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Kerstin Schreyer-Stäblein (42) aus Unterhaching rückt in die engste Fraktionsspitze der CSU auf.

Das Rennen um die letzten CSU-Posten

München – Das CSU-Personalkarussell dreht sich munter weiter. Die Fraktion hat ihre Vizechefs gekürt. Ungewöhnliche Wechsel gibt es auf den obersten Beamten-Stellen.

Stellvertreter von Thomas Kreuzer (CSU) sind künftig Kerstin Schreyer-Stäblein (Oberbayern), Josef Zellmeier (Niederbayern) und die Franken Gudrun Brendel-Fischer und Karl Freller. Intern wurde bis zuletzt um die Stellen gestritten, dem Vernehmen nach sogar recht laut. Eine Kampfabstimmung blieb aus, Konkurrenten zogen in letzter Sekunde zurück.

Freller ist der letzte politisch Überlebende jener Fraktionsspitze, die in der Abgeordneten-Affäre unglücklich ausgesehen hatte. Er war selbst nicht in die Verwandten- und Kameraskandälchen verwickelt. Freller rief die Abgeordneten nun zu Vernunft in der Alleinregierung auf. „Was wir wollen, wird Wirklichkeit. Das muss man dann aber auch verantworten.“

Die mit rund 2500 Euro Zulage ausgestatteten Vizes sind wenig bekannt, prägen aber den Alltag im Parlament – entscheiden also mit, ob die Alleinregierung kooperativ oder arrogant auftritt. Insbesondere Zellmeier, der neue Parlamentarische Geschäftsführer, soll Kontakt zu SPD, Grünen und Freien Wählern halten. Der 49-Jährige bot der Opposition eine Kooperation an. „Es ist schon wichtig, dass wir fraktionsübergreifend gut zusammenarbeiten.“

Um weitere Posten wird gerangelt: Wer die Ausschüsse im Landtag leitet, die die Arbeit der Staatsregierung begleiten und kontrollieren, wird nächste Woche entschieden. Der mächtige Haushaltsausschuss-Vorsitz ist am heftigsten begehrt. Neben Otmar Bernhard (München) und Ernst Weidenbusch (München-Land) kandidieren nach derzeitigem Stand drei weitere CSU-Abgeordnete. Als gesetzt gelten die Experten Florian Herrmann (Inneres), Oliver Jörg (Hochschule) und Ingrid Heckner (Öffentlicher Dienst), für Wirtschaft kandidiert Erwin Huber.

Ungewöhnliche Rochaden gibt es nach Informationen unserer Zeitung bei den obersten Beamten. Gabriele Stauner, eine der Amtschefinnen in der Staatskanzlei, will im Mai auf der CSU-Liste für das Europaparlament kandidieren. Die 65-Jährige war bereits 1999 bis 2009 mit einer Unterbrechung im Parlament. Ihre Stelle dürfte nicht nachbesetzt werden. Amtschefin Karolina Gernbauer, eine Seehofer-Vertraute, soll die Aufgabe mit betreuen.

Aus der CSU-Zentrale soll Hauptgeschäftsführer Bernhard Schwab in die Staatsregierung wechseln. Er soll zweiter Ministerialdirektor im nun wieder CSU-geführten Wirtschaftsministerium werden. Nach Angaben aus Regierungskreisen sind für weitere Chefposten Michael Höhenberger (Soziales) und Ruth Nowak (Gesundheit) vorgesehen.

C. Deutschländer

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