+
An Horst Seehofer (CSU) wird derzeit kein gutes Haar gelassen.

Böse Worte am Ehrentag

 „Ois Guade“: CSU sendet Geburtstagsgrüße an Seehofer - doch die Idee geht nach hinten los

  • schließen

Die CSU hat ihrem Chef und Bundesinnenminister Horst Seehofer auf Twitter zu seinem Geburtstag gratuliert. Doch die Beglückwünschung ging ganz schön nach hinten los. 

Update vom 4. Juli 2018 - 17.09 Uhr:

Im Asylstreit in der Union mit den Protagonisten Angela Merkel und Horst Seehofer äußert sich die Kanzlerin am Mittwoch in der ARD-Sendung „Farbe bekennen“ - Transitzentren und die Zusammenarbeit zwischen CDU und CSU sind die Hauptthemen.

Asylstreit zwischen CDU und CSU: Geburtstagsgrüße an Seehofer

München - An Horst Seehofer (CSU) wird derzeit kein gutes Haar gelassen. Der Bundesinnenminister steht aufgrund seines Verhaltens im Asylstreit mit Angela Merkel in der Kritik - insbesondere von FDP, Linke und SPD. Seine eigene Partei wollte offensichtlich gegen diese Negativ-Welle angehen und dem 69-Jährigen zu seinem heutigen Geburtstag alles Gute wünschen. Doch die Idee ging nach hinten los. 

Auf die Geburtstagsgrüße der CSU an ihren Parteichef auf Twitter folgte ein regelrechter Shitstorm. Unter dem Bild von Seehofer, auf dem der bayerische Glückwunsch „Ois Guade“ also „Alles Gute“ steht, kommentieren die Nutzer zynisch das Verhalten und die Aussagen des Innenministers im Asylstreit. Der Bayerische Glückwunsch kam nicht bei allen gut an.   

Auch im Bundestag muss Seehofer am Geburtstag viel einstecken

Auch im Bundestag musste sich Horst Seehofer an seinem Ehrentag einiges anhören. Politiker der anderen Parteien griffen ihn persönlich an. Allen vorweg FDP-Vorsitzender Christian Lindner. Er kritisierte laut Bild-Zeitung, dass der 69-Jährige nicht nur in der Lage sei, die Unionsfraktion zu spalten, sondern auch die gesamte Regierung in Gefahr zu bringen. „Die eigenen Freunde fürchten den Rücktritt nicht mehr - sie ersehnen ihn“, sagte Lindner im Bundestag.

Lesen Sie auch: Söder und Seehofer anscheinend uneins über Bayerische Grenzpolizei

Lindner: Seehofer ist Verlierer im Asylstreit

Lindner sieht Innenminister Horst Seehofer als klaren Verlierer im Asylstreit. „Ich glaube, im Bundeskanzleramt biegen die sich vor Lachen, Herr Seehofer“, ergänzte Lindner. Der unionsinterne Kompromiss setze Absprachen mit anderen EU-Staaten zur Rücknahme von Migranten voraus, die Seehofer nun aushandeln müsse, obwohl dies zuvor Merkel schon nicht gelungen sei.

Auch interessant: 

Warum lässt sich Merkel so von Seehofer demütigen?

Linken Fraktionschef Dietmar Bartsch fand ebenfalls klare Worte. Dass Seehofer an seinem 69. Geburtstag überhaupt noch im Bundestag sitze, sei ein Geschenk an ihn. Aber: „An ihrem 70. Geburtstag werden sie hier nicht mehr als Innenminister sitzen“, prophezeite Bartsch. Auch SPD-Chefin Andrea Nahles stichelte gegen Seehofer: Man bräuchte keine Masterpläne, sondern gutes Handwerk, sagte Nahles. 

SPD: Transitzentren stoßen beim linken Flügel auf Ablehnung 

Die SPD ist sich im Asylstreit laut Bild-Zeitung noch unsicher, ob sie der Kompromisslösung mit der Einrichtung der sogenannten Transitzentren zustimmen wird. Beim linken Flügel der Partei stößt der Vorschlag auf Ablehnung. Die Führung der Partei geht aber davon aus, dass dem Vorschlag zugestimmt wird, wenn eine rechtlich saubere Umsetzung garantiert wird. 

Horst Seehofer wird am Donnerstag nach Österreich reisen und mit Kanzler Sebastian Kurz über eine Lösung beraten. Unterdessen wird Österreich bald befristete Grenzkontrollen einführen.

Alle Infos zum Asylstreit lesen Sie hier in unserem Newsticker. 

Lesen Sie auch: Gabriel sicher: „Merkel weiß, dass Seehofers Zeit vorüber ist“ und Hat Seehofer die CSU verärgert? Als Maischberger bei Aigner nicht weiterkommt, schreitet ein Gast ein

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

Freie Wähler fechten Hessen-Wahl an - Fehler sollen nicht korrigiert worden sein
Nach der Hessen-Wahl steht das amtliche Endergebnis nach mehreren Pannen fest, die Koalitionsverhandlungen zwischen CDU und Grünen laufen. Die Freien Wähler aber wollen …
Freie Wähler fechten Hessen-Wahl an - Fehler sollen nicht korrigiert worden sein
Trotz Khashoggi: Trump bekräftigt Partnerschaft mit Riad
Hat der saudische Kronprinz vom Mord an dem Journalisten Jamal Khashoggi gewusst? Gut möglich, meint US-Präsident Trump. Die Beziehungen zu Saudi-Arabien sind ihm aber …
Trotz Khashoggi: Trump bekräftigt Partnerschaft mit Riad
„Vielleicht, vielleicht auch nicht“ - Trump hält an Partnerschaft mit Saudis fest
Donald Trump hat mit merkwürdigen Äußerungen zur Ermordung von Jamal Khashoggi verwirrt. Zudem verschickte ausgerechnet die Tochter des US-Präsidenten dienstliche Mails …
„Vielleicht, vielleicht auch nicht“ - Trump hält an Partnerschaft mit Saudis fest
EGMR: Türkei muss Kurden Demirtas freilassen
Nach zwei Jahren Untersuchungshaft muss die Türkei den pro-kurdischen Politiker Selahattin Demirtas entlassen - das zumindest urteilte das Menschenrechtsgericht in …
EGMR: Türkei muss Kurden Demirtas freilassen

Kommentare