CSU-Affäre: Hohlmeier gerät unter Druck

- München - Die Münchner CSU-Vorsitzende und Kultusministerin Monika Hohlmeier verliert an Rückhalt in der Partei. Erstmals soll sich nach Informationen unserer Zeitung jetzt Parteichef Stoiber von der Strauß-Tochter distanziert haben. Er habe sie "nie gedrängt, den Münchner CSU-Vorsitz zu übernehmen". Dies wäre eine "falsche Interpretation".

<P>Die kritischen Bemerkungen Stoibers fielen vor einem kleinen Kreis von CSU-Mandatsträgern in der vergangenen Woche. Dabei habe Stoiber den Ausschluss des der Manipulation interner Wahlen beschuldigten CSU-Landtagsabgeordneten Joachim Haedke aus Fraktion und Partei befürwortet, sagte ein Teilnehmer. Angesprochen auf die Arbeit von Hohlmeier als Münchner CSU-Chefin, erinnerte Stoiber an seine Situation 1993, als er von Max Streibl das Ministerpräsidentenamt übernommen und mit Amigo-Machenschaften aufgeräumt habe. Hohlmeier befinde sich jetzt in einer ähnlichen Lage.<BR><BR>Im Herbst 2001 hatte Stoiber Monika Hohlmeier mit der Lenkung des Münchner Kommunalwahlkampfes beauftragt. Sie galt damit als Anwärterin auf die Nachfolge im Bezirksvorsitz. Die Wachablösung war dann ein Jahr später mit Stoibers Segen eingeleitet worden, was Hohlmeier auch freimütig verkündete.<BR>Unterdessen verlangte der CSU-Abgeordnete Ludwig Spaenle von Haedke und Hohlmeier Konsequenzen "ohne Ansehen der Person". Am Montag trifft sich Münchens CSU-Vorstand, um über Haedkes Schicksal zu beraten.<BR><BR>Franz Maget, SPD-Fraktionschef, legte Hohlmeier nahe, als CSU-Chefin zurückzutreten. Zugleich übte er scharfe Kritik an ihrer Richterschelte nach dem Hafturteil gegen ihren Bruder. Der Anwalt von Max Strauß hat am Freitag Revision gegen das Urteil eingelegt.</P>

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