Weichenstellung

CSU plant Geschlechter-Novum für Bundestagswahl - Söder adelt „geborenen Spitzenkandidat“ Dobrindt

  • Markus Hofstetter
    vonMarkus Hofstetter
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Die CSU steht vor einer Premiere. Sie will in der Liste zur Bundestagswahl genauso viele Frauen wie Männer aufstellen. Alexander Dobrindt soll sie anführen.

München/Nürnberg - Die CSU will das Image von einer Partei, die sich mit Frauen in Führungspositionen schwer tut, loswerden. Parteichef Markus Söder scheiterte auf dem Reformparteitag 2019 mit einer geplanten Ausweitung der Frauenquote. Nun wird die CSU erstmals in ihrer Geschichte mit einer paritätisch besetzten Kandidatenliste in die Bundestagswahl 2021 gehen. Söder kündigte nach Angaben von Teilnehmern in einer Videokonferenz des CSU-Vorstands am 7. Juni 2021 in München an, dass bei der Listenaufstellung immer abwechselnd ein Mann und eine Frau berücksichtigt werden sollten. 

Zur Listenaufstellung sagte Söder, dass Landesgruppenchef Alexander Dobrindt der „geborene Spitzenkandidat“ sei. Weitere Namen nannte er dem Vernehmen nach nicht. Am 26. Juni will die CSU ihre Liste für die Bundestagswahl aufstellen. Wegen der Corona-Pandemie findet die Veranstaltung unter freiem Himmel im Stadion in Söders Heimatstadt Nürnberg statt.

Kurz vorher, am 20. und 21. Juni, wollen sich die Spitzen von CSU und CDU in Berlin auf das gemeinsame Wahlprogramm der Union einigen. Grundlinie sei dabei, dass „solides und modernes“ Regieren repräsentiert werde, sagte Söder kurz vor der Vorstandssitzung bei einer Pressekonferenz.

CSU-Klausur im Kloster Seeon: hybride Teilnahme soll möglich sein

Rund einen Monat danach, am 14. und 15. Juli, wollen sich die CSU-Bundestagsabgeordneten zur Klausur im oberbayerischen Kloster Seeon treffen. An der Sommerklausur werden auch die Chefs von CSU und CDU teilnehmen. „Ich freue mich, dass wir mit Markus Söder und Armin Laschet auf unserer Klausur ein Signal der Geschlossenheit der Union senden können. Das ist ein wichtiger Impuls für die Bundestagswahl“, sagte Dobrindt dem Vernehmen nach.

Wegen der Corona-Pandemie hatte die CSU ihre eigentlich immer zum Jahresbeginn im Kloster Seeon stattfindende Klausur in einem hybriden Format in Berlin abgehalten. Nachdem die Infektionszahlen deutlich gesunken sind, hofft sie nun wieder auf ein Präsenztreffen, bei dem sich Teilnehmer aber auch per Video zuschalten können.

CSU-Parteitag vor der Bundestagswahl: Laschet-Teilnahme noch offen

Der erste klassische Präsenzparteitag der CSU seit Oktober 2019 soll am 10. und 11. September in Nürnberg stattfinden. Voraussetzung ist ein entsprechender Verlauf der Corona-Pandemie. Das sagte Generalsekretär Markus Blume. Turnusmäßig steht die Neuwahl des Parteivorsitzenden Söder auf dem Programm. Offen ist aber, ob und wie auch Armin Laschet an dem Parteitag teilnehmen wird.

Rubriklistenbild: © Peter Kneffel

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