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Thomas Kreuzer (CSU).

Ungewöhnliche Umfrage

Den Bayern fällt kein Problem ein

Kreuth – Das Volk mag nicht nörgeln. Von einer ungewöhnlichen Umfrage fühlt sich die Landtags-CSU zum Start ihrer Kreuth-Klausur gestärkt.

Die Forschungsgruppe Wahlen hatte 1066 Bayern befragt, wo es hakt. Fast jedem Dritten fiel nichts ein. 17 Prozent nannten Bildung, 12 Prozent Energiewende, 10 Prozent Arbeitslosigkeit, 9 Prozent Verkehr. Im Bundesvergleich sind das einmalig niedrige Grummel-Werte. Man habe eine „relativ problemfreie Landschaft in Bayern“, analysiert der Demoskop Matthias Jung in Kreuth.

„Die Zahlen sind exzellente, historische Zustimmungswerte“, frohlockt Fraktionschef Thomas Kreuzer. Sie bergen allerdings auch ein Problem: Auf der Agenda der Fraktion steht, Bayern zum führenden IT-Standort Europas umzubauen. Strategen sehen darin keinen kleineren Kraftakt als die historischen Schritte Bayerns vom Agrar- zum Industrieland zu Strauß’ Zeiten und weiter zum Technologiestandort unter Stoiber. Ein gemächliches „Passt scho’ so wie bisher“ der Wähler würde da nicht genügen.

„Es wird wahnsinnig anstrengend, ein großes Rad zu drehen“, mahnt Kreuzer, „und der Bürger empfindet dann nur, es ist alles so geblieben – nämlich gut.“ In der Umfrage äußern sich 74 Prozent mit Bayerns wirtschaftlicher Lage zufrieden und 66 Prozent mit ihrer persönlichen Situation.

Einen Schubser gibt es allerdings für die Abgeordneten: Die Bürger stellen klar, dass sie weder höhere Steuern (8 Prozent), noch neue Schulden (6) wollen, wenn Bayern unabwendbar höhere Ausgaben hat, sondern Einsparungen in anderen Bereichen (80). Kreuzer sagte, das Kürzen von Leistungen sei derzeit nicht nötig. Es gehe nur darum, Mehreinnahmen klug zu verteilen.

Heute werden Daten des BR-Bayerntrends erwartet, wie die CSU und ihre Minister dastehen. Aus Sorge vor Zoff mit dem Rechnungshof ließ die Fraktion die Sonntagsfrage nicht erfassen.  cd

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