwahl des Parteivorstandes will die CSU auch über mehr als 200 Anträge abstimmen und einen Gast empfangen, der im vergangenen Jahr nicht eingeladen wurde.

Hier bekommen Sie vorab alle wichtigen Infos zum CSU-Parteitag 2017 in Nürnberg. Alle aktuellen Neuigkeiten aus Nürnberg bekommen Sie am Freitag und Samstag in unserem News-Ticker.

CSU-Parteitag 2017: Das ist am 15./16. Dezember geplant

Um 12.30 öffnen sich die Türen der Messe in Nürnberg für die Mitglieder der Partei. Um 14 Uhr steht dann bereits die erste Plenarsitzung an, in welcher Generalsekretär Andreas Scheuer die anwesenden Gäste begrüßen wird. 

Die müssen danach aber auch gleich selbst ihre Stimme abgeben, wenn es um die Wahl des Tagungspräsidiums und des Wahlausschusses geht. Anschließend wird Scheuer einen Bericht über das vergangenen Jahr vorlegen. Zwischendurch soll auch über die mehr als 200 Anträge abgestimmt werden. Unter anderem stehen Studiengebühren für Nicht-EU-Ausländer, gratis Zugfahrten für Soldaten, ein Verbot der Antifa und der Verkauf von Post und Telekom auf der Agenda.

Das Grußwort, das am Ende des ersten Tages ansteht, hält heuer ein Gast, der im vergangenen Jahr keine Einladung der CSU erhalten hatte: Bundeskanzlerin Angela Merkel. 

Ab 20 Uhr lädt die CSU-Spitze die anwesenden Gäste zu dem alljährlichen „Delegiertentreff“ ein, um „in entspannter Atmosphäre den Tag ausklingen zu lassen“, so die Beschreibung im offiziellen Programm. Damit ist der Abend aber noch nicht vorbei: Ab 23 Uhr findet im Anschluss an den Delegiertentreff die „Lange Nacht der CSU“ statt.  

Am Samstag, 13. Dezember, geht es allerdings auch schon früh weiter: Ab 7.30 Uhr können die Gäste in die Messe kommen. Es folgen Vorbesprechungen, sowie die zweite Plenarsitzung ab 9 Uhr, die wieder von Generalsekretär Scheuer geleitet wird. 

Später am Tag steht dann der wohl wichtigste Punkt des Parteitages an: Die Neuwahlen des Parteivorstandes. Bereits vor dem Parteitag hatte dieser Punkt in der CSU für interne Debatten gesorgt. Nun soll am kommenden Wochenende ein neuer Ministerpräsidentenkandidat für die Landtagswahl in Bayern 2018 gewählt werden.

Zum Abschluss des Parteitages darf natürlich eines nicht fehlen: die Bayernhymne. Die wird bei der CSU nämlich immer zuerst gespielt, bevor auch das Deutschlandlied sowie die Europahymne erklingt.

CSU-Parteitag 2017: Bei diesen Themen könnte es Streit geben

Seit dem schlechten Abschneiden bei der Bundestagswahl am 24. September steht vor allem Ministerpräsident und CSU-Chef Horst Seehofer massiv in der Kritik. Dort holte die CSU lediglich 38,8 Prozent, ein Minus von mehr als 8,5 Prozentpunkte im Vergleich zu 2013.

Auf der Landesversammlung der Jungen Union kam es dann zum Eklat, als Horst Seehofer dem Treffen fern blieb. Die offizielle Begründung: die Sondierungsgespräche in Berlin. Die Parteijugend warf ihm daraufhin allerdings vor, heiklen Diskussionen um einen personellen Neuanfang in der Partei aus dem Weg zu gehen. Zeitgleich brachte sich Heimatminister Markus Söder in Stellung. 

Anfang Dezember gab Seehofer dann seinen Widerstand auf, als die CSU-Landtagsfraktion Markus Söder zu ihrem Wunschkandidaten für den Posten als Spitzenkandidat für die Landtagswahl 2018 auswählte. Auf den Posten des Parteichefs wollte Seehofer dagegen nicht verzichten.

Nun steht die große Wahl der beiden CSU-Politiker an - die gilt eigentlich nur noch als Formsache. Doch die internen Sticheleien der beiden Rivalen und ihrer jeweiligen Anhängerschaft haben für viel Unmut in den Parteireihen gesorgt. Dazu kommt: Auch die beiden Alphatiere, die nun die Doppelsitze der Christlich-Sozialen bilden sollen, sind nicht gerade für ihre enge Freundschaft bekannt. Der Parteitag sowie die Neuwahlen könnten zeigen, ob sich die beiden Politiker nun für ihre Partei zusammenreißen können oder ob es an dem Wochenende weiter geht mit den Sticheleien.

Die bisherige Stellvertreterriege mit CSU-Chef Horst Seehofer und Generalsekretär Andreas Scheuer.

Zudem müssen an dem Tag auch die fünf Stellvertreterposten um Parteichef Horst Seehofer besetzt werden. Hier droht allerdings eine Kampfkandidatur: Die EU-Parlamentarier Manfred Weber und Angelika Niebler, der Augsburger Bürgermeister Kurt Gribl und Bundeslandwirtschaftsminister Christian Schmidt würden das Amt gerne behalten. Lediglich Landtagspräsidentin Barbara Stamm hat ihren Verzicht auf den Posten erklärt. 

Zum ersten Mal bewerben sich Gesundheitsministerin Melanie Huml sowie die Bundestagsabgeordnete Dorothee Bär. 

CSU-Parteitag 2017: Merkel kommt nach Eklat 2015 wieder zum Parteitag

An den CSU-Parteitag im Jahr 2015 können sich die meisten Mitglieder wahrscheinlich noch gut erinnern. Ganz so wie auch Bundeskanzlerin Merkel, die nach ihrer Rede auf der Veranstaltung von CSU-Chef Horst Seehofer geradezu gedemütigt wurde. 

Auf dem Parteitag 2015 zeigte Merkel ihren Unmut. 

Während sich Merkel damals in ihrer Rede eindeutig gegen eine Flüchtlingsobergrenze aussprach, folgte der Widerspruch Seehofers direkt im Anschluss. Im Jahr darauf sprach die CSU keine Einladung an die Bundeskanzlerin aus. 

Der Streit der vergangenen Jahre scheint nun aber vergessen: Die Einladung der Partei, eine Rede auf dem Parteitag zu halten, nahm Kanzlerin Merkel an. Welche Botschaft sie den anwesenden Mitgliedern in diesem Jahr allerdings mitgebracht hat, bleibt abzuwarten. 

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