+
Der bayerische Ministerpräsident und CSU-Vorsitzende, Horst Seehofer, gibt am 26.04.2014 im Kloster Andechs (Bayern), vor der CSU-Vorstandsklausur, Interviews.

CDU steht zu gemeinsamem Wahlaufruf

CSU-Vorstand beschließt einstimmig "Europaplan"

Andechs - Die CSU kämpft bei der Europawahl um jede Stimme. Helfen soll ein offensiv formuliertes Wahlprogramm. Auch die Pkw-Maut steht nun drin.

Ungeachtet deutlicher Kritik auch aus der Schwesterpartei CDU hat der CSU-Vorstand das Europawahlprogramm der Christsozialen beschlossen. Der "Europaplan" sei einstimmig gebilligt worden, sagte Parteichef Horst Seehofer am Samstag zum Abschluss der zweitägigen CSU-Vorstandsklausur im oberbayerischen Kloster Andechs. Neu aufgenommen wurde ein Passus, in dem die CSU noch einmal ihre Forderung nach einer Pkw-Autobahnmaut für Ausländer bekräftigt. Etwas ausführlicher gefasst wurde ein Passus zur Ukraine-Krise.

Seehofer hofft nun auf eine breite Mobilisierung der eigenen Anhänger für die Wahl am 25. Mai. Bei der vierten Wahl innerhalb eines Jahres sei das schon "ein Problem". Man werde deshalb jetzt vier Wochen lang "ordentlich Gas geben" und auf die Bedeutung der Wahl hinweisen. CSU-Ziel bei der Europawahl ist, die acht Abgeordneten zu halten.

In ihrem "Europaplan", der am 10. Mai noch von einem kleinen Parteitag gebilligt werden soll, bekennt sich die CSU grundsätzlich zur europäischen Integration, äußert aber auch eine Fülle von Kritik, vor allem an der EU-Kommission. Die Partei fordert eine Halbierung des Gremiums, einen Beitrittsstopp für EU-Anwärterstaaten und weniger Regulierung durch Brüssel. Führende CDU-Europapolitiker haben der CSU deshalb vorgeworfen, europakritische Stimmungen bedienen zu wollen.

CDU-Generalsekretär: Gemeinsamer Wahlaufruf mit CSU ungefährdet

Seehofer wies dies zurück. Es sei "sehr natürlich", dass eine europäische Partei wie die CSU der bayerischen Bevölkerung erkläre, was - bei allem Bekenntnis zu Europa - in den nächsten Jahren passieren müsse, damit Europa noch besser werde und auch in die Herzen der Menschen komme. Der Parteichef zeigte sich auch überzeugt, dass die CSU-Forderungen am Ende in die Tat umgesetzt würden - etwa die nach Volksentscheiden in Deutschland zu wichtigen EU-Fragen. "Ich habe noch alles erreicht, was wir uns vorgenommen haben. Das geht nicht immer von heute auf morgen. Aber am Ende findet es statt."

CSU-Vize Peter Gauweiler betonte: "Wir unterscheiden uns in manchen Punkten von der CDU - und dann wird die Wahl zeigen, wer Recht hat." Spitzenkandidat Markus Ferber sagte: "Wir sind keine Europaeuphoriker - wir sind aber auch keine Europaskeptiker. Wir sind Europarealisten."

Zur Pkw-Maut heißt es im "Europaplan" nun: "Wir wollen die Pkw-Maut für Reisende aus dem Ausland. (...) Damit schließen wir eine Gerechtigkeitslücke." Bundesverkehrsminister Alexander Dobrindt (CSU) sagte zu dem Maut-Passus: "Uns ging es darum, die Frage der Gerechtigkeit noch einmal sehr deutlich vor der Europawahl zu formulieren."

SPD-Generalsekretärin Yasmin Fahimi nannte den Europawahlkampf der Union "jämmerlich": "Die CDU gibt sich Europa-freundlich und ist desinteressiert, während die CSU auf blanken Populismus setzt."

dpa

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

Trauerfall bei Maybrit Illner: Matthias Fornoff ersetzt Talkmasterin in ZDF-Sendung
Im ZDF-Talk „Maybrit Illner“ fehlt ausgerechnet die Gastgeberin. Der Grund ist ein trauriger.
Trauerfall bei Maybrit Illner: Matthias Fornoff ersetzt Talkmasterin in ZDF-Sendung
Türkei verweigert deutschem Wahlbeobachter die Einreise
Der Linken-Abgeordnete Hunko war schon beim Referendum in der Türkei Wahlbeobachter. Anschließend geriet er in die Kritik der Regierung. Nun wollte er für die OSZE …
Türkei verweigert deutschem Wahlbeobachter die Einreise
Telekom Tochter will in Deutschland 6000 Stellen streichen
Die Telekom-Tochter T-Systems, die sich um Großkunden kümmert, will bis 2021 rund 6000 Arbeitsplätze in Deutschland streichen.
Telekom Tochter will in Deutschland 6000 Stellen streichen
„Blind und töricht“: CSU-Mann Waigel warnt vor Trennung der Unionsparteien
Theo Waigel ist Ehrenvorsitzender der CSU. In seinem Gastbeitrag für den Münchner Merkur warnt er vor einer Trennung der Schwesternparteien CDU und CSU.
„Blind und töricht“: CSU-Mann Waigel warnt vor Trennung der Unionsparteien

Kommentare

Ab dem 25.5.2018 gilt die Datenschutzgrundverordnung. Dazu haben wir unser Kommentarsystem geändert. Um kommentieren zu können, müssen Sie sich bei unserem Dienstleister DISQUS anmelden. Sollten Sie zuvor bereits ein Profil bei DISQUS angelegt haben, können Sie dieses weiter verwenden. Nutzer, die sich über den alten Portal-Login angemeldet haben, müssen sich bitte einmalig direkt bei DISQUS neu anmelden.