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Jerusalem-Konflikt

Endlich erklärt

Trumps gefährlicher Plan: Darum geht‘s im Jerusalem-Konflikt

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US-Präsident Donald Trump will Jerusalem als Hauptstadt Israels anerkennen und legt sich dadurch mit der islamischen Welt an. Wir erklären den Streit um die Stadt.

Jerusalem/Washington - Donald Trump will Jerusalem als Hauptstadt Israels anerkennen, ist derzeit in allen Medien zu lesen und zu sehen. Einige werden sich fragen, wozu das nötig sei. Jerusalem sei ja schließlich schon längst die Hauptstadt des Landes.

Dieser Glaube ist allerdings nicht ganz richtig. Um den entstandenen Diskussionen auf den Grund zu gehen, müssen wir bis ins Jahr 1967 zurückgehen. Damals hatte Israel den Ostteil Jerusalems 1967 besetzt und 1980 annektiert. Die Annexion wird von der internationalen Staatengemeinschaft nicht anerkannt. Alle ausländischen Botschaften sind bislang in Tel Aviv angesiedelt. 

Der Status von Jerusalem ist einer der größten Streitpunkte im Nahost-Konflikt. Sowohl Israelis als auch Palästinenser beanspruchen Jerusalem als ihre Hauptstadt. Israel erklärte ganz Jerusalem zu seiner "ewigen, unteilbaren Hauptstadt". Für die Palästinenser ist Ost-Jerusalem hingegen die Hauptstadt ihres künftigen Staates.

Kritik an Trump aus der islamischen Welt

Die Anerkennung Jerusalems als Hauptstadt werde von Trump als "Anerkennung der Realität", sowohl "historisch" als auch "modern", gesehen, sagte der Regierungsvertreter, der anonym bleiben wollte. Am Mittwoch (19.00 MEZ) will der US-Präsident dazu eine Rede abhalten.

Gegen seine Haltung hagelt es Kritik aus der islamischen Welt. Verschiedene Palästinensergruppen haben in einem gemeinsamen Appell drei "Tage des Zorns" ausgerufen. Am Dienstag hatte der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan mit einem Abbruch der Beziehungen zu Israel gedroht und gesagt: „Herr Trump, Jerusalem ist die rote Linie der Muslime.“ 

Erdogan will sogar einen Sondergipfel der Organisation für Islamische Kooperation (OIC) einberufen. Das außerordentliche Spitzentreffen sei für Mittwoch kommender Woche in Istanbul geplant, sagte Erdogans Sprecher Ibrahim Kalin am Mittwoch in Ankara.

Netanjahu äußert sich verhalten

Trump könne "die Region und die Welt in Brand stecken, ohne dass jemand weiß, wie es endet", erklärte der türkische Regierungssprecher Bekir Bozdag am Mittwoch über Twitter.

Auch Russland sieht die Pläne Trumps mit Besorgnis. „Die Situation ist nicht einfach“, sagte Kremlsprecher Dmitri Peskow am Mittwoch in Moskau. Präsident Wladimir Putin sei beunruhigt, weil die Anerkennung schwere Folgen für die Region haben könne.

Israels Regierungschef Benjamin Netanjahu äußerte sich am Mittwoch nicht konkret zu den Plänen von US-Präsident Donald Trump. Er sagte aber: „Die US-Unterstützung für Israel ist sehr stark, die Kurve steigt immer weiter an“, sagte Netanjahu lediglich.

mke, dpa, afp

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