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Logo der Bundesagentur für Arbeit: 2017 wurde eine Menge mehr Sperrzeiten verhängt, als im Jahr zuvor.

41.000 Fälle mehr in 2017

Darum gibt es immer mehr Sperrungen beim Arbeitslosengeld I

2017 wurden im Vergleich zum Jahr davor mehr Sperrungen beim Arbeitslosengeld I verhängt. Die Gründe sind vielfältig. Ist es falsch, mehr Druck auf Arbeitslose auszuüben?

Die Bundesagentur für Arbeit sperrt Arbeitslosen einem Medienbericht zufolge immer häufiger das Arbeitslosengeld I. Nach Informationen der Zeitungen der Funke Mediengruppe gab es im Jahr 2017 insgesamt 810.429 Fälle, in denen das Arbeitslosengeld vorübergehend nicht gezahlt wurde. Das seien rund 41.000 Fälle mehr als im Jahr 2016 (769.480 Fälle) und rund 91.500 Fälle mehr als noch 2015 (718.813 Fälle).

Häufigster Grund: Menschen melden sich zu spät arbeitssuchend

Am häufigsten wurde demnach im vergangenen Jahr eine Sperrzeit verhängt, weil sich Menschen zu spät arbeitssuchend meldeten (293.660 Fälle). In 255.621 Fällen sei die Leistung gesperrt worden, weil Arbeitslose nicht zu vereinbarten Terminen erschienen. Seltener waren den Angaben zufolge Sperren, weil Arbeitslose sich zu wenig selbst um die Eingliederung in den Arbeitsmarkt bemühten (3918 Fälle) oder eine Eingliederungsmaßnahme abbrachen (5252 Fälle).

Die Linken-Bundestagsabgeordnete Sabine Zimmermann, die bei der Bundesregierung nach den Zahlen gefragt hatte, kritisierte die Entwicklung. Dass die Arbeitsagenturen immer häufiger zum Instrument der Sperrzeit griffen, sei "alarmierend", sagte sie den Funke-Zeitungen. Die meisten Sperrzeiten würden wegen "belangloser Pflichtverstöße" verhängt. Noch mehr Druck auf Erwerbslose auszuüben sei falsch: "Erwerbslosen fehlt nicht die Motivation, sondern ein guter Arbeitsplatz", sagte Zimmermann.

Weniger Arbeitslose, weniger Insolvenzen: Übrigens hat die Agentur für Arbeit hat 2017 Milliarden auf die Seite gelegt. Eine Debatte über den Beitragssatz könnte folgen.

AFP

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