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Horst Seehofer und die CSU verlieren deutlich in der Wählergunst.

Seehofer verliert dramatisch

Neuer Umfrage-Schock für CSU - AfD in Bayern erstarkt

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Der Streit innerhalb der CSU um die Zukunft wirkt sich auch in einer Umfrage aus. Die Mehrheit der Befragten will ein Ende der Alleinregierung der Christsozialen.

München - Zehn Prozent Verlust bei der Bundestagswahl, Erstarken der AfD auch in Bayern, gescheiterte Jamaika-Verhandlungen, der Glyphosat-Skandal um den CSU-Minister Christian Schmidt und über allem der schwelende Streit um die Nachfolge von Horst Seehofer als Ministerpräsident. Die letzten Monate waren für die Christsozialen alles andere als eine leichte Zeit. Kein Wunder also, dass auch der Rückhalt in der Bevölkerung für die Schwarzen in Bayern leidet.

Eine aktuelle Umfrage zeigt, dass die Wähler das Chaos in der CSU-Spitze deutlich abstrafen. Die von GMS für 17:30 Sat.1 Bayern durchgeführte Erhebung offenbart weitere Verluste für die (noch) von Horst Seehofer angeführte Partei. Nur noch 37 Prozent der Befragten würden der CSU ihre Stimme geben. Ähnlich besorgniserregend für die Union ist, dass die Alternative für Deutschland im Freistaat fast im selben Maße gewinnt, wie die CSU verliert. 14 Prozent der Befragten würden den Deutschnationalen ihre Stimme geben. Damit rangiert die neuerdings von Martin Sichert angeführte Partei nur noch ein Prozent hinter der SPD.

Für eine absolute Mehrheit im bayerischen Landtag würde es mit diesem Ergebnis für die CSU auf gar keinen Fall reichen. Und auch für eine schwarz-gelbe Koalition würde es höchst knapp werden. Gedankenspiele über bisher nicht gekannte Farbkombinationen in der bayerischen Regierung wie schwarz-grün oder schwarz-rot sind also durchaus im Bereich des Realistischen.

Der Grund für diesen Absturz ist vor allem in der inneren Zerstrittenheit der CSU zu sehen. Fast 83 Prozent aller Befragten sehen die in Zukunft wohl entweder von Joachim Herrmann oder Markus Söder angeführte Partei als eher zerstritten an. Das sind noch einmal sechs Prozent mehr als in der Oktober-Erhebung.

Dementsprechend wären nur noch 17 Prozent aller Befragten überhaupt dafür, dass die CSU in Bayern allein regiert. Selbst bei der CSU-Wählerschaft wollen das nur noch 39 Prozent. Interessant ist allerdings, dass selbst bei den Wählern der SPD mehr Menschen eine CSU-geführte Regierung wollen, als eine Staatsregierung ohne Beteiligung der Schwarzen (42 Prozent gegenüber 37 Prozent).

Im freien Fall sind dagegen die Unterstützungswerte für Horst Seehofer. Nur 21 Prozent der Befragten befürworten, dass er sowohl Parteichef als auch Ministerpräsident bleibt. Ein Drittel spricht sich dafür aus, dass er als Ministerpräsident zeitnah zurücktritt, aber weiter an der Spitze der CSU bleibt und 26 Prozent sind dafür, dass er beide Ämter sofort abgibt. 

Zur Erinnerung hier noch einmal das Ergebnis der Bundestagswahl im Herbst in Bayern:

Es handelt sich bei der Umfrage um eine repräsentative Telefonbefragung, bei der zwischen 27. und 29. November 1006 Menschen befragt wurden.

Video: Politkrimi in Bayern: Horst Seehofer soll weg

Video. Glomex

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